Schockierende Ereignisse aus der Vergangenheit mit einem bewegenden Widerhall in der Gegenwart
Mein bereits zweites Buch von Ellen Sandberg nach "Die Vergessenen". Ich wurde wieder nicht enttäuscht. Das Buch hat mich sprachlos zurückgelassen: "Das Erbe" war ganz schön harte Kost. Eine schockierende Handlung über die Folgen des Nationalsozialismus, tief verwurzelt in einer unglaublich verzwickten Geschichte mehrerer Beteiligten aus der Vergangenheit. Sandberg hat die historische Hintergründe sorgfältig verarbeitet und hat deren Auswirkungen greifbar gemacht. Sie hat uns eine Zeit nähergebracht, die zunehmend in Vergessenheit gerät und deren Grausamkeit erst dann wirklich spürbar wird, wenn man sich intensiv damit auseinandersetzt. In "Das Erbe" bekommen wir verschiedene Perspektiven aus der Gegenwart und Vergangenheit präsentiert, die uns die Gegebenheiten näher bringen. Besonders die Briefe von Mirjam und Klara fand ich sehr erfrischend zwischendurch und spiegelten grauenhafte Geschehnisse einer Zeit wider, die für uns unvorstellbar ist. Außerdem werden einem unterschiedliche Ansichten unterbreitet. Ich persönlich konnte mich sehr gut in die Hauptprotagonistin Mona Lang hineinversetzen: Jemand, der einen hohen moralischen Kompass hat und einen gesunden Sinn für Gerichtkeit anstrebt. Ich habe kontinuierlich mit ihr mitgefühlt und ihr Handeln und ihre Gefühle als sehr nachvollziehbar empfunden - auch ihren Zwiespalt. Im Gegensatz zu anderen Charakteren, wie vor allem ihre Familie, die gefühlt alle aus purem Egoismus und Gier gehandelt haben. Manche Situationen haben mich richtig aufgewühlt und ich wollte am liebsten in das Buch springen und diversen Personen die Meinung geigen. Fazit: Man konnte bis zum Ende mitfiebern und mitfühlen. Die Spannung ist gegeben und die Geschichte ist clever konstruiert, authentisch und in sich schlüssig. Wir werden hier mit einem moralischen Dilemma konfrontiert und begleiten unterschiedliche Figuren in verschiedenen Zeitebenen in einem komplexen Setting, was zum Nachdenken anregt. Ganz wichtig: Wir dürfen die Vergangenheit nicht einfach vergessen und alles so hinnehmen. Wir sollten aus unserer Vergangenheit - unseren Fehlern - lernen. Leider wiederholt sich die Geschichte immer wieder. Das hat mir das Buch wieder vor Augen geführt. Wenn mehr Menschen den moralischen Kompass von Mona Lang mitbringen würden, sähe manches vielleicht anders aus.









































