14. März
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Rating:3

SUBTILER KLASSIKER! Die Drehung der Schraube von Henry James ist ein literarischer Klassiker des subtilen Horrors, der mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet. Eine junge Gouvernante übernimmt die Betreuung zweier Kinder auf einem abgelegenen Landgut. Schon bald bemerkt sie seltsame Ereignisse und glaubt, dass unheimliche Erscheinungen das Anwesen heimsuchen. Während sie versucht herauszufinden, was wirklich hinter den mysteriösen Vorfällen steckt, verschwimmt immer mehr die Grenze zwischen Realität und Einbildung. Erzählt wird die Geschichte nicht direkt aus der Perspektive der Hauptfigur, sondern eher aus einer gewissen Distanz heraus. Dadurch wirkt das Geschehen stellenweise wie eine weitergegebne Gruselgeschichte. Ganz langsam und beinah unmerklich entwickelt sich eine unheimliche Atmosphäre, die sich durch die gesamte Handlung zieht. Große Schockmomente oder explizite Gewalt bleiben aus, stattdessen lebt die Geschichte von einer subtilen, dauerhaften spürbaren Spannung. Immer wieder entstehen beim Lesen beklemmende Momente. Auffällig ist vor allem der Schreibstil, der stark vom Entstehungszeitraum geprägt ist. Die Sprache ist stellenweise recht ausführlich und die Sätze können länger und komplexer sein, weshalb es dauern kann, bis man richtig in die Handlung hineinfindet. Mit der Zeit entfaltet sich jedoch eine besondere Atmosphäre, die der Geschichte ihren ganz eigenen Charakter verleiht. Auch das Ende dürfte nicht jedem gefallen. Es lässt Raum für verschiedene Interpretationen und bleibt bewusst offen. Ein interessanter Klassiker mit einer besonderen Atmosphäre, der jedoch etwas Geduld beim Lesen erfordert.

The Turn of the Screw and Other Stories
The Turn of the Screw and Other Storiesby Henry JamesDigireads.com
25. Okt.
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Rating:4.5

Heute möchte ich euch die Novelle „Die Drehung der Schraube“ (The Turn of the Screw) von Henry James, erschienen im Jahr 1898, vorstellen. Die deutsche Übersetzung stammt von Ingrid Rein. Die Geschichte wird in Form einer Geistererzählung wiedergegeben, die ein gewisser Douglas am Kamin eines englischen Landsitzes vorliest. Im Mittelpunkt steht eine junge Gouvernante, die sich um die beiden Kinder Miles und Flora auf dem Anwesen Bly kümmert. Von ihrem Auftraggeber, dem Onkel und Vormund der Kinder, fühlt sie sich gleichermaßen fasziniert wie verpflichtet und stürzt sich mit großer Hingabe in ihre Aufgabe. Doch schon bald mehren sich die beunruhigenden Ereignisse: Die Gouvernante sieht wiederholt unheimliche Gestalten, die offenbar mit früheren Bewohnern des Hauses – ihrer Vorgängerin und einem verstorbenen Diener – in Verbindung stehen. Sie ist überzeugt, dass diese Geister Einfluss auf die Kinder nehmen, auch wenn diese nichts davon preisgeben. Getrieben von dem Wunsch, sie zu beschützen, steigert sich die Gouvernante zunehmend in ihre Beobachtungen hinein – bis die Situation schließlich tragisch eskaliert: Miles stirbt, und Flora erkrankt schwer. Henry James’ „Die Drehung der Schraube“ gilt zu Recht als Klassiker der Schauerliteratur. Der Autor überzeugt durch einen eleganten, dichten und zugleich beklemmenden Schreibstil, der mit Andeutungen, Mehrdeutigkeiten und einer unzuverlässigen Erzählinstanz spielt. So bleibt bis zum Schluss offen, ob die Geister real sind oder nur das Produkt einer überreizten Fantasie – ein kunstvoller Balanceakt, der den Reiz des Werks ausmacht. Während des Lesens hatte ich ständig die Bilder aus der Verfilmung „Schloss des Schreckens“ vor Augen, die die düstere Atmosphäre des Buches nahezu perfekt eingefangen hat. Die Umsetzung ist wirklich großartig gelungen und verleiht der Geschichte eine visuelle Intensität, die das Leseerlebnis wunderbar ergänzt. Besonders beeindruckend ist, dass die Novelle trotz ihres Alters nichts von ihrer Spannung eingebüßt hat – sie fesselt bis zur letzten Seite. Ein kleiner Kritikpunkt wäre höchstens, dass der Grusel noch etwas stärker hätte ausfallen dürfen, da der Schrecken meist eher unterschwellig als direkt spürbar bleibt. Dennoch: Buch und Film sind gleichermaßen außergewöhnlich und auf ihre Weise zeitlos. Gemeinsam bilden sie ein eindrucksvolles Zusammenspiel aus subtiler Spannung, psychologischem Tiefgang und klassischer Eleganz. Bewertung: 4,5 von 5 ✨️

