Das Buch lässt mich mit so vielen Fragen und Gedanken zurück, auch fängt man an sich mit sich selbst zu beschäftigen und zu fragen was macht die Zeit mit einem und was ist man für ein Mensch und was macht das eigene Menschsein aus? Selten so viel nachdenken müssen…..
Ich finde es dennoch sehr gut, den gerade in der heutigen Zeit, sollte man sich mal wieder mehr mit solchen Gedanken beschäftigen und auseinandersetzen….
"Ein Mensch muss sprechen, sonst hört er auf ein Mensch zu sein"
"Ich, die ich Männer nicht kannte" von Jacqueline Harpman hat so viele Fragen offen gelassen - im positivsten Sinn. Bereits in den 90er Jahren erschienen, nun aber neu herausgegeben, klingt diese Erzählung nach und gehört zu den Büchern, über die man auch nach dem Lesen immer wieder nachdenkt. Dabei gehöre ich zu denen, die ein Buch beenden, es zuklappen und meist direkt sämtliche Namen und Handlungsstränge vergessen. 🙃
Eine großartige, philosophische Dystopie, die viel Raum zum Nachdenken bietet.
Herzlichen Dank an netgalley und den Klett Cotta Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar!
[Werbung | Rezensionsexemplar]
Ein 🩷 für Hörbücher:
Vera Teltz liest dieses Buch mit warmer, sehr angenehmer Stimme. Ein Hörbuch, welches wirklich berührt!
[Werbung | selbstbezahltes Hörbuch]
“Ich, die ich Männer nicht kannte” ist für mich definitiv eines meiner absoluten Highlight-Bücher. Ein Buch, das nicht erklären will, sondern komplett von den Beobachtungen der Erzählerin lebt. Gerade diese ruhige, distanzierte Art macht die Atmosphäre so intensiv und beklemmend.
Besonders erinnert hat es mich an “Die Wand”. Wer also “Ich, die ich Männer nicht kannte” mochte, dem kann ich auch Marlen Haushofers Werk sehr empfehlen.
Eine Geschichte mit einem spannenden und vielversprechenden Konzept, deren Potenzial für mich nicht ausgeschöpft wurde.
Da das Buch als Sensationserfolg gilt und der Klappentext mich angesprochen hat, war ich echt neugierig auf die Geschichte! Prinzipiell hat sie mir auch gefallen, allerdings hatte sie leider für mich einige Schwächen. Erzählt wird die Geschichte rückblickend von der „Kleinen“ – warum die anderen Frauen ihr nie einen Namen gegeben haben, erschließt sich mir aber nicht endgültig. So erfahren wir von ihr vom Leben in Gefangenschaft und wie es sich dann entwickelt, nachdem sie nach dem Alarm fliehen können. Ich glaube, es hätte mir besser gefallen, wenn die Geschichte von einem Erzähler erzählt worden wäre, wodurch man mehr über die Umstände erfahren könnte. So wusste man natürlich nicht mehr, als die Frauen – und Fragen hatten wir alle zur Genüge! Stattdessen gab es jedoch einige Wiederholungen, die nicht nötig waren, zum Glück aber auch nie in die Länge gezogen wurden. Auch wenn die Geschichte für mich eher deprimierend war, hat sie mich dennoch zum Nachdenken gebracht: Was ist der Sinn des Lebens? Was macht das Leben lebenswert? Auch ist mir klargeworden, wie viel menschengemacht ist – seien es greifbare Dinge, Bezeichnungen oder anderes. Ebenso ist mir noch mal richtig bewusst geworden, was für ein großes Privileg Wissen und Bildung ist. Dieses Werk gilt als feministisch, was ich jedoch nicht ganz nachempfinden konnte. Doch um das näher zu erläutern, müsste ich spoilern, und das möchte ich natürlich nicht.
„In Wahrheit hatten wir nur das Gefängnis gewechselt.“
Ein Buch über Freundschaft, Zusammenhalt, Empathie und Hoffnung.
Ich habe das Buch so sehr gemocht. Ein ganz leiser Roman ohne Schnick Schnack, aber so ausdrucksvoll und intensiv zu lesen.
Es war auch mein erstes Buch, das in keine Kapitel unterteilt war. Das hat aber das Lesevergnügen nicht getrübt. Das Buch ist so gefühlvoll und voller Hoffnung geschrieben das man nicht aufhören konnte zu lesen.
Von mir eine klare Leseempfehlung.
