Ein toller Debütroman
„Fear“ . erzählt die Geschichte von Luna, deren Leben von Panikattacken geprägt ist. Nach einem traumatischen Erlebnis in einem Krankenhaus beschließt sie, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und neu anzufangen – in der Hoffnung, irgendwo Frieden zu finden. Was zunächst wie eine emotionale Aufarbeitung psychischer Belastung beginnt, entwickelt sich allmählich in eine düstere Richtung. Zwar läuft das Buch als Dark Romance Thriller, doch der Thriller-Aspekt lässt zunächst auf sich warten. Stattdessen liegt der Fokus über weite Strecken auf der sich schnell entwickelnden Beziehung zwischen Luna und Kyran – vielleicht sogar ein wenig zu schnell und zu intensiv. Es gab für mich zu wenig Zeit in der die beiden sich überhaupt kennen um so eine intensive Beziehung bzw so intensive Gefühle füreinander zu haben. Es gab nur drei oder vier gemeinsame Szenen, weshalb sich das für mich etwas schnell angefühlt hat. Da hätte ich mir etwas mehr Zeit oder weitere Kapitel gewünscht. Lunas Angstzustände sind nachvollziehbar und gut dargestellt, aber wer von Anfang an Spannung und Nervenkitzel erwartet, könnte zunächst "enttäuscht" sein. Der einzig wirklich brenzlige Moment ist die Szene mit dem Kellner in der Bar – danach passiert lange nicht viel, was für mich ein "Thriller" wäre. Allerdings bleibt ein durchgängiger Spannungsfaden erhalten: Was hat es mit Kyran auf sich? Seine mysteriöse Art und die ständigen Stimmungsschwankungen sorgen dafür, dass man dran bleibt und wissen will, was wirklich hinter seiner Fassade steckt. Erst gegen Ende nimmt die Geschichte dann Fahrt auf – der Thriller-Anteil rückt in den Vordergrund, die Handlung wird spannender und intensiver. Dieser späte Spannungsaufbau funktioniert gut, kommt aber vielleicht etwas zu spät, wenn man auf durchgehend nervenaufreibende Szenen gehofft hatte. Ich mochte den Schreibstil jedoch sehr gern, wie Handlungen beschrieben waren hat mir gut gefallen. Auch die Protagonisten mochte ich sehr gern. Für einen Debütroman war das insgesamt ein tolles Buch. Für mich hätte es etwas mehr Thrill Anteil haben dürfen, aber ich glaube in Band 2 wird uns davon mehr begegnen. Fazit: „Fear“ ist mehr Dark Romance als Thriller – wer emotionale Tiefe, eine intensive Liebesgeschichte und eine langsame Spannungsentwicklung mag, wird hier fündig. Wer allerdings einen durchgängig packenden Thriller erwartet, wird denke ich in Band 2 mehr auf seine Kosten kommen. Der Cliffhänger lässt auf jeden Fall darauf schließen dass es in Band 2 mehr zur Sache gehen wird


