15. Mai
Rating:5

Dieses Buch startet direkt brutal und schonungslos. Daniela wird auf dem Heimweg nach einem Restaurantbesuch von zwei jungen Männern verfolgt – wenig später eskaliert die Situation völlig und sie wird zum ersten Opfer einer sinnlosen Gewalttat. Genau diese rohe und willkürliche Brutalität macht den Einstieg so erschreckend intensiv. Die beiden Täter handeln nicht aus einem ausgeklügelten Motiv heraus, sondern aus Frust, Leere und Gewaltbereitschaft. Gerade das macht die Geschichte so beklemmend, weil alles unkontrollierbar wirkt. Nachdem weitere Taten folgen, übernehmen Lukas Sommer, Robert Drosten und ihr Team die Ermittlungen. Doch plötzlich nimmt der Fall eine unerwartete Wendung, als einer der Täter selbst zum Opfer wird. Besonders spannend fand ich, wie sich der Fokus nach und nach auf die Hintergründe der beiden Freunde verschiebt. Je tiefer die Ermittler in deren Familienverhältnisse eintauchen, desto deutlicher wird, dass hinter der Gewalt eine lange Geschichte aus Problemen, Abgründen und falschen Entscheidungen steckt. Der Thriller entwickelt eine sehr düstere Stimmung und bleibt durchgehend intensiv. Gleichzeitig schafft Marcus Hünnebeck es, den Fall immer weiter zu drehen, sodass man ständig wissen möchte, was wirklich hinter allem steckt. Schlechter Freund ist ein harter, spannender und emotional belastender 22. Band der Reihe, der mich komplett abgeholt hat.

Schlechter Freund: Thriller (Drosten und Sommer)
Schlechter Freund: Thriller (Drosten und Sommer)by Marcus Hünnebeck