Guter Ansatz
Das Buch von zwei amerikanischen Journalisten versucht ein neues politisches Paradigma des Überflusses zu entwickeln. Die Antwort auf die multiplen Krisen (allen voran Demokratiegefährdung und ökologischer Kollaps) liegt demnach weder rechts im Neoliberalismus oder im kompetitiven Autoritarismus, noch links im Planwirtschaftlichen oder degrowth Ideen. Vielmehr soll ein kluger und lenkender Staat mithilfe von technologischem Fortschritt und Wachstum einen Flächendeckenden Wohlstand schaffen. Vorbilder sind Phasen wie der new deal oder das „Wirtschaftswunder“ in denen Breite Gesellschaftsschichten in kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität gewonnen haben. Konkret analysieren die zwei Autoren unterschiedliche systemische Fehlentwicklung in unterschiedlichen Politikfeldern und bieten dann Ansatzpunkte diese Probleme zu lösen. Dabei bleiben die Argumente oft anekdotisch und zum Teil zu unterkomplex. Das Buch verspricht eine komplett neue Poltikidee und ist dafür aber eigentlich zu kleinteilig und detailverliebt. Es fehlt ein stückweit ein roter Faden und ein ideologischer Unterbau für die konkreten Ideen. Außerdem finde ich den USA-Zentrismus irritierend wobei die ideen doch viel allgemeiner sind und wir ein besseres Leben ja nicht nur für Amis wollen. Alles in allem trotzdem sehr lesenswert!

