🪓 Der siebte Tod – oder wie ich 416 Seiten lang mit Joe, Sally und Melissa im Nebel herumirrte.
Bewertung: ⭐⭐ (großzügig, weil ich’s überlebt habe) Ich habe dieses Buch gelesen. Komplett. Bis zum bitteren Ende. Und ich bereue es wie ein Serienkiller, der aus Versehen sein Lieblingsmesser im Spülbecken vergessen hat. 📖 Worum geht’s überhaupt? Joe Middleton lebt in Christchurch, Neuseeland, und arbeitet als Putzkraft bei der Polizei. Was niemand ahnt: Joe ist ein Serienkiller. Sechs Frauen hat er bereits ermordet – doch als eine siebte Leiche auftaucht, ist er empört. Denn die stammt nicht von ihm. Also macht er sich auf die Suche nach dem „Nachahmer“, um ihm die gesamte Mordserie anzuhängen. Dabei trifft er auf Melissa, die schnell erkennt, wer Joe wirklich ist, und ihn in eine bizarre Täter-Opfer-Dynamik verwickelt. Paul Cleave hat hier ein Werk geschaffen, das anspruchsvoll sein will – und dabei so verwirrend ist, dass ich zwischendurch dachte, ich hätte aus Versehen den Klappentext eines anderen Buches gelesen. Oder drei. Gleichzeitig. 🧠 Anspruchsvoll? Ja. Verständlich? Nein. Die Handlung schlängelt sich wie ein betrunkener Aal durch ein Meer aus Füllsätzen. Ich hätte locker 200 Seiten rausreißen können – und das Buch hätte trotzdem noch genug Inhalt für einen mittelmäßigen Klappentext gehabt. 🧍♀️ Sally – die Nebenfigur aus dem Paralleluniversum Sally taucht auf, sagt Dinge, tut Dinge – und ich frage mich: Warum? Wer ist sie? Was will sie? Hat sie sich verlaufen? Ist sie versehentlich aus einem anderen Roman reingestolpert? Ich habe mehr Sinn in meinem Einkaufszettel gefunden. 🔪 Joe – der Hauptakteur mit dem Charme eines feuchten Waschlappens Joe ist Serienkiller. Und das ist auch schon das Verständlichste an ihm. Seine Gedankenwelt ist ein Labyrinth aus kryptischen Andeutungen, inneren Monologen und „Was zur Hölle passiert hier gerade?“-Momenten. Ich habe ihn nicht verstanden. Vielleicht wollte Cleave, dass wir ihn nicht verstehen. Mission accomplished. 💃 Melissa – kurz da, dann überflüssig wie ein dritter Schuh Melissa hat ein paar gute Seiten. Dann wird sie zur literarischen Zimmerpflanze: steht rum, macht nix, ist halt da. Warum sie sich auf Joe fokussiert? Keine Ahnung. Vielleicht war sie gelangweilt. Ich war’s jedenfalls. 🧩 Offene Fragen und ein Ende wie ein Stromausfall Das Buch wirft Fragen auf. Viele. Und beantwortet… keine. Das Ende kommt abrupt, wie ein plötzlicher Regenschauer beim Picknick. Ich saß da, klatschnass, mit einem leeren Gefühl und der Erkenntnis: Das war’s. Und ich bin nicht sicher, was „das“ überhaupt war. Fazit: Mein erster Paul Cleave. Und mein letzter. Ich habe das Buch nicht gelesen – ich habe es überlebt. Wer sich literarisch gerne selbst geißelt, darf zugreifen. Alle anderen: Finger weg. Es sei denn, ihr braucht ein Türstopper mit psychotischem Flair.
