6. Okt.
Rating:4.5

„Verdammnis von London“ ist düster, politisch und kompromisslos – und genau das macht diesen Band so stark. Es ist kein Wohlfühlbuch, sondern eine bittere Lektion darüber, was passiert, wenn man versucht, in einer Welt aus Lügen und Machtspielen das Richtige zu tun. Auch wenn Alex sich manchmal in Selbstzweifeln verheddert, bleibt die Reihe für mich eine der besten Urban-Fantasy-Serien überhaupt: komplex, intelligent, atmosphärisch dicht.

1. Inhalt Alex Verus hat sich geschworen, nie wieder für seinen alten Meister Richard Drakh zu arbeiten. Dumm nur, dass Schwüre in der magischen Welt so viel wert sind wie Politiker-Versprechen. Jetzt steckt er genau da, wo er nie wieder hinwollte: in den Fängen seines Mentors – gezwungen, für ihn und den Schwarzmagier Morden zu arbeiten. Während die Weißmagier ihn immer noch lieber tot sehen würden, spielt Alex ein gefährliches Doppelspiel, um seine Freunde Anne, Luna und Variam zu schützen – und sich selbst irgendwie die Freiheit zu bewahren. 2. Zitat „Nicht jeder, der im Licht steht, ist ein Held. Und nicht jeder, der im Schatten wandelt, ist verloren.“ 3. Meinung Wenn man dachte, es könnte nach Band 7 nicht düsterer werden – Überraschung: Es kann. „Verdammnis von London“ fühlt sich an wie ein permanenter Drahtseilakt. Alex ist zerrieben zwischen den politischen Machtspielen der Weißmagier, der Rücksichtslosigkeit der Schwarzmagier und seinen eigenen moralischen Grenzen, die er immer weiter dehnt. Ich mag, dass Benedict Jacka seine Welt nicht romantisiert. Die magische Gesellschaft ist korrupt, eitel und zynisch – und Alex mittendrin der unbequeme Hellseher, der zwar ständig von Selbstzweifeln geplagt ist, aber trotzdem irgendwie überlebt. Es ist diese Mischung aus Verstand, Instinkt und blankem Überlebenswillen, die ihn (trotz seiner permanenten Selbstkritik) so glaubwürdig macht. Gleichzeitig merkt man, dass die Serie erwachsener geworden ist. Die Handlungsfäden ziehen sich jetzt klar über mehrere Bände, Intrigen werden komplexer, und auch die Nebenfiguren gewinnen spürbar an Tiefe. Besonders Luna und Anne entwickeln sich endlich zu eigenständigen Persönlichkeiten, die Alex nicht mehr nur hinterherlaufen. Ich fand Lunas Konflikt und ihre Gespräche mit Arachne richtig stark – da hat Jacka endlich gezeigt, was er in Sachen Figurenentwicklung kann. Trotzdem: Es ist nicht alles perfekt. Alex’ konstantes Selbstmitleid kann mitunter anstrengend sein, und der Humor bleibt fast vollständig auf der Strecke. Ein kleiner, trockener Spruch hier und da würde die düstere Atmosphäre nicht zerstören – eher im Gegenteil. Die Reihe könnte ein bisschen Leichtigkeit gebrauchen, bevor sie komplett im moralischen Grauschleier verschwindet. Aber was die Story angeht, liefert Jacka ab. Das Tempo ist hoch, die Intrigen clever aufgebaut, und das Ende? Gemein, fies, brillant. Ich habe nach dem letzten Kapitel wirklich kurz leer ins Buch gestarrt und gedacht: Okay. So also fühlt sich Kontrollverlust an. 4. Fazit „Verdammnis von London“ ist düster, politisch und kompromisslos – und genau das macht diesen Band so stark. Es ist kein Wohlfühlbuch, sondern eine bittere Lektion darüber, was passiert, wenn man versucht, in einer Welt aus Lügen und Machtspielen das Richtige zu tun. Auch wenn Alex sich manchmal in Selbstzweifeln verheddert, bleibt die Reihe für mich eine der besten Urban-Fantasy-Serien überhaupt: komplex, intelligent, atmosphärisch dicht.

Der Gefangene von London: Roman (Alex Verus 8)
Der Gefangene von London: Roman (Alex Verus 8)by Benedict JackaBlanvalet Taschenbuch Verlag