ACHTUNG: Es handelt sich um eine Rezension des dritten Teils der Buchreihe um Cassia & Ky, sie könnte daher Spoiler enthalten! Die Ankunft bildet den Abschluss der Trilogie von Ally Condie, die sich um Cassia, Ky, Xander und ein dystopisches System dreht. Während mir der erste Teil noch ziemlich gut gefallen hat, empfand ich das zweite Buch als äußerst langweilig und inhaltslos. Der Vollständigkeit halber habe ich den dritten Teil dann doch noch gelesen. Der Einstieg fiel mir leicht und konnte dem Geschehen gut folgen. Wir befinden uns zum einen mit Cassia und Xander innerhalb der Gesellschaft, wo sie beide ihren Tätigkeiten als Sortiererin beziehungsweise als Funktionär nachgehen. Ky hingegen wird zu einem Piloten ausgebildet und lebt mit Indie zusammen bei der Erhebung. Die Kapitel werden jetzt nicht nur abwechselnd aus den Sichten von Cassia und Ky geschrieben, diesmal kommt auch noch Xander hinzu. Dieses Konzept hat mir richtig gut gefallen, da mir die intensive und überzogene Liebesbeziehung zwischen Cassia und Ky im zweiten Teil tierisch auf die Nerven gegangen ist. Im dritten Teil hat die Autorin allerdings nicht nur die schnulzigen Liebeserklärungen heruntergefahren, sondern auch noch Xander als Erzähler mit eingebracht, was ich sehr erfrischend fand. Innerhalb der ersten 100 Seiten passiert schon eine ganze Menge und man findet sich ruckzuck inmitten einer Rebellion wieder. Auf der einen Seite fand ich es super, dass Die Ankunft sich nicht wieder genauso lange hingezogen hat wie sein Vorgänger. Es ist wirklich viel in kurzer Zeit passiert und die Spannung wurde durch das ganze Buch hinweg aufrecht erhalten. Auf der anderen Seite mangelte es mir mal wieder an Erklärungen. Seit Band 1 wird von der Gesellschaft und einem Feind geredet, wobei in Band 2 auch noch die Erhebung hinzukommt. Über die Erhebung erfährt man jetzt etwas mehr, allerdings habe ich bis zum Schluss über keine der drei Gruppen ausreichend Informationen erhalten. Über den Feind erfährt man sowieso rein gar nichts, außer, dass er eben der Feind ist. Die Gesellschaft und die Erhebung werden lückenhaft beschrieben. Es ist unbekannt, welche Werte welche Gruppe nun genau vertritt, sicher ist nur, dass man unzufrieden mit dem aktuellen System ist. Mir kam es allerdings so vor, als hätte niemand konkrete Lösungsvorschläge. Am Ende kommt das ganze Volk zu keiner Einigung über die Zukunft des ganzen Systems oder man erfährt einfach nichts darüber. Im Großen und Ganzen war das nicht zufriedenstellend und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin auch gar nicht mehr groß über die Logik in ihrer Geschichte nachgedacht hat und die Trilogie einfach nur zu Ende führen wollte. Charakterlich hat mir das Buch etwas besser als Die Flucht gefallen. Cassia und Ky sind zwar immer noch voller Sensucht und Liebe, aber sie gehen mir damit wenigstens nicht mehr so auf den Geist. Xander ist wie schon erwähnt eine erfrischende Neuerung, da man viel über sein Innenleben und sein Helfersyndrom erfährt. Er erschien mir richtig liebenswert und ich habe mich über seine Kapitel immer sehr gefreut. Außerdem lernen wir endlich den Steuermann kennen und noch so einige andere Charakter, die allesamt sehr angenehm sind. Zuletzt will ich noch kurz etwas zum Schreibstil und dem Aufbau des Buches sagen. Die Sätze waren allesamt flüssig zu lesen, aber das ein oder andere Mal hatte ich doch wieder das Gefühl, dass mir das Buch einfach nichts sagt. Besonders Cassia redet oft einfach nur schnulzigen Unsinn vor sich hin und die richtigen Probleme rund um die Politik und die Zukunft der Menschen wird gar nicht erst erwähnt, was ich sehr schade fand. Außerdem werden wieder sehr viele Gedichte eingebaut, die ich immer überflogen hab, weil sie mir nichtsnutzig und langweilig erschienen. Fazit Insgesamt hat mich die Reihe rund um Cassia und Ky nicht überzeugt. Während ich im ersten Teil die Gesellschaft noch sehr gut durchdacht fand, hat sich der Fokus der Autorin dann sehr schnell ins Negative geändert. Der Leser erfährt immer weniger über die ganzen Gruppen und deren politische Einstellungen, sondern immer mehr über die Gefühle der Charakter. Wenn man keine sehnsüchtigen Gedanken an den Liebsten ertragen musste, dann schnulziges Gerede über die Familie oder das eigene Leben. Was auch ein unbefriedigter Gesichtspunkt bleibt, ist die Auflösung. Es gibt nämlich keine! Wir wissen nicht, wer an die Macht kommt. Wir wissen nicht, welche Gruppe jetzt genau für welche Werte einsteht, denn jeder denkt irgendwie nur an sich und benutzt die anderen. Wir wissen auch nicht, was die Zukunft der kompletten Bevölkerung bringt und das fand ich schade. Insgesamt gibt es für Die Ankunft die Hälfte der Sterne, weil viel passiert ist und ich Xander ins Herz geschlossen habe, aber ansonsten kann ich das Lesen der gesamten Reihe eher weniger empfehlen. (März 2013)
21. Okt.Oct 21, 2023
Die Ankunft: Cassia & Ky 3by Ally CondieAudible
