21. Nov.
Rating:3

Geheimnisvolle und zeitweise auch spannende Lektüre!

Eine Vampirgeschichte mal anders... »Nein, es wird doch wohl kein Akt sein, Sprüche runter zu leiern, das Blut zu tauschen und sich Treue zu schwören. […]« Story Die Welt der Vampire und der Menschen, so wie wir sie kennen, soll an Beltane ihr Ende finden. Werden es die Knights of Sun (kurz: KoS) schaffen, das Schicksal aufzuhalten? Jayden und Velvet sind keine normalen Geschwister, nein, sie sind Vampire. Die beiden schlagen sich so durch die Jahrhunderte hindurch, immer gefolgt von Torgan, Briston, Chance und Mira, und leben im Verborgenen. Unter dem Radar des jeweiligen Souveräns (sowas wie ein Gouverneur). Durch einen Zufall treffen sie am Abend des Super Bowls auf die verirrte Souveränsgattin Bree und retten sie vor einem Mordanschlag. Wider besseren Wissens nehmen sie Bree unter ihre Fittiche und Spiel gegen die Zeit beginnt. Eine Vorhersage bricht sich Bahn und das Böse aus längst vergessener Zeit soll auf diese Welt zurück kehren. Der Einstieg in das Buch fiel mir ziemlich schwer. Der Prolog spielte im 18. Jahrhundert und der Schreibstil war dieser Zeit nachempfunden. Das war für mich, da ich das nicht gewohnt bin, wirklich anstrengend zu lesen. Teilweise musste ich Sätze drei oder vier Mal lesen, bis sie endlich Sinn ergeben haben. Die Länge des Prologs hat es dann nicht unbedingt besser gemacht. Ab dem 1. Kapitel ging es dann aber bergauf. Während dem Handlungsverlauf steigert sich die Spannung immer weiter, bis das Buch schließlich mit einem lauten Knall – im wahrsten Sinne des Wortes – und einem üblen Cliffhanger endet. Leider wurde der Blickwinkel in Band 1 mehr auf die zwischenmenschliche Beziehungen gelegt, obwohl auch hier mit der Tiefe ein wenig gespart worden ist. Die Erklärungen zu den KoS und was es mit ihnen auf sich hat, werden dahingegen nur kurz angerissen. Obwohl der Markt in der Vergangenheit mit Vampirromanen en Masse überflutet wurde, tut es diesem Buch keinen Abbruch. Es ist nicht das 0815-Vampirbuch. Frau Bugla hat es geschafft die Vampire von einer anderen Seite zu zeigen und das hat mir sehr gut gefallen. Charaktere An und für sich sind die einzelnen Figuren liebevoll ausgearbeitet, auch wenn manche Reaktionen nach dem Schema F ablaufen. Gerade bei Jayden und Velvet fällt es auf, dass sie scheinbar kein normales Wort miteinander wechseln können, ohne sich gleich an die Gurgel zu gehen. Wenn ich so darüber nachdenke, dann haben mir Loki und Bree von allen Charakteren am besten gefallen, denn sie waren für mich am authentischsten. Ihre Gefühle waren stellenweise so gut geschrieben, dass ich mich super in die beiden hineinversetzen konnte. Jayden und Velvet sind mir mit ihrem, stellenweise aggressiven, Verhalten teilweise auf die Nerven gegangen. Torgan, der große Vikinger, war auch noch ganz in Ordnung. Zu den restlichen Figuren konnte ich leider nur eine schlechte, bis gar keine Bindung aufbauen. Schreibstil Obwohl ich mich am Anfang wahrlich durch den ziemlich langen und zähen Prolog quälen musste, ging mir das restliche Buch erstaunlich gut von der Hand. Andrea Bugla hat einen wirklich guten und leichten Schreibstil, den das Buch zu einer angenehmen Abendlektüre macht. Fazit Ich bin wirklich froh, dass ich mich durch den Prolog durchgekämpft hatte, denn das Buch hat sich gelohnt. Allerdings muss ich gestehen, dass ich gar nicht auf dem Schirm hatte, dass diese Geschichte in mehreren Teilen erzählt wird. Entsprechend verwirrt war ich dann, als das Buch zu Ende war. Die Figuren und auch die Beziehungen untereinander waren gut beschrieben, auch wenn es nicht wirklich tiefgründig wurde, ich hoffe sehr, dass sich das im zweiten Band noch mehr vertieft und vielleicht auch komplexer wird. Schade fand ich auch, dass die Ausführungen über die KoS so „kurz“ waren. Es wurde zwar erklärt was die KoS sind und wo sie ihren Ursprung haben, aber mir war das schlicht und ergreifend nicht detailreich genug. Es hat gewirkt, als hätte man nur die nötigsten Informationen rein geworfen, damit der Handlungsstrang fortlaufen kann und der Leser zumindest schon etwas davon gehört hat. Die Handlung der Geschichte hat durchaus Potenzial, dennoch denke ich, dass noch Luft nach oben besteht. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

Knights of Sun - Dark Temptation
Knights of Sun - Dark Temptationby Andrea Bugla