28. Sept.
Rating:4

"Veil" hat mich in Kern sehr an das Buch "Bird Box" erinnert. Doch während "Bird Box" eher in die Richtung einer übernatürlichen Horrorgeschichte geht, entwickelt sich "Veil" nach dem ersten Viertel zu einem Science-Fiction Roman, der mich in vielerlei Hinsicht überrascht hat. Das Buch steckt voller Action und Spannung und beginnt direkt mit dem Verschwinden von Sam, dem Sohn unseres Hauptprotagonisten John Calhoun. Doch er verschwindet nicht wie jemand, der plötzlich beschließt, sein altes Leben hinter sich zu lassen, sondern löst sich einfach in Luft auf. Einen Tag später ereilt seine Frau dasselbe Schicksal, ebenso wie tausende Menschen überall auf der Erde. Ein Lockdown soll das Schlimmste verhindern, denn die "Entführungen" fanden bisher immer nur unter freiem Himmel statt. Doch als die Menschen kurz darauf auch aus ihren Häusern verschwinden, scheint niemand mehr sicher. Und wie willst du dich vor etwas retten, das du nicht sehen kannst? Zugegeben, ich hatte so meine Schwierigkeiten, als zum ersten Mal Aliens erwähnt wurden, die im Zusammenhang mit dem unerklärlichen Verschwinden der Menschen standen. Für mich als Leser sind diese Wesen oft nicht greifbar genug dargestellt, und die Geschichten kippen häufig ins Klamaukhafte. Aber Jonathan Janz hat es in "Veil" geschafft, meine Meinung zu ändern: Sowohl die Beschreibungen der Aliens waren stimmig, als auch das postapokalyptische Chaos, das das Beste wie das Schlechteste im Menschen zum Vorschein bringt, wurde brutal ehrlich auf die Seiten gebracht. Und mit voranschreitender Seitenzahl wird nicht nur die Handlung brutaler, sondern auch die Bindung zu den Charakteren intensiver, sodass man immer mehr mit ihnen mitfiebert. Lediglich das Ende war mir persönlich etwas zu offen und ich hoffe, dass Janz in Zukunft an einer Fortsetzung schreiben wird. Stoff genug hätte er dafür auf jeden Fall.

Veil
Veilby Jonathan JanzBlackstone Publishing