15. Feb.
Rating:2

Little Woman ist ein 1868 verfasster Roman der Autorin Louisa May Alcott und gehört zur klassischen amerikanischen Literatur. Ihr Vater war Teil der transzendentalistischen Bewegung Mitte des 19. Jh., die das Individuum, die Natur und die Intuition über gesellschaftliche Konventionen und reinen Materialismus stellte. Sie betonten die göttliche Verbindung in jedem Menschen, forderten Selbstvertrauen und inspirierten soziale Reformen. Louisa May Alcott wuchs selbst in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Roman Little Woman hat einen starken autobiographischen Einfluss. Aus diesem Grund finde ich es schwer das Buch grundsätzlich zu bewerten, da hier ein Großteil ihrer persönlichen Empfindungen in jungen Jahren einfließen. Leider muss ich aber zugeben, dass mir das Buch nicht ganz so gut gefallen hat. Natürlich kann man hier keinen spannungsgeladenen Roman erwarten, da die Geschichte über die vier Schwestern, die im 19. Jh. groß werden, sich in der Hauptsache mit dem Alltäglichen auseinander setzt. Beschrieben wird also die Haushaltsführung, kleinere Feierlichkeiten, Krankheit, Kindererziehung und die Gedankenwelt der Mädchen, die sich im Laufe des Buches zu Frauen entwickeln. Diese Themen werden ausgeschmückt und wiederholt, bis die Geschichte knapp 700 Seiten füllt. Mir missfiel allerdings etwas der ständig belehrende Charakter des Buches. Die Autorin gibt vor, was genau ein “guter Mensch“ sein muss: Er darf nie an sich selbst denken, muss sich und seine eigene Sicherheit sowie seine Träume stets aufopfern, darf keine Fragen stellen, sollte besonders nach der Ehe kaum Austausch mit anderen Menschen finden, sollte im besten Fall arm sein und darf keines Falls dem Genuss oder der Schönheit verfallen. Dadurch habe ich die Geschichte an einigen Stellen als eher anstrengend empfunden. Beispielsweise handelt ein ganzes Kapitel davon, dass eine Tochter ihrem Ehemann eine gute Hausfrau sein will. Dafür plant sie Marmelade einzukochen. Da sie keinerlei Ahnung hat, wie dies funktioniert und eine “gute Frau“ keine Fragen stellt, endet das Kochen von Marmelade in einem großen Chaos und einem Streit mit ihrem Ehemann. Als sie sich nicht mehr zu helfen weiß, sucht sie doch das Gespräch mit einer anderen Frau, die ihr erklärt, dass sie einfach nicht genug macht, von Natur aus eine gute Ehefrau, Mutter und Haushälterin sein muss und sich einfach nie genug Mühe gegeben hat. Auch finden sich an vielen Stellen Widersprüche. Denn die allwissende Mutter, die ihren Töchtern ein ärmliches Leben wünscht, muss ständig die reiche Tante und unfreundliche Kapitalistin um Hilfe bitten, scheint dies aber selbst kaum wahrzunehmen. Eine weitere Stelle im Buch die mich etwas traurig gemacht hat, war als eine Tochter, Jo, beginnt ihre Kurzgeschichten in der Zeitung zu veröffentlichen. Sie ist mutig und tritt in Kontakt mit einem Zeitungsverleger. Natürlich gibt er ihr vor, wie die Geschichte anzupassen ist. Natürlich bezahlt er sie nicht gut und natürlich amüsiert er sich etwas über die junge Frau. Immerhin sprechen wir hier von einem Roman des 19. Jh. Trotzdem versucht sie ihren Weg zu gehen, sich zu überwinden und eine Schriftstellerin zu werden. Daraufhin wird sie von den Menschen die sie liebt stark gemaßregelt und im Grunde “zurück an den Herd geschickt“, damit sie das Schreiben von “Sensationsgeschichten“ endlich aufgibt. Dieses Kapitel wird als besonders positiv beschrieben, da Jo endlich wieder auf den “richtigen Pfad“ zurückfindet. Es gäbe hier noch viele weitere Punkte, die angesprochen werden könnten. Allerdings zeigen diese Beispiele, dass Louisa May Alcott ihrer Zeit leider nicht voraus war und zwar einerseits das transzendentalistische Bild in Teilen bedient, aber andererseits auch einen konservativen Bildungsroman verfasst hat, der seinen Charakteren nur Entwicklung im Rahmen der gesellschaftlichen Konventionen vergönnt und sie zwar als “gut“ darstellt, aber kaum wahrzunehmen scheint, dass der “gute“ Mensch immer auf den Kapitalismus und eine männerdominierte Welt angewiesen ist. Entsprechend lautet mein Fazit: Wenn man ein veraltetes amerikanisches Frauenbild betrachten will, dass an manchen Stellen womöglich bis heute nachwirkt, kann das Buch potenziell interessant sein. Allerdings hat es einen belehrenden, widersprüchlichen Charakter, der hinter netten Kindheitsausflügen penetrant dargestellt wird. Das Regulieren und “in die Schranken weisen“ ist ein Leitmotiv des Romans. Die Verfilmung von 2019 rückt die Geschichte tatsächlich in ein etwas besseres Licht und vergönnt einer Tochter nicht einen 20 Jahre älteren Mann zu heiraten, der ihr erzählt, wie sie sich zu verhalten hat – wie erfrischend.

Little Woman
Little Womanby Louisa M. AlcottIndependently published
20. März
Rating:4

Very lovely and cozy

This classic stole my heart! Little Women follows the March sisters—Meg, Jo, Beth, and Amy—as they navigate love, loss, and growing up. What made it extra special for me is how deeply I related to the sibling dynamics. Being part of a big family myself, I adored the warmth, chaos, and unconditional love between the sisters. Jo’s fierce independence, Beth’s gentle heart, Amy’s ambition, and Meg’s sense of responsibility—each sister felt so real. While the pacing was slow at times, the emotional depth and timeless themes made up for it. Definitely a must-read for anyone who loves stories about family, resilience, and finding your own path. ❤️

Little Woman
Little Womanby Louisa M. AlcottIndependently published