Dieses Buch wurde in den 1950er Jahren geschrieben, und das merkt man auch. Wer ein Fan von Agatha Christie ist, wird auf seine Kosten kommen. Die Geschichte ist sehr stark in der japanischen Kultur verwurzelt.
Ich fand es bissel schwächer als Band 1, aber kann es trotzdem Empfehlen.
Wieder sehr atmosphärischer und unterhaltsamer Lesestoff für eine kurze Reise nach Japan, hat mir jedoch etwas weniger gefallen als Band 1. Meiner Meinung nach kamen die Ermittlung und das Sammeln von Hinweisen hier für mich etwas zu kurz und die doch recht langgezogene Mordserie hat den Spannungsbogen für mich weniger gut aufrecht erhalten als der Mord im verschlossenen Raum in Band 1. Aber trotzdem wieder ein sehr kurzweiliger Roman für Fans klassischer Kriminalromane.
Kann ein Krimi, der im Original bereits 1971 erschien heute noch überzeugen und fesseln?
📒 In "Mord auf der Insel Gokumon" von Seishi Yokomizo (Übersetzt von Ursula Gräfe) reist Privatermittler Kosuke Kindaichi nach dem Krieg auf die Insel Gokumon, um einer Familie die letzte Nachricht ihres verstorbenen Sohnes zu überbringen. Als es zu einer Reihe grausamer Morde auf der Insel kommt, gerät auch Kosuke Kindaichi in Gefahr.
🏝️ Die Geschichte spielt kurz nach dem 2. Weltkrieg und bietet den Lesenden Einblicke in das Leben in Japan zu dieser Zeit. Japanische Traditionen inklusive. Noch dazu auf einer winzigen Insel mit einer eingeschworene Gemeinschaft. Allein das war schon absolut lesenswert.
🏝️ Nach anfänglichen Schwierigkeiten wegen der Fülle an Figuren konnte mich auch dieser Teil wieder fesseln. Ein schöner klassischer Detektivroman, bei dem man miträtseln kann. Kindaichi ist für mich ein japanischer Sherlock Holmes, der dank seiner kognitiven Fähigkeiten alle Puzzleteile an die richtige Stelle setzt und eine ähnlich verschrobene Art an sich hat.
🏝️ Inseln als Schauplatz finde ich immer besonders. Den die Zahl der möglichen Täter ist begrenzt und jeder könnte das nächste Opfer sein. Dazu noch das stellenweise rauhe Klima. Da kommt direkt Spannung auf.
🏝️ Der Fall ist in sich abgeschlossen. Man kann diesen Teil lesen, ohne den ersten Fall zu kennen, auch wenn man sich diesen nicht entgehen lassen sollte.
Fans von klassischen Detektivgeschichten und japanischem Setting werden mit diesem Buch ihre Freude haben.