28. Feb.
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Rating:3

Wir begleiten Jewel, eine eher erfolglose Selfpublisherin, die das unvollendete Manuskript ihrer erfolgreichen Schwester fertigschreiben soll und dabei langsam selbst den Boden unter den Füßen verliert. Die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen, Geräusche aus dem Nichts, ein Manuskript, das scheinbar von allein weiterwächst, dieses ständige Jucken der Haut … das hatte wirklich starke Momente. Aber: Ich bin mit Jewel einfach nicht richtig warm geworden. Ihre Art, vor allem ihr Verhalten gegenüber ihrer Schwester, fand ich teilweise schwierig und irgendwie befremdlich. Das hat es mir nicht leicht gemacht, emotional komplett einzutauchen. Im Mittelteil hat sich die Geschichte für mich zudem etwas gezogen. Trotz einzelner erschreckender Szenen hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt. Das letzte Drittel hat dann nochmal ordentlich angezogen. Plötzlich wird alles unsicher, man zweifelt an jeder Wahrnehmung und fragt sich ständig: Was ist real und was purer Wahnsinn? Das mochte ich sehr. Das eher offene Ende hingegen hat mich nicht ganz zufrieden zurückgelassen. Ich verstehe den Reiz von Interpretationsspielraum, aber hier hätte ich mir persönlich ein klareres Ende gewünscht. Insgesamt ist es für mich eine solide, atmosphärisch starke Geschichte mit wirklich guten Ansätzen und einzelnen Gänsehautmomenten, aber keine Geschichte, die mich noch lange verfolgen wird.

An Evil Premise
An Evil Premiseby T Marie VandellyBlackstone Publishing