
Starker Abschluss nach holprigem Beginn – ein Roman mit unausgeschöpftem Potenzial ⭐️⭐️⭐️
Wie die Stille vor dem Fall beginnt mit einem äußerst zähen Einstieg, der den Zugang zur Handlung unnötig erschwert. Der Roman benötigt viel Zeit, um erzählerisch an Fahrt aufzunehmen, wodurch das Hineinfinden in die Geschichte zunächst eher mühsam als fesselnd wirkt. Besonders auf den ersten rund hundert Seiten fiel es schwer, eine emotionale Bindung zu den Figuren oder zur Handlung aufzubauen. Ein wesentlicher Kritikpunkt liegt in der Charaktergestaltung. Die Figuren wirken über weite Strecken wenig ausgearbeitet und durchlaufen nur eine begrenzte Entwicklung. Dadurch bleiben viele emotionale Momente hinter ihrem eigentlichen Potenzial zurück und verlieren an Intensität. Persönlich konnte mich das Buch deshalb lange Zeit nicht auf emotionaler Ebene erreichen. Zusätzlich erschwert die sprunghafte Erzählweise den Lesefluss. Innerhalb der Kapitel erfolgen teils abrupte Wechsel, die das Nachvollziehen der Handlung komplizierter machen – insbesondere dann, wenn der Einstieg ohnehin bereits wenig zugänglich ist. Dadurch entsteht stellenweise das Gefühl einer gewissen Unruhe innerhalb der Erzählstruktur. Positiv hervorzuheben sind jedoch die Kapitel aus Landons Perspektive. Diese wirken deutlich flüssiger geschrieben und vermitteln einen besseren Zugang zur Figur und ihren Gedanken. Seine Sichtweise brachte mehr Dynamik in die Geschichte und machte das Lesen spürbar angenehmer. Auch die Kapitellänge empfand ich persönlich als etwas zu ausgedehnt. Zwar ist dies letztlich eine Frage individueller Vorlieben, dennoch hätten kürzere Kapitel dem Lesefluss möglicherweise gutgetan. Darüber hinaus fielen einige Grammatik- und Orthografiefehler auf, die den Gesamteindruck stellenweise etwas beeinträchtigen. Dennoch gelingt es dem Roman im letzten Viertel, eine emotionale Intensität und eine gewisse Spannung aufzubauen, die zuvor über lange Zeit fehlten. Gerade dieser Abschnitt konnte mich letztlich doch noch überzeugen und hinterließ einen deutlich stärkeren Eindruck als der Beginn des Buches erwarten ließ. Aus diesem Grund würde ich meine ursprüngliche Bewertung von zwei auf letztlich drei Sterne anheben.



























































