
Über dieses Buch bin ich eher zufällig gestolpert. Dass es keine leichte Kost werden würde, war klar – aber so schwer, so erschütternd, das hätte ich nicht erwartet. Erzählt wird die Geschichte zweier Brüder, die in Kriegszeiten nicht unterschiedlicher sein könnten. Beide lieben dieselbe Frau – doch sie ist Jüdin. Schon früh ahnt man, dass dieses Schicksal kein gutes Ende nehmen kann. Iris Krumbiegel schildert eindringlich, wie eine Familie im Sog des Krieges auseinandergerissen wird, wie sie versucht, festzuhalten, zu verstehen, zu überleben. Der Leser spürt das Leid, die Angst, aber auch die Hoffnung, die inmitten der Dunkelheit aufblitzt. Die Szenen aus den Konzentrationslagern sind schwer zu ertragen, aber sie sind notwendig, um zu begreifen, was diese Zeit wirklich bedeutete. Man weiß, wie es enden wird – und hofft dennoch bis zuletzt. Ein tief bewegendes Buch über Menschlichkeit, Liebe und den Verlust derselben in Zeiten des Grauens.