The Turn of the Screw and Other Stories
The Turn of the Screw and Other Storiesby Henry JamesDigireads.com
16. Apr.
Rating:4

Hm… ich fand das Buch…

… eigentlich gut, konnte mir die ‚Geistergeschichte’ allerdings nicht gruslig genug vorstellen als dass mir mulmig geworden wäre … und das (wichtige) Nachwort war nahezu aufschlussreicher als die Geschichte selbst. Ich fand das abrupte Ende unnötig, auch dass nicht zur Ursprungsszene zurückgegangen wurde, aber ich fand es insgesamt auch eine wirklich gute Geschichte, in der ich beim Lesen völlig drinn war, eine aktuellere Verfilmung als den Film von 1961 wurde ich mir gerne anschauen. Das Buch kein Muss aber ein sehr gutes Kann-wenn-man-will. 🌝🌸

The Turn of the Screw and Other Stories
The Turn of the Screw and Other Storiesby Henry JamesDigireads.com
16. März
Rating:3

Beschreibung Nachdem der zehnjährige Miles und seine Schwester, die achtjährige Flora ihre Eltern verloren haben, kommt eine junge Gouvernante nach Bly Manor, um die beiden Kinder auf dem entlegenen Landsitz zu unterrichten. Die junge Frau scheint mit den engelsgleichen und lieblichen Kindern das große Los gezogen zu haben, doch schon bald verwandelt sich das Paradies auf Erden in den reinsten Albtraum. Miles hat einen Schulverweis erhalten und auf dem Anwesen scheinen böse Geister ihr Unwesen zu treiben… Meine Meinung Henry James Novelle »Die Drehung der Schraube« erschien 1898 zum ersten Mal und ist ganz im Stile einer klassischen Gothic Novel gehalten. James lässt einen unbekannten Erzähler die Aufzeichnungen einer Gouvernante in einer gesellschaftlichen Runde am Kamin erzählen und baut dabei auf den authentischen Eindruck, den diese Erzählung aus zweiter Hand auf die Zuhörer haben mag. Die Gouvernante berichtet davon, wie es zu ihrer Anstellung als Erzieherin für die engelsgleichen Kinder Miles und Flora kam, deren Onkel aus unerfindlichen Gründen mit keinerlei Problemen behelligt werden möchte und die gesamte Verantwortung der jungen Gouvernante überträgt. Das Leben auf dem idyllischen Anwesen Bly gestaltet sich zunächst Recht angenehm, in der Haushälterin Mrs. Gros findet die Gouvernante schnell eine Vertraute und die Kinder sind ohne Fehl und Tadel erzogen und haben fabelhafte Manieren. Doch schnell wird das traumhafte Bild dieses ländlichen Paradieses durch mysteriöse Erscheinungen getrübt. Sind es womöglich die bösen Geister der letzten Gouvernante Miss Jessel und des ehemaligen Butlers Peter Quint, die eine skandalöse Liebe miteinander verband, und die nun wie im Leben auch im Tod auf Bly ihr Unwesen treiben? Und was hat Miles im Internat schlimmes angestellt, um von der Schule verwiesen zu werden? Fragen über Fragen, die sich im Laufe der Handlung zu einem ganzen Berg ungeklärter Fragezeichen anhäufen, denn Henry James Geschichte baut auf die subtile Spannung des Nicht-Gesagten. In meinem Empfinden geht er hierbei etwas zu weit, denn für mich ging einiges an schauderhafter Spannung dadurch flöten, dass einfach zu viele Dinge (bis zum Ende) fraglich blieben. Die junge Frau steigert sich zusehends in ihre Angst um ihre jungen Zöglinge und möchte sie um jeden Preis vor den bösen Dämonen schützen. Bei diesem Unterfangen greift ein leichter Gruselfaktor, vor allem auf der psychologischen Schiene, da man sich bei diesem Augenzeuginnenbericht zu keiner Zeit sicher sein kann, wie viel der Geschichte wahr und was der Einbildung der Erzählerin entsprungen ist. »Die Drehung der Schraube« von Henry James ist ein nicht ganz perfekter Gruselroman für kalte Herbst- und Winterabende, der mit seinen langen und verschachtelten Satzkonstruktionen den perfekten Klassiker-Charme versprüht. Fazit Eine Geistergeschichte ganz im Sinne eines Schauerromans, die zum Ende allerdings noch zu viele Fragen offen lässt. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 24.11.2020

