Einfühlsam und berührend, zurecht ein Klassiker im Coming-of-Age-Genre.
"Charlie, we accept the love we think we deserve." "The Perks of Being a Wallflower" von Stephen Chbosky handelt von dem zurückhaltenden, intelligenten und sensiblen Teenager Charlie, der in seinem Leben bereits einige schwierige Situationen erlebt hat. Nun möchte er aus einer daraus resultierten Zurückgezogenheit ausbrechen, Freunde finden und sein Leben aktiv leben. Auf diesem Weg begleiten wir ihn als Leser:innen. Das Geschichte wird aus der Ich-Perspektive in Form von Briefen erzählt. Charlie schildert seine Erlebnisse einem unbenannten Freund, wodurch wir einen direkten Zugriff auf Charlies Gefühls- und Gedankenwelt bekommen ohne unmittelbar am Geschehen teilzunehmen. Wir bekommen das Erlebte durch Charlie nacherzählt. Diese Perspektive fand ich außergewöhnlich, denn dadurch ist der Fokus klar auf den Dingen, die Charlie bewegen und die er selbst für relevant hält. Gleichzeitig sorgte dies bei mir stellenweise für Frustration, da ich mich mit manchen Handlungssträngen gerne ausführlicher auseinandergesetzt hätte. Das Buch behandelt nämlich gleich mehrere Themen, mit denen Charlie auf seinem Weg ins Erwachsenwerden einen eigenen Umgang finden muss. Und diese Themen sind nicht immer einfach. Neben der ersten Liebe, Freundschaft, Familie und der Suche nach der eigenen Identität, geht es um Suizid, Alkohol, Drogen, Stigmatisierung von Homosexualität, Vergewaltigung sowie um andere Formen von Gewalt. All diese Themen versucht Charlie zu verstehen und für sich einzuordnen. Gleichzeitig werden diese Themen erzählt, ohne zu bewerten, belehrend zu sein oder gar zu stigmatisieren, was ich für eine wesentliche Stärke des Romans halte. Diese Offenheit liegt vor allem an der Charakterisierung von Charlie. Obwohl er manche Situationen auf eine fast schon nüchterne Weise betrachtet, begegnet er seinen Mitmenschen stets mit großer Empathie und aufrichtigem Interesse. Seine Art, die Welt wahrzunehmen und zu beschreiben, hebt sich für mich von vielen anderen Ich-Erzählern ab und macht einen großen Reiz des Romans aus. (Womöglich könnte man diskutieren, ob Charlie neurodivers ist? Aber das wäre nur meine Lesart und wird nicht im Roman thematisiert.) Nichtsdestotrotz fiel es mir manchmal schwer, Charlies Handeln nachzuvollziehen, unter anderem, weil manche Themen doch sehr verkürzt behandelt werden. Insgesamt ist "The Perks of Being a Wallflower" eine wunderbare, einfühlsame und berührende Erzählung, die trotz ihres Alters auch heute noch funktioniert. Ich kann das Buch Personen jeden Alters empfehlen und halte es zurecht für einen Klassiker des Coming-of-Age-Genres, dessen Einfluss bis heute spürbar ist.




















































