
Die Feuerzangenbowle zu lesen war für mich eine besondere Erfahrung. Vieles ist mir aus dem Film vertraut, gleichzeitig gibt es im Buch zahlreiche Unterschiede, zusätzliche Szenen und andere Schwerpunkte, die mir neue Perspektiven eröffnet haben. Besonders mochte ich, dass die verschiedenen Dialekte im Schriftbild aufgegriffen werden und dass die Sichtweise der Lehrer stärker in den Fokus gerückt wird. Gleichzeitig gab es Stellen, die mich in der heutigen Zeit befremdet haben – insbesondere einzelne Aussagen, die ein sehr zeittypisches, teils frauenfeindliches Weltbild widerspiegeln. Auch ein Handlungsstrang rund um einen gehänselten Schüler hätte für meinen Geschmack mehr Raum und Tiefe verdient. Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, merke aber auch, dass für mich persönlich der Film – nicht zuletzt durch Heinz Rühmann – emotional stärker wirkt. Auf eine Sternebewertung verzichte ich bewusst. Die Feuerzangenbowle ist ein Klassiker, entstanden in einer anderen Zeit und unter anderen gesellschaftlichen Voraussetzungen, so dass ich das Buch nicht in das heutige Bewertungssystem pressen möchte.

