Solide Fantasy, die im Vergleich zum Vorgänger allerdings schwächelt
Sapkowski ist studierter Wirtschaftler. Das merkt man seinen Texten an und das meine ich nur im Positiven. Er legt hohen Wert auf einen rohen und bösartigen Realismus in einem Fantasy Universum, was erst einmal widersprüchlich klingt, letzten Endes aber einen hervorragenden Kontrast bietet. Es ist geerdet und gleichzeitig magisch, der Schreibstil ist sehr direkt, sehr auf den Punkt und der Humor ist nicht nur bösartig, die Stimmung im Allgemeinen ist sehr düster und oftmals unbehaglich, meistens trägt es aber zur Qualität bei. Und trotzdem gefiel mir Zeit des Sturms bei Weitem nicht so gut, wie sein Vorgänger. Statt den einzelnen kleinen märchenhaften Geschichten, die von einer fortlaufenden Geschichte durchzogen sind, wie in Der letzte Wunsch ist die Erzählung hier von Anfang an zusammenhängend, zumindest wurde das versucht. Auch wenn die Geschichte versucht einen Fluss zu bilden, fühlt es sich oft an, wie die Level eines Computerspiels. Ein Vorteil davon ist die Abwechslung, ein Nachteil davon ist, dass sich nichts zum Rest passend anfühlt und die Konsequenzen des vorrangehenden Teils im darauffolgenden Teils nie spürbar sind. Gefühlt könnte man mit minimalen Änderungen, die Kapitel in beliebiger Reihenfolge lesen und es hätte die selbe Wirkung. Abseits davon hat der Humor dieses Mal nicht so bei mir gezündet und die Geschichte bot mir zu wenig Mystery, während ein größerer Fokus auf Action lag. Die war hervorragend geschrieben, allerdings nicht das, worauf ich es abgesehen hatte. Meine Kritik ist definitiv Nörgeln auf hohem Niveau, das Buch ist trotzdem wert gelesen zu werden, aber im Vergleich zum bahnbrechenden Vorgänger hat mich Zeit des Sturms letzten Endes leider enttäuscht.






















































