
San Francisco, 50er Jahre: Die siebzehnjährige Lily verbringt ihre Freizeit meist mit ihrer besten Freundin Shirley im Restaurant von deren Familie in Chinatown. Außerhalb der chinesischen Community hat sie kaum Bekanntschaften, doch dann lernt sie bei einem Schulprojekt Kathleen näher kennen. Kath hat wie Lily Mathe als Leistungsfach, doch während Lily für die Raumfahrt brennt, möchte Kath Pilotin werden. Eines Tages merken die beiden Mädchen, dass sie mehr verbindet als nur ungewöhnliche Zukunftspläne: Lily findet heraus, dass Kathleen schon einmal im Telegraph Club, einer Lesbenbar, zu Besuch war. Lily träumt heimlich schon lange davon, einen Abend im Telegraph Club zu verbringen und dort eine Herrenimitatorin zu erleben. Kath nimmt Lily mit in den Club, wo sich Lily eine neue Welt eröffnet. In "Last Night at the Telegraph Club" erzählt Malinda Lo eine berührende Geschichte über die Entdeckung der eigenen sexuellen Identität im Setting der 50er Jahre in San Francisco. Zu dieser Zeit war es für Homosexuelle alles andere als einfach, ihre Sexualität offen auszuleben, vielmehr war dies nur in Lesben- und Schwulenbars wie dem Telegraph Club möglich. Zu dieser großen Hürde kommen noch Lilys ganz eigene Probleme als Tochter chinesischer Immigrant*innen hinzu - sie soll eine "gute chinesische Tochter" sein, immer höflich, immer zuvorkommend, stets beschäftigt und auf der Suche nach einem Ehemann. Dass Lily diesem Ideal mehr und mehr nicht gerecht werden kann und will, macht ihr zunächst zu schaffen, bevor es für sie einer Befreiung gleich kommt, sich nachts in den Telegraph Club zu schleichen. Mich hat der Roman sehr gefesselt, Lily und Kathleen sind mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen und ich habe einmal mehr gemerkt, wie besonders ich Bücher finde, die in San Francisco spielen. Einzig die Übersetzung hat mir in diesem Fall nicht ganz zugesagt. Das Nachwort der Autorin mit historischer Einordnung der Fiktion runden "Last Night at the Telegraph Club" wunderbar ab - von mir gibt es eine Leseempfehlung! Übersetzt von Beate Schäfer.






















































