29. Aug.
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Liebling, ich habe die Wissenschaftler geschrumpft!!!

Der Roman "Micro" wurde von Michael Crichton begonnen, doch leider konnte der 2008 verstorbene Autor, das Buch nicht abschließen. Richard Preston hat die Geschichte vollendet und das Buch erschien 2011 unter den Namen von beiden Autoren. In der Geschichte geht es um mehrere Wissenschaftler, die auf eine Forschungsbasis auf Hawai eingeladen werden - Nanigen Micro Technologies. Einer dieser Wissenschaftler ist Peter, der vor Ort erfährt, dass sein Bruder, der zu den Führungskräften von Nanigen Micro Technologies gehört, ermordet wurde. Da er Nachforschungen über den Tod seines Bruders betreibt und dabei einem grausigem Firmengeheimnis auf die Spur kommt, werden er und die anderen unfreiwillig geschrumpft. Von da an müssen sie sich durch die Wildnis von Honolulu schlagen. Doch werden sie einen Weg aus der Micro-Welt finden? Das Buch nimmt sich einem wissenschaftlichen Thema an, dass einem in Film- und Buchform schon des öfteren begegnet - die Verkleinerung eines Menschen. Michael Crichton hat sich vielleicht von Werken wie, Jonathan Swift – „Gullivers Reisen“ (1726), Richard Matheson – „The Shrinking Man“ / „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.“ (1956), Lewis Carroll – „Alice im Wunderland“ (1865) oder Terry Pratchett – „Truckers“ (1989, Nomen-Trilogie), inspirieren lassen. Ich hatte sofort verschiedene Filme im Kopf wie, "Die Reise ins Ich" (1987), "Die phantastische Reise" (1966) und natürlich "Ant-Man" (2015). Dieses Buch jedoch, kommt mir vor, wie die Erwachsenen-Version von " Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" von 1989. Jedoch ohne den Humor, aber wissenschaftlichem Ernst. Die Autoren legen viel Wert auf die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema "Micro-Welt". Wie funktioniert der menschliche Körper unter den Bedingungen des Geschrumpft-Seins, angefangen beim Metabolismus bis hin zur Körperkraft. Und mit welchen Gefahren wird der Mensch konfrontiert, wenn er sich so durch die Landschaft kämpfen muss. Man wird also nicht nur mit akademischen Informationen über den menschlichen Körper versorgt, sondern auch welchen über Flora und Fauna. Ich mag es, wenn ein Roman Spannung mit Wissenschaft vermischt. Doch die Mischung muss gut sein, so dass man nicht ständig denkt, man ließt eine wissenschaftliche Abhandlung. Dies ist den beiden Autoren nicht ganz gelungen. Mir waren es manchmal zu spezifische Informationen, die eine spannende Szene etwas zäh gemacht haben. Es gab einige Längen, so dass für mich mancher Spannungsbogen wieder verpuffte. SPOILER ALERT Mich hat ebenfalls gestört, dass es klassische Charaktere gab, wie den ultimativen Bösewicht, den typischen Helden und den bekannten Opportunisten, der mir wiedermal total auf den Keks ging. Das soll er natürlich mit seinem Verhalten auch bewirken, aber sein Handeln war so klar voraus zu sehen, dass mich das gelangweilt hat. Da fehlte mir eine frische Idee. Was von den Autoren gewagt war, war der Tod vom Hauptcharakter Peter, dem man durch fast zwei Drittel des Buches gefolgt ist. Schwupps, war er tot und das hat mich völlig irritiert. Vor allem, weil ich die anderen Charaktere jetzt nicht so stark fand. Ja, die mussten sich jetzt ohne Anführer neu formieren und über sich hinaus wachsen, aber ich stelle fest, so einen Kniff mag ich nicht. Ich habe bis zum Schluss gehofft, dass Peter doch überlebt hat. Hat er nicht, aber dafür sein Bruder!?! Alles in allem ist das Buch ein solider Science-Fiktion-Abenteuer-Roman. Nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Fans der Autoren werden es vielleicht mehr mögen.

Micro von Crichton. Michael (2012) Gebundene Ausgabe
Micro von Crichton. Michael (2012) Gebundene Ausgabeby Michael CrichtonRM Buch und Medien Vertreib GmbH,