Spannender Kriminalroman in der eine Familiengeschichte mit RAF Vergangenheit erzählt wird.
Der Titel ist Programm, denn Reue empfinden Gernot und Barbara Maienfeld keine. Weder für ihre linksextremistische Vergangenheit, noch für die als "antiautoriär" bezeichnete Erziehung ihrer drei Kinder. Die Kinder sind alle Erwachsen und unser Protagonist ist einer von ihnen. Ben. Er gerät in eine polizeiliche Ermittlung, da er Zeuge eines Mordes wird. Charlie als Kommissarin will diesen Mord unbedingt aufklären und heftet sich dafür Ben an die Fersen - der ist nämlich in Gefahr, da der Täter es auf ihn als einzigen Zeugen abgesehen hat. Ben leidet aber an Amnesie und kann sich an gewisse Schlüsselmomente in seinem Leben nicht erinnern. Auch nicht an den Mord - bei dem er selbst schwer verletzt wurde. Und während er bei seinen Geschwistern Schutz sucht, vor und Charlie ihn zum Erinnern bringen möchte wird dabei auch Stück für Stück die Kindheit der drei Geschwister und ihrer Eltern erzählt und "aufgedeckt". Erzählt wird Kapitelweise auf der Perspektive der verschiedenen Schlüsselfiguren. Ben, Barbara, Charlie und Lukas Isensee (Bens Onkel väterlicherseits). Spannend ist dabei, wie unterschiedlich die Protagonisten sich an die Vergangenheit erinnern. Man will beim Lesen wirklich wissen was denn jetzt passiert ist und wie sich damals alles abgespielt hat. Ich persönlich habe eine richtige Wut auf Barbara und Gernot bekommen beim Lesen, direkt von Beginn an - was für unglaublich egoistische und selbstgefällige Menschen. Die Reaktionen und Emotionen der Figuren sind wirklich gut geschrieben und nachvollziehbar und wirken sehr real. Würde ich auf jeden Fall zum Lesen empfehlen, wer gern ne Kombi aus Roman/Krimi und komplizierten Familienverhältnissen lesen möchte!
















































