29. Dez.
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Rating:3.5

Das Labyrinth der träumenden Bücher konnte mich nicht ganz so verzaubern wie Die Stadt der träumenden Bücher – und doch ist es unverkennbar ein typischer Moers: überbordend, verspielt und voller sprachlicher Wunder. Der Einfallsreichtum dieses Autors ist schlicht wahnsinnig groß, und allein dafür lohnt sich die Rückkehr nach Buchhain. Mythenmetz kehrt nach mehr als hundert Jahren in die Stadt der Bücher zurück, doch vieles ist anders als erwartet. Statt einer klassischen Fortsetzung erwartet einen ein Roman, der sich stark um Theater dreht – genauer gesagt um Puppentheater und den skurrilen „Puppetismus“. Dazu kommen Libronauten, dunkle Gänge und natürlich diese unnachahmlichen Wortkreationen, die Moers so einzigartig machen. Gerade diese sprachliche Fantasie ist es, die mich immer wieder begeistert und die Buchhain-Welt so lebendig wirken lässt. Auch wenn mir die Tiefe, der Zauber und die narrative Wucht von Die Stadt der träumenden Bücher hier ein wenig gefehlt haben, hatte ich dennoch große Freude an der erneuten Reise in dieses literarische Universum. Moers’ Liebe zu Büchern, Geschichten und Sprache ist in jeder Zeile spürbar – und genau deshalb lese ich seine Buchhain-Romane so gern. Da Das Schloss der träumenden Bücher leider immer noch auf sich warten lässt, bleibt mir nun wohl nichts anderes übrig, als mit "Die Insel der tausend Leuchttürme" weiterzumachen. Ein schlechter Trost ist das allerdings nicht – schließlich ist jede Rückkehr nach Zamonien besser als keine.

Das Labyrinth der Träumenden Bücher: Roman (Zamonia 6)
Das Labyrinth der Träumenden Bücher: Roman (Zamonia 6)by Walter MoersAlbrecht Knaus Verlag