The Turn of the Screw and Other Stories
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13. Jan.
Rating:3

Brilliant start, then fizzled out

This had such a promising beginning, the switch of the atmosphere was brilliantly done, but sadly I found the second half to be rather redundant and sometimes confusing. The best ghost stories for me are those where I, too, start to believe in ghosts and this one unfortunately did not manage to convince me.

The Turn of the Screw and Other Stories
The Turn of the Screw and Other Storiesby Henry JamesDigireads.com
8. Nov.
Rating:0.5

spart euch diese Lebenszeit...

Ich weiß gar nicht was ich zu diesem Buch sagen soll außer ... so eine Grütze ehrlich 🤦‍♀️ Bei manchen Büchern denk ich mir wirklich wieso diese überhaupt veröffentlicht werden. Hinten auf dem Buch steht der Satz "eine absolut wunderbare, giftige, kleine Horrorgeschichte" Oh man irgendwie scheint das wunderbare und giftige und der Horror an mir vorbeigegangen zu sein, denn von allen drei Dingen ist in diesem Buch nichts zu finden!!!

The Turn of the Screw and Other Stories
The Turn of the Screw and Other Storiesby Henry JamesDigireads.com
1. Okt.
Rating:4

„Spuk in Bly Manor“ (Netflix) Das Buch zur Staffel. Wir befinden uns ausschließlich im Kopf der Gouvernante, die ihr Beobachtungen ausführlich analysiert und mit ihrer Kollegin im Dialog diskutiert. Daher entsteht ein angenehmer Wechsel aus Theorie und Praxis. Sprachlich ist es sehr verzwickt, lange Sätze mit auseinandergerissen Aussagen. Ich konnte der Geschichte lediglich folgen, weil ich die TV Adaption (Neuinterpretation) gesehen habe. Das war mir vorher nicht ganz bewusst aber das hat mir sehr geholfen, die Aussage der Protagonistin zu deuten, der Geschichte zu folgen und die Auflösung zu verstehen. Ohne diese vorherigen Informationen wären viele Fragen offen geblieben. Nun habe ich meinen SUB vom ältesten Buch befreit.

The Turn of the Screw and Other Stories
The Turn of the Screw and Other Storiesby Henry JamesDigireads.com
21. Nov.
Rating:3

Herausfordernd

Hmm schwierig 2-3 Sterne Ein nicht ganz einfaches und eingängiges Englisch. Sehr verschnörkelt, dass man leicht den Faden verliert. Vielleicht war ich aber auch nicht aufmerksam genug und habe das Buch zu oft unterbrochen. Die Geschichte an sich ist nämlich nicht schlecht. Wahrscheinlich ein Buch, das man öfter lesen sollte/kann, vielleicht auch einmal auf Deutsch.

The Turn of the Screw and Other Stories
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1. Mai
Rating:3

