3. Okt.
Rating:4

Fesselnde Geschichte mit interessanten Charakteren

Die Story startet und endet im Jahr 2019, gibt jedoch in den Kapiteln dazwischen einen Einblick in die Vergangenheit der Protagonistin Anna von 2006 bis 2018. Durch diesen Aufbau wurden greifbare Charaktere geschaffen, welche man über mehrere Jahre begleitet. Besonders gut gefallen hat mir der Charakter Maren, da diese sehr facettenreich war. Die Geschichte hat mich wirklich gefesselt und die Spannung konnte die ganze Zeit über aufrecht erhalten werden. Da ich sehr viel lese, muss ich häufig feststellen, dass Stories und Autorenideen sich doppeln. Ein Buch wie dieses habe ich jedoch zuvor noch nicht gelesen, was mich ebenfalls sehr positiv überrascht hat. Durch den kurzen Epilog hat die Geschichte für mich ein perfektes Ende gefunden. Den Plotttwist welcher sich ab Seite 289 anbahnt, habe ich allerdings schon ab der Hälfte des Buches kommen sehen. Das Buch war für mich trotzdessen ein absoluter Pageturner. Auch der Schreibstil des Autors hat mir sehr zugesagt. Das Buch ließ sich sehr flüssig lesen. Ich habe es an einem Abend durchgelesen, was sicherlich unteranderem an der angenehm großen Schrift sowie der häufigen Verwendung von Dialogen lag. Die Wahl des Titels sowie die Gestaltung des Covers erschlossen sich mir nach der ersten Hälfte des Buches und beides fand ich sehr gelungen, auch wenn die Optik leider nicht ganz meinem Geschmack entspricht und der Klappentext durch die weiße Schrift etwas schwierig zu lesen ist. Einen kleinen Kritikpunkt möchte ich jedoch hervorbringen. An einigen Stellen konnte ich Annas Reaktionen auf gewisse Aussagen bzw. Handlungen der männlichen Charaktere nicht nachvollziehen. Sie hat sich beispielsweise bei Kommentaren geschmeichelt gefühlt bei denen die durchschnittliche Frau sich gekränkt und abgeschreckt gefühlt hätte. Natürlich macht Annas Naivität einen großen Teil ihres Charakters aus, jedoch war es in manchen Situationen ein schmaler Grad zwischen Naivität und Unglaubwürdigkeit. Da ich mich sonst sehr gut in Anna hineinversetzen konnte, konnte ich an diesen Stellen schwer einordnen, ob diese Verhaltensweisen aus ihren schlechten Erfahrungen während der Schul- und Studienzeit resultierten oder ob es sich hier um eine Schwäche in der Geschichte handelt. Diese kleinen Momente haben der Gesamtgeschichte jedoch keinen Abbruch getan und ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

Ein Andenken aus Namibia: Roman
Ein Andenken aus Namibia: Romanby Claus Cant