Ein solides Dark-Romance-Buch mit viel Sinnlichkeit, starken Momenten – aber auch mit Figuren, die nicht durchgehend hängen bleiben.
Dieses Buch lag seit 2017 ungelesen auf meinem Kindle. Odesza war mir ein Begriff, ich hatte damals bereits zwei Bücher von ihr gelesen und sie als ganz gut in Erinnerung. Genau deshalb wollte ich ihr noch einmal eine Chance geben. Die Geschichte beginnt stark: Odette rettet einem Mann das Leben – und wird kurz darauf entführt. Ab diesem Moment ist nichts mehr, wie es war. Sie befindet sich an einem Ort, den sie eigentlich verlassen will, der sie aber gleichzeitig auf irritierende Weise anzieht. Dieser innere Konflikt ist gut spürbar: der Wunsch nach Freiheit gegen ein Umfeld, das gefährlich, verboten und dennoch verführerisch ist. Odette ist dabei keine naive Figur. Sie ist eine starke Frau, die keine Gefangene sein will und sich klar von kriminellen Machenschaften distanziert. Das macht sie grundsätzlich sympathisch und verleiht der Geschichte ein solides Fundament. Der Roman ist allerdings vor allem eines: extrem sinnlich. Sehr spicy, sehr explizit. Beim Lesen wird einem definitiv warm – rote Ohren inklusive 😄. Wer Dark Romance liest, weiß, worauf er sich einlässt: Grenzüberschreitungen, moralisch Fragwürdiges, Situationen, die nicht „sauber“ sind, aber innerhalb des Genres funktionieren. Was für mich nicht ganz aufgegangen ist, ist die Figur Gabor. Ich konnte ihn mir erstaunlich schwer vorstellen, er blieb für mich nicht richtig greifbar. Seine Gedankengänge mochte ich zwar, aber als Gesamtfigur hat er mich emotional nicht vollständig erreicht. Unterm Strich ist die Geschichte gut erzählt, keine Frage. Trotzdem hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, dass man im Kern vor allem darauf wartet, ob und wann sich die beiden nun wirklich ineinander verlieben. Ob ich die Reihe weiterlese, weiß ich daher noch nicht. Wahrscheinlich greife ich erst einmal zu anderen Büchern, die hier noch ungelesen warten.