Beschreibung Nachdem der zehnjährige Miles und seine Schwester, die achtjährige Flora ihre Eltern verloren haben, kommt eine junge Gouvernante nach Bly Manor, um die beiden Kinder auf dem entlegenen Landsitz zu unterrichten. Die junge Frau scheint mit den engelsgleichen und lieblichen Kindern das große Los gezogen zu haben, doch schon bald verwandelt sich das Paradies auf Erden in den reinsten Albtraum. Miles hat einen Schulverweis erhalten und auf dem Anwesen scheinen böse Geister ihr Unwesen zu treiben… Meine Meinung Henry James Novelle »Die Drehung der Schraube« erschien 1898 zum ersten Mal und ist ganz im Stile einer klassischen Gothic Novel gehalten. James lässt einen unbekannten Erzähler die Aufzeichnungen einer Gouvernante in einer gesellschaftlichen Runde am Kamin erzählen und baut dabei auf den authentischen Eindruck, den diese Erzählung aus zweiter Hand auf die Zuhörer haben mag. Die Gouvernante berichtet davon, wie es zu ihrer Anstellung als Erzieherin für die engelsgleichen Kinder Miles und Flora kam, deren Onkel aus unerfindlichen Gründen mit keinerlei Problemen behelligt werden möchte und die gesamte Verantwortung der jungen Gouvernante überträgt. Das Leben auf dem idyllischen Anwesen Bly gestaltet sich zunächst Recht angenehm, in der Haushälterin Mrs. Gros findet die Gouvernante schnell eine Vertraute und die Kinder sind ohne Fehl und Tadel erzogen und haben fabelhafte Manieren. Doch schnell wird das traumhafte Bild dieses ländlichen Paradieses durch mysteriöse Erscheinungen getrübt. Sind es womöglich die bösen Geister der letzten Gouvernante Miss Jessel und des ehemaligen Butlers Peter Quint, die eine skandalöse Liebe miteinander verband, und die nun wie im Leben auch im Tod auf Bly ihr Unwesen treiben? Und was hat Miles im Internat schlimmes angestellt, um von der Schule verwiesen zu werden? Fragen über Fragen, die sich im Laufe der Handlung zu einem ganzen Berg ungeklärter Fragezeichen anhäufen, denn Henry James Geschichte baut auf die subtile Spannung des Nicht-Gesagten. In meinem Empfinden geht er hierbei etwas zu weit, denn für mich ging einiges an schauderhafter Spannung dadurch flöten, dass einfach zu viele Dinge (bis zum Ende) fraglich blieben. Die junge Frau steigert sich zusehends in ihre Angst um ihre jungen Zöglinge und möchte sie um jeden Preis vor den bösen Dämonen schützen. Bei diesem Unterfangen greift ein leichter Gruselfaktor, vor allem auf der psychologischen Schiene, da man sich bei diesem Augenzeuginnenbericht zu keiner Zeit sicher sein kann, wie viel der Geschichte wahr und was der Einbildung der Erzählerin entsprungen ist. »Die Drehung der Schraube« von Henry James ist ein nicht ganz perfekter Gruselroman für kalte Herbst- und Winterabende, der mit seinen langen und verschachtelten Satzkonstruktionen den perfekten Klassiker-Charme versprüht. Fazit Eine Geistergeschichte ganz im Sinne eines Schauerromans, die zum Ende allerdings noch zu viele Fragen offen lässt. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 24.11.2020

The Turn of the Screw and Other Stories
The Turn of the Screw and Other Storiesby Henry JamesDigireads.com
11. Apr.
Rating:2

read my complete review here: http://isabellsbooks.blogspot.de/ MY THOUGHTS ON THE BOOK At first I found it very easy to both get into and read the story. The beginning of it was quite understandable and quickly to go through. The book created anticipation for what was to come next during its first pages because the storyteller emphasised the greatness and shockingness of the story that he was about to tell. He made the reader want to read this story. The beginning reminded me a lot of "The Time Traveller" because it was similarily structured: some people meet with each other and tell each other stories and then the book proceeds to be that story that is told in that surrounding. And as in "The Time Traveller" I also found it a bit sad that the lightness of the dialogues from the beginning did not continue throughout the rest of the book but made way for the retelling, which was much more difficult to read and understand. When the retelling started, it read itself much more complex for me and I often caught myself drifting away to other thoughts. It was very hard for me to concentrate on many parts of the books, wherefore I had to reread many passages a couple of times until I fully got the meaning of them. The book consists of many very very very long and fragmented sentences that make it too easy to lose and drown oneself within them and never reach the end of them. This structure made it quite hard to focus on the book and because I had to concentrate so hard on it, I often got a headache from reading this story. I found it quite interesting that the main story of the book had a female protagonist and a female side character as its two main characters. Foremost the protagonist, the governess, seemed very likeable to me. I really enjoyed the dialogue scenes between the governess and the minor character Mrs Grose because that was always when I found the governess to be the most charming and likeable. She laughed quite a lot, which I liked, and she also seemed smart, especially in comparison to Mrs Grose. Mrs Grose seemed to function as a contrast to the governess in those dialogue scenes. Unfortunately, there were far too few conversations in this story, wherefore it was really hard to follow the story most of the time and I had to force myself through most of it. I didn't like the vagueness of the book. No questions were really answered, all was left up for interpretation. And as the reader I couldn't really make sense of anything because even when I tried to see some logic in the long sentences, there wasn't any and the story didn't actually intend for there to be any sense, which was quite frustrating. Even the characters themselves couldn't make any sense of anything and also seemed to not really want or try to. It was too bad that the characters from the beginning never showed up again because I would have loved to know what they had thought of the story and what effect it had had on them. It felt wrong not to mention them again in the end. CONCLUSION It was incredibly hard to follow this story because of the very long and complex and extremely fragmented sentences. Everything was so confusing that it made my head hurt when I tried to make sense out of anything. The characters themselves seemed to have been kept in the dark because they always only spoke in riddles or repeated what they or someone else had just said. Therefore there was no moving action in this story but everything and everyone seemed to rotate on the exact same point all the time. This was also why I felt like the story was far too long although it was already a short story with only about 100 pages. The author could have happily left out quite a lot of unnecessary and confusing sentences. The confusing writing style also frustrated me because I always had to reread everything again and again and still didn't fully understand it. As a non-native English speaker this always made me question my English skills which I hated. I am very relieved to have finished this book now and to be able to put it behind me. What I found positive in this story were the likeability of the main character, the governess, and some of the dialogue scenes that were quite interesting and easier to read. MY RATING I award this book with 2 out of 5 stars.

