Ich kam aus dem Schmunzeln gar nicht mehr raus. 🤭 Dieses Buch hat mir wirklich große Freude bereitet. Ich mag die Betrachtungsweise von Nadia Shehadeh hinsichtlich der Themen Kapitalismus, Arbeitsmoral und Erschöpfung. Sie durchleuchtet in einem humorvollen Stil die Hustle-Kultur aus verschiedenen Blickwinkeln und klärt auf, wie Patriarchat und Kapitalismus vom permanenten Leistungsanspruch an der Gesellschaft profitieren. Sie zeigt auf, wie privilegiert der neoliberale Gedanke ist, alle könnten alles schaffen, wenn sie sich nur genug anstrengen würden. Dies untermalt sie mit kleinen Anekdoten aus eigener Erfahrung und schafft auf diese Weise einen besonderen Zugang. ☺️ Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass es nicht nur darum geht, sich selbst zu schützen, sondern ein Verständnis dafür zu entwickeln, welche Auswirkungen der Optimierungsdrang für die gesamte Gesellschaft hat. So und mehr möchte ich euch nicht vorweg nehmen. Lest es selbst! Es wird euch bestimmt gefallen. 🌟
I've read this book in one sitting. It is very easy and clever written. It feels like texting or talking to a friend, like modern everyday language.
Since i am struggling with the topic of being enough and defining my worth through work myself, this book speaks out of my heart.
Nadia writes about all the thoughts I bet everyone has like just saying "I don't want to work, though I like my job."
With all the work talk she also mentions privileged, big applause for that!
In the middle i had the feeling she repeated herself a bit when writing about her past, her family and experiences. But in the end she gives the book a well rounded end.
The book is inspiration for me to change my life in the aspects i can control. And to allow myself to have those so called "bad" thoughts and traits.
In the end we are all human and i feel more understood after reading it. Thank you!
4 / 5
Der / die / das Anti-Girlboss Thema ist eine richtige und wichtige Sache und von der Autorin Nadia Schehadeh in der vorliegenden Lektüre sowohl aus persönlicher wie auch gesellschaftlicher Sicht dargestellt. Leider kann ich mit dem Design des Buchcovers nicht so viel anfangen, da ich mich mit der Farbe pink in diesem Kontext absolut nicht identifizieren kann und das Gefühl habe, es widerspricht eigentlich den Aussagen der Autorin im Buch, aber das ist nochmal eine andere Geschichte.
Persönlich kann ich mich den Ansichten der Autorin zum gesamten "Girlboss-Thema" nur anschließen und empfinde diese auch als schlüssig aufgezeigt. Zudem erzählt Nadia Schehadeh sehr unterhaltsam, sodass ich einige Momente hatte, in denen ich schmunzeln musste. Ich hoffe, sie hatte die Zustimmung der Familie, so viel über ihr Leben preisgeben zu dürfen, falls dies alles wahre Dinge waren.
Insgesamt kann ich das Buch allen empfehlen, die Interesse an Arbeit, Kapitalismus, Feminismus etc. mitbringen.
Anti-Girlboss - Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen von Nadia Shehadeh ist ein Sachbuch und als Hardcover um ullstein-Verlag erschienen.
Bisher habe ich von der Autorin weder etwas gehört noch gelesen.
Haupttehma des Buches ist Feminismus, aufgerollt an der persönlichen Erfahrung der Autorin. Das vorherrschende Gesellschaftsbild wird analysiert, historische Hintergründe gegeben und als "Girl-Boss" erfolgreiche Frauen vorgestellt und deren Werdegang gezeigt.
Die vorherrschende Ehrlichkeit finde ich toll. So hat auch die Autorin viele Erfahrungen als "braves Rädchen im System" gesammelt und sich jahrzehntelang nicht zugestanden, den Lebensstil zu führen, den sie führen wollte.
Im Abgleich mit meiner eigenen Biografie merke ich an, dass ich mit den vorgestellten Rollenbildern und -erwartungen ebenfalls konfrontiert wurde. Meine rebellische Phase habe ich früher durchlaufen, als die Autorin noch "brav funktioniert" hat. Aufgrund eines anderen Lebensentwurfs habe ich jedoch Kinderbetreuung (vor allem in den Coronajahren - für mich war die Zeit in einem systemrelevanen Job keine Auszeit vom Alltag sondern funktionieren rund um die Uhr) und Pflege durchlaufen und weiß um unsere Abhängigkeit von den staatlichen Systemen.
In meiner Partnerschaft hatte ich das Quäntchen Glück auf einen Mann zu treffen, der Gleichberechtigung tatsächlich lebt und auch meine Leistungen im Alltag sieht und wertschätzt. Be- und Entlastungen gerecht miteinander zu teilen (also auch Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit) finde ich extrem wichtig.
Das Buch hat mich angesprochen, weil ich mich 2023 aus unbezahlten Mehrarbeiten beruflich immer weiter herausnehmen möchte und bereits im Dezember angefangen habe, das umzusetzen und konsequent Aufgaben liegen zu lassen und Kolleg:innen weiterzuschicken statt selbst zu helfen, sofern es sich um kein Herzensprojekt von mir handelt. Ich habe das Glück, dass mein Beruf wirklich Berufung ist und ich meinen Arbeitsalltag überwiegend selbstbestimmt gestalten kann, ich also nicht permanent auf die Uhr schaue. Mehr gesellschaftliche Anerkennung und Bezahlung aller geleiteten Arbeiten bleiben aber weiterhin ein Traum. An deren Umsetzung sich mein Sohn hoffentlich beteiligen wird.
Daher bin ich dankbar, dass dieses Buch mit dem literarischen Zeigefinger genau dort hingestochert hat, wo es unangenehm ist, so dass ich diese weiblichen Zusatzaufgaben in Zukunft noch konsequenter umschiffen möchte.
Privat muss ich sagen, dass ich sehr gerne Ausgleichssport mache und den werde ich weiterhin machen (und danach die paar Minuten Sauna in einem unverschämt teuren Fitnesstempel genießen).
Besonders gelungen fand ich die Gesellschaftskritik. Wir alle leben auf Kosten anderer in unserem Wohlstand - mehrheitlich auf Kosten von Frauen. Wenn wir eine faire Teilhabe wollen, liegt es an uns allen, das System zu ändern. Und daran, für Privilegien, die wir haben, dankbar zu sein und darauf fußende Erfolge nicht unserer Leistung alleine zuzuschreiben - denn ohne begünstigter Startposition im Leben hätten sich viele Chancen nicht aufgetan.
Fazit: Ein Buch über eine Thematik, mit der sich jede junge und nicht mehr ganz so junge Frau auseinandersetzen sollte. Ein Systemwandel ist möglich, wenn wir zusammenarbeiten.