
Ich habe noch sehr auf den dritten Band gefreut, da ich den Klappentext super amüsant fand. So richtig überzeugt hat er mich nach den ersten beiden starken Bänden allerdings nicht.
Was ich richtig gut fand, ist die Ausgangslage: Hunter als Betrogener hasst Rush, den Nebenbuhler erst einmal. Trotz seiner Wut ist er allerdings hilfsbereit, und kümmert sich darum, dass der rausgeschmisse Rush sicher nach Hause kommt. Überhaupt hat Hunter eine realistische Eigenwahrnehmung mit glaubhaften Zweifeln. Rush ist Hunters Gegenteil: chaotisch, liebenswert und voller ADHS, das bei ihm ziemlich ausgeprägt ist. Er struggelt sehr, sein Leben auf die Reihe zu bekommen und ist ständig gehetzt, weil er etwas vergessen hat. Er sieht sofort, dass Hunter ein guter Mensch ist. Die ersten 100 Seiten hat das Buch eine wunderbare Haters(-to-Lovers) Dynamik. Es ist keine Insta Love, die alles vergessen lässt, die Gefühle entwickeln sich stetig. Dennoch habe ich negative Punkte. Rushs ADHS ist ziemlich anstrengend zu lesen. Ich kann es sehr gut nachvollziehen und denke, die Darstellung ist gut gettoffen, aber das Chaos ist schlimmer als bei Christian aus Band 1. Außerdem ist Rush neben seinem ADHS ein ziemlich blasser Charakter, was ich sehr schade finde. Anders als bei Christian oder Seven, wird sein kreatives Talent sehr wenig ausgespielt. Auch sonst fehlt ihm Tiefe. Ich frage mich außerdem, was Rush und Hunter verbindet. Die Beziehung wirkt oberflächlich, mir fehlt der Bezug, Gefühle zur Person. Dafür wird alles mit Sex erschlagen, sobald sie einmal anfangen. Das wurde mir am Ende zu viel, ein paar Szenen habe ich nur quer gelesen, da sie nichts zur Entwicklung beitragen. Der Band ist ganz OK, er hat Spaß gemacht zu lesen, war aber kein Highlight. Bisher der schwächste Band der Reihe. Von mir 3 Sterne.