The Turn of the Screw and Other Stories
The Turn of the Screw and Other Storiesby Henry JamesDigireads.com
28. Sept.
Rating:3

England im 19. Jahrhundert. Eine junge Frau tritt ihre erste Stelle als Gouvernante für ein Geschwisterpaar an. Bedingung ihres Arbeitgebers war, dass sie sich um alles, wirklich alles, selbst kümmern und ihn nicht damit belangen darf. Die beiden Kinder sind geradezu überirdisch schön und brav und die junge Frau verliebt sich regelrecht in ihre beiden Schützlinge. Doch eines ist merkwürdig: Warum darf der kleine Miles nach den Ferien nicht in seine Schule zurückkehren? Der Rektor gibt keine Gründe an. Sind die Kinder nicht so durch und durch gut, wie sie es zu sein scheinen? Ich hatte irgendwo gelesen, dass Henry James’ Gothic Novel besonders gruselig sein soll und mir das E-Book heruntergeladen, es bisher aber nicht gelesen. Als nun diese Audible Studios-Produktion mit Emma Thompson erschien, konnte ich nicht widerstehen. (Danke für den Hinweis, Herba!) Das Setting schien mir auch gleich vielversprechend und auch die von Richard Armitage gelesene Rahmenhandlung gefiel mir recht gut. Dieses war mein erstes Buch von Henry James, das heißt, ich kannte seinen Stil noch nicht. Vielleicht wäre es auch besser gewesen, nicht zuerst eines seiner Bücher als Hörbuch zu hören, denn er verwendet ausführliche, bildreiche Beschreibungen, vor allem des Gemütszustands der Protagonistin. Ich muss gestehen, dass ich mich manchmal dabei ertappte, diese nicht mit voller Konzentration anzuhören. Dass Henry James versiert mit der Sprache umgeht, ist indes nicht zu leugnen. Emma Thompson setzt ihre volle Erfahrung als Schauspielerin ein und liest wirklich sehr ausdrucksvoll, stellenweise wirkte es sogar leicht übertrieben für mich. Die wenigen Sprechrollen interpretiert sie mühelos, im Falle der Haushälterin Mrs Grose auch mit einem wunderbaren lokalen Akzent. Meine Erwartungen an den Inhalt des Buchs wurden jedoch leider nicht ganz erfüllt. Ich habe es als weit weniger gruselig empfunden als erwartet, die bedrohliche Situation durch den Spuk in dem Haus wurde für mich nicht recht heraufbeschworen. In meinen Augen konzentriert sich das Werk eher auf das Seelenleben der Protagonistin und die Frage, ob, das, was sie wahrnimmt, echt ist oder ob sie langsam verrückt wird. Unheimlicher als die Geistergestalten selbst fand ich die beiden Kinder und ihr Verhältnis zu den Geistern, doch richtige Schauder ließt das bei mir nicht entstehen. Eine gute Geschichte in schöner Sprache, die jedoch inhaltlich etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.

The Turn of the Screw and Other Stories
The Turn of the Screw and Other Storiesby Henry JamesDigireads.com