
Der Einstieg in „Cut me love me kill me“ von Mari Melantha ist meiner Meinung nach richtig gut gelungen. Schon auf den ersten Seiten hat mich der Schreibstil sofort gepackt und gefesselt. Die Autorin schafft es, eine Spannung aufzubauen, die einen direkt in die Geschichte hineinzieht und kaum wieder loslässt. Besonders beeindruckt hat mich, wie schnell man sich in der düsteren Atmosphäre wiederfindet. Das Setting ist sehr dunkel und beklemmend beschrieben, sodass man die Gefahr und die unterschwellige Bedrohung regelrecht spüren kann. Die Protagonistin Marisol ist eine sehr besondere Figur. Sie liebt die Gefahr und scheint sich von ihr angezogen zu fühlen, gleichzeitig merkt man aber auch, dass sie nicht frei von Angst ist. Früher war sie selbst ein Bully und hat andere Menschen schlecht behandelt, und genau diese Vergangenheit holt sie nun ein. Diejenigen, die sie früher verletzt hat, wollen sich jetzt an ihr rächen, und auch wenn Marisol versucht, ihre Angst zu überspielen und stark zu wirken, merkt man deutlich, wie sehr sie die Situation belastet. Ehrlich gesagt fand ich, dass sie ein echtes Miststück gewesen ist, wenn man bedenkt, wie sie die drei Jungen behandelt hat. Gerade deshalb konnte ich gut nachvollziehen, warum sie jetzt Angst vor den Konsequenzen hat. Die drei maskierten Charaktere fand ich jeweils extrem interessant. Jeder von ihnen hatte eine eigene Geschichte und Persönlichkeit, und besonders berührend fand ich, dass keiner von ihnen in guten oder schönen Verhältnissen aufgewachsen ist. Ihre Hintergründe haben mir sehr leid getan, weil man merkt, wie sehr ihre Vergangenheit sie geprägt hat. Dadurch wirkten sie nicht einfach nur wie „Bösewichte“, sondern wie komplexe Figuren mit nachvollziehbaren Motiven. Eine Wendung, mit der ich absolut nicht gerechnet habe, war das mit Evander. Diese Entwicklung hat mich wirklich überrascht und zwar im positiven Sinne. Solche unerwarteten Momente machen für mich eine Geschichte besonders spannend, weil sie zeigen, dass man sich nie zu sicher sein kann, was als Nächstes passiert. Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist die Message hinter dem Buch. Für mich vermittelt die Geschichte deutlich, dass jede Handlung Konsequenzen hat und man sich immer bewusst sein sollte, wie man mit anderen Menschen umgeht. Dinge, die man vielleicht früher als unwichtig oder harmlos angesehen hat, können später große Auswirkungen haben. Diese Botschaft fand ich sehr stark und passend zur Handlung. Der Plottwist am Ende hat mich schließlich komplett überrascht und ehrlich gesagt auch etwas geschockt zurückgelassen. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, und genau das macht das Ende so wirkungsvoll. Es bleibt einem noch lange im Kopf und sorgt dafür, dass man das Buch nicht so schnell vergisst. Insgesamt hat mir „Cut me love me kill me“ sehr gut gefallen. Besonders der fesselnde Schreibstil, die düstere Atmosphäre, die komplexen Charaktere und die überraschenden Wendungen haben das Buch für mich zu einem intensiven Leseerlebnis gemacht, das mich emotional mitgenommen und nachhaltig beeindruckt hat.



