26. Apr.
Rating:2

Nachdem mir die "Unfolding"-Reihe von Penny L. Chapman im Grunde gut gefallen hat, habe ich mir auch ihre Reihe "Confined" angesehen. Durch die vorherige Reihe hatte ich gedacht, dass ich wüsste, was ich erwarten kann, aber leider hat mich "Nightfall" total enttäuscht. Es gab in meinen Augen so viel Ungeklärtes, dass ich die Geschichte absolut nicht logisch fand. Ryen wirkte auch mich von Beginn an unglaublich interessant und ihre Vergangenheit hat es in sich. Ryen kam mir nah. Ich kann - zum Glück - nicht beurteilen, ob sich jemand, der so etwas wie sie erlebt, im nachhinein so verhalten würde. Aber ich akzeptierte es einfach als ihre Art des Umgangs mit ihrem Trauma. Und dahingehend fand ich ihre Verhaltensweisen auch logisch. Naja, also teilweise logisch. Die Suche nach dem Kick. Die Suche nach dem Gefühl des Lebendigseins, welches sie nur erlebt, wenn das Adrenalin durch ihre Adern strömt, fand ich nachvollziehbar. Nicht verwunderlich, dass sie sich mit den angeblich gefährlichsten Jungs auf dem Campus einlässt. Angeblich gefährlich, weil ich diese Gruppe überhaupt nicht verstanden habe. Arian, der zweite Protagonist, kam mir überhaupt nicht nahe. Obwohl die Geschichte auch aus seiner Sicht erzählt wurde, und ich es am Anfang nachvollziehen konnte, dass wenig über ihn und die Skulls erklärt wird, erfuhr ich irgendwie nichts über ihn. Zum Ende hin hat mich das ziemlich verstimmt. Ich konnte weder nachvollziehen, wieso die Skulls sich gegründet haben, welches Ziel sie verfolgen, noch warum alle so eine Angst vor denen haben und gleichzeitig begeistert sind. Mehr als Partys geben und Mädels "ficken", und das nicht gerade sanft, tuen sie ja nicht. Abgesehen davon, dass sie Autos anzünden (Welchen Sinn hatte das bitte?), in die Uni einbrechen und bescheuerte Aufnahmeprüfungen machen. Letztere waren wirklich ohne Hintergedanken meiner Meinung nach. Ja, zwei der drei wollten Ryen gar keine Chance geben, sondern sie nur verängstigen, aber das hinter den Prüfungen kein Sinn steckte, merkte Ryen auch ganz schnell. Die kamen mir alle drei nicht ausreichend durchdacht vor. Arian blieb einfach blass. Auch die anderen beiden Jungs und Leo, die nicht wirklich zu den Skulls gehört, aber eine wichtige Rolle als neue Freundin von Ryen einnimmt. Und das war wirklich schade, da ich so überhaupt nicht die Beziehungen zwischen Ryen und denen nachvollziehen konnte. Vor allem nicht die Liebesgeschichte. Aber auch Meinungsänderungen von den Mitgliedern der Skulls kamen so für mich total überraschend und waren für mich nicht nachvollziehbar. Eben wollten sie Ryen noch fertig machen, stoßen Morddrohungen aus, und im nächsten Augenblick akzeptieren sie sie als "Spielzeug" vom Boss. Die Jungs sollten echt mal über ihr Frauenbild nachdenken! Allerdings habe ich auch nicht verstanden, was die drei verbindet. Es wurde immer mal wieder gesagt, dass sie Freunde sind. Dass sie sich schon ewig kennen. Dass sie gemeinsam viel scheiß erlebt haben. Aber ich fühlte davon nichts beim Lesen. Es blieb alles so oberflächlich. Es wurde nur angedeutet. Ich spürte einfach keine Verbindungen zwischen denen. Anders war es mit Miles, der beste Freund von Ryen. Der hat zumindest noch etwas Tiefe bekommen, auch wenn er sich in meinen Augen oftmals merkwürdig verhielt und ich erst am Ende verstand wieso. Das Ende hielt allerdings eine überraschende Wendung bereit, die ich so absolut nicht erwartet hatte. Es wurde mal wirklich spannend. Aber das konnte die Geschichte dann in meinen Augen auch nicht mehr retten. Es fehlte an Charaktertiefe, an Details - da war die UnfoldingReihe wirklich besser ausgearbeitet. Trotzdem bekommt das Buch von mir noch zwei Sterne, weil ich Ryen mochte, es mich hin und wieder überraschen konnte und der Schreibstil angenehm war.

Nightfall: Confined 1
Nightfall: Confined 1by Penny L. ChapmanAudible