40 völlig fremde Frauen wurden in einem Käfig/Gefängnis gehalten und rund um die Uhr von 3 Wärtern bewacht. Keiner weiß warum, keiner weiß seit wann und ob sie jemals wieder freigelassen werden oder nach und nach in der Zelle, altersbedingt sterben werden. Bis ein Alarm ertönt, die Wachen verschwinden und der Weg in die Freiheit vor ihnen liegt.
Die Geschichte wird erzählt von der jüngsten Gefangenen der Gruppe, jedoch rückblickend von der alten Frau, die sie inzwischen geworden ist.
Ich konnte ehrlich gesagt nicht ganz so viel mit dem Buch anfangen. Es passiert in der Zelle schon recht wenig, aber außerhalb wird es nicht wirklich besser. Stattdessen habe ich das Gefühl, dass sich die Autorin in Details verloren hat. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, kam ich nicht wirklich voran. Vielleicht habe ich aber auch einfach die Botschaft dahinter nicht verstanden. Zwischendurch wurde es mal etwas spannender, aber alles in allem, leider nicht mein Buch.
Ein intensives Leseerlebnis ohne wirkliche Erfüllung
Dieses Buch hat mich ehrlich gesagt erst einmal ziemlich kämpfen lassen. Der Einstieg fiel mir schwer, weil man sich zunächst in die ungewöhnliche Erzählweise hineinfinden muss. Sobald aber klar wird, dass der Roman fast wie eine Art Tagebuch funktioniert, entwickelt der Text einen eigenen Rhythmus und lässt sich überraschend flüssig lesen. Die Geschichte selbst fand ich dabei wirklich spannend und atmosphärisch dicht.
Was das Buch für viele so besonders macht, konnte ich definitiv nachvollziehen: Manche Passagen sind unglaublich poetisch, intensiv und emotional schwer auszuhalten. Gerade die ernsteren und traurigen Stellen haben eine Wucht, bei der ich absolut verstehen kann, warum manche Leser*innen das Buch zwischendurch weglegen mussten. Gleichzeitig liegt darin für mich aber auch ein Teil des Problems.
Denn so schön und bedeutungsvoll manche Abschnitte geschrieben sind, so leer oder ungreifbar wirkten andere auf mich. Das Buch schwankt für mich sehr zwischen emotionaler Tiefe und einem fast absichtlichen Nicht-Greifen-Wollen. Dieses ständige Hin und Her hat mich irgendwann eher frustriert als fasziniert. Besonders das Ende hat dieses Gefühl nochmal verstärkt: Es wirkte auf mich eher unfertig als offen, eher unbefriedigend als bewusst mehrdeutig.
Trotzdem würde ich nicht sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Dafür hat es zu viele starke Bilder, zu viele intensive Momente und zu viel Eigenständigkeit. Aber es ist eben eines dieser Bücher, bei denen ich den literarischen Wert anerkennen kann, ohne selbst komplett davon mitgerissen worden zu sein. Deshalb keine fünf Sterne, aber definitiv ein Buch, bei dem ich verstehe, warum es für viele Menschen etwas Besonderes ist.
Dieser Roman hat viele Gefühle in mir ausgelöst: Erstaunen, Verwirrung, Überraschung, Unglaube aber vor allem Spannung! Es ist wahnsinn wie Jacqueline Harpman mich durchweg durch Neugier auf Spannung gehalten hat. So viele Fragen die man sich stellt, so wenig Antworten die man bekommt, eine perfekte Darstellung der Situation und des Befinden der Hauptfigur.
Ich hab wirklich überlegt wieso es nicht 5 Sterne sein sollten und mir ist nichts eingefallen. Ganz toll und nebenbei auch eine leichte Einführung in den französischen Existenzialismus.
Ich empfehle das Hörbuch vor allem sehr, ein Traum einer Sprecherin!
Ich, die ich Männer nie kannte von Jacqueline Harpman hat mich komplett überrascht. Ich wusste vorher schon, dass das Buch eher ruhig und philosophisch sein soll, aber ich hätte nie gedacht, dass es mich emotional und gedanklich so mitnimmt.
Das Buch erinnert an eine Dystopie oder eine postapokalyptische Welt, lebt für mich aber viel mehr von seiner Atmosphäre als von irgendeiner großen Handlung oder Action. Stattdessen geht es um Menschlichkeit, Einsamkeit und existenzielle Fragen — und genau das hat mich so gefesselt.
Die namenlose Erzählerin lebt gemeinsam mit 39 anderen Frauen in einer Art Käfig unter der Erde. Niemand weiß, warum sie dort sind oder was überhaupt mit der Welt passiert ist. Als sich plötzlich alles verändert, begleitet man die Erzählerin dabei, wie sie versucht, diese fremde und leere Welt zu verstehen.
Ich kann gar nicht genau erklären, warum mich dieses Buch so berührt hat. Es passiert eigentlich gar nicht ständig etwas Großes, und trotzdem konnte ich kaum aufhören zu lesen. Diese beklemmende, stille Atmosphäre hat mich die ganze Zeit begleitet. Selbst in den ruhigen Momenten lag immer etwas Unheimliches und Trauriges über der Geschichte.
Besonders faszinierend fand ich die Gedanken über Menschlichkeit und Identität. Immer wieder habe ich mich gefragt, was einen Menschen eigentlich ausmacht und wie sehr unsere Erinnerungen, Beziehungen und Erfahrungen uns prägen. Genau solche Fragen haben das Buch für mich so besonders gemacht.
Auch die Einsamkeit war unglaublich greifbar. Oft hatte ich beim Lesen dieses leere, fast verlorene Gefühl, das die Erzählerin ständig begleitet. Das Buch wirkt dadurch manchmal fast surreal und bleibt einem wirklich im Kopf.
Für mich ist das eines dieser Bücher, die man nicht einfach nur liest und wieder vergisst. Es hat mich nachdenklich gemacht, verstört und gleichzeitig total fasziniert. Ich glaube, mich wird diese Geschichte noch sehr lange begleiten.
Mich hat es durch die vielen Beiträge im Social Media und die guten Rezensionen interessiert, aber für mich war es durchgehend bedrückend und beklemmend.
„Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jaqueline Harpman ist ein gutes und absolut lesenswertes Buch – für mich persönlich aber trotz des großen Hypes kein Highlight.
Der Schreibstil von Jacqueline Harpman hat mir wirklich gut gefallen: ruhig, atmosphärisch und gleichzeitig sehr eindringlich. Beim Lesen hatte ich immer wieder emotionale Momente, und stellenweise war die Geschichte auch richtig spannend. Gerade die besondere Stimmung und die vielen Gedanken, die das Buch anstößt, haben mich sehr abgeholt.
Trotzdem hat mir am Ende einfach etwas gefehlt. Für mich blieben einige wichtige Warum-Fragen offen – und genau das macht es für mich schwierig, ein Buch komplett zu lieben. Wenn ich ein Buch zuklappe und das Gefühl habe, dass entscheidende Antworten fehlen, bleibt bei mir leider immer eine gewisse Distanz zurück 😉
Nichtsdestotrotz verstehe ich absolut, warum so viele Menschen dieses Buch lieben. Es ist besonders, regt zum Nachdenken an und bleibt definitiv im Kopf. Deshalb gibt es von mir starke 4 von 5 Sternen. 📚
SPOILER 💥🙈 bitte nur lesen, wenn das Buch schon beendet wurde. ☺️
Die Männer, die ich nicht kannte hat mich wirklich beeindruckt und nachhaltig beschäftigt. Besonders stark fand ich, wie konsequent das Buch die Perspektive der Hauptfigur durchzieht: Man bleibt genauso in Unwissenheit zurück wie sie selbst. Viele Rezensionen kritisieren, dass es keine wirkliche Auflösung darüber gibt, warum die Menschen in dieser Welt leben oder was eigentlich geschehen ist – für mich war genau das aber eine der größten Stärken des Romans. Dadurch fühlte ich mich der Protagonistin noch näher, weil man ihre Orientierungslosigkeit und Sinnsuche unmittelbar mit erlebt. Dieses Nicht-Wissen machte das Buch für mich viel intensiver und emotionaler.
Auch sprachlich hat mich der Roman völlig mitgenommen. Ich habe die ganze Zeit aufmerksam gelesen, weil die Atmosphäre so dicht und beklemmend ist und gleichzeitig immer etwas Zerbrechliches in der Hauptfigur mitschwingt. Besonders der letzte Satz hat mich getroffen; Gerade sie, die nie ihre Periode hatte und die Männer nie wirklich kannte, stirbt schließlich an einem gynäkologischen Tumor. Dieser bittere, fast absurde Widerspruch fasst die Tragik des gesamten Buches für mich perfekt zusammen.
Insgesamt hat mir das Buch deshalb so gut gefallen, weil es keine einfache Erklärung oder ein versöhnliches Ende liefert. Stattdessen bleibt ein Gefühl von Leere, Sinnlosigkeit und Einsamkeit zurück – und genau das macht die Geschichte so eindringlich und lange nachwirkend.
Dieses Buch hat bei mir gemischte Gefühle hinterlassen. Einerseits fand ich die Sprache und die Offenheit sehr eindrücklich