Ein Mord. Zwei Versionen. Keine Gewissheit.
Okay, ich muss es einfach sagen: Das war jetzt mein drittes Buch von Steve Cavanagh – und irgendwie ist das mit uns eine kleine toxische Beziehung. Die ersten beiden Bücher waren nämlich ehrlich gesagt nicht meine absoluten Favorites… und trotzdem greife ich immer wieder zu seinen Stories. Warum? Ganz einfach: Die Klappentexte kriegen mich jedes Mal. Die Bücher haben ein bisschen Lincoln Lawyer-Vibes – Justiz, Spannung, moralische Grauzonen – ich bin sofort hooked. Und dann kam Fifty Fifty. Die Grundidee? Mega stark. Zwei Schwestern stehen vor Gericht. Beide beschuldigen sich gegenseitig des Mordes am eigenen Vater. Eine lügt. Eine sagt die Wahrheit. Fifty-Fifty-Chance. Punkt. Und genau das macht das Buch so spannend. Ich hatte von Anfang an einen Verdacht – wirklich, ich war mir SO sicher. Aber dann… kommen Zweifel. Und dann noch mehr Zweifel. Und plötzlich denkst du: „Okay, vielleicht doch die andere?“ Und genau dieses Hin und Her zieht sich durch das ganze Buch. Man ist die ganze Zeit am Grübeln, am Hinterfragen, am neu Sortieren. Was ich besonders mochte: die verschiedenen Perspektiven. Ich liebe sowas einfach, weil man dadurch viel tiefer in die Story reingezogen wird. Und ja – es gibt auch Kapitel aus Sicht der Mörderin. Klingt so, als würde man dadurch sofort wissen, wer es war, oder? Falsch gedacht. Selbst da bleibt es undurchsichtig. Hinweise gibt’s für beide Seiten, und man sitzt einfach die ganze Zeit da wie: „HALLO?! Wer von euch beiden war’s denn jetzt?!“ Ich hab das Buch wirklich inhaliert. Es liest sich super flüssig, ist extrem zugänglich und macht einfach Spaß. Ein richtiger Page-Turner. Klar, es gab ein paar Momente, die sich ein bisschen… naja, sagen wir mal „praktisch konstruiert“ angefühlt haben. Aber ganz ehrlich? Hat mich nicht groß gestört. Im Gegenteil: Das ist bisher tatsächlich mein Lieblingsbuch von ihm. Es ist vielleicht kein klassisches Miträtsel-Buch, wo man am Ende stolz sagt „Ich hab’s gewusst!“ – weil es eben wirklich dieses Fifty-Fifty-Ding ist. Aber genau das macht den Reiz aus. Dieses konstante Zweifeln, dieses Wechselspiel im Kopf… einfach unterhaltsam. Und ganz ehrlich: Ich könnte mir das SO gut als Serie vorstellen. Das schreit förmlich danach. Fazit: Kein perfektes Buch, aber ein verdammt unterhaltsames. Spannend, clever aufgebaut und einfach richtig kurzweilig. Wenn man Lust auf einen Justiz-Thriller hat, der einen durchgehend am Haken hält – klare Empfehlung.











