„Töchter des Nordmeeres – Livs Weg“ erzählt die Geschichte einer jungen Insulanerin, die die seltene Chance erhält zu studieren und ihren eigenen Weg zu gehen.
Besonders gefallen hat mir Livs Entwicklung: Ihr Mut, ihr Durchsetzungsvermögen und ihr Wunsch nach Bildung in einer stark von Männern dominierten Welt sind eindrucksvoll dargestellt. Dabei werden auch die gesellschaftlichen Grenzen und Schwierigkeiten, mit denen Frauen damals konfrontiert waren, sehr deutlich. Spannend fand ich auch den Kontrast zwischen Liv und ihrer Schwester. Während Liv ihren eigenen Weg sucht, entscheidet sich ihre Schwester für das klassische Lebensmodell – und gerät dabei in eine unglückliche Ehe. Diese Gegenüberstellung zeigt sehr gut, wie unterschiedlich Lebenswege verlaufen können und welche Erwartungen damals an Frauen gestellt wurden. Sehr gelungen sind außerdem die Naturbeschreibungen und der Zusammenhalt innerhalb der Familie. Die Atmosphäre der Insel Smøla und des Nordens wird lebendig und stimmungsvoll vermittelt. Trotz dieser starken inhaltlichen Aspekte konnte mich der Schreibstil leider nicht vollständig begeistern. Dadurch fiel es mir stellenweise schwer, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Insgesamt ein interessanter historischer Roman mit wichtigen Themen und einer starken Hauptfigur, das mich inhaltlich überzeugt hat – stilistisch aber nicht ganz mitreißen konnte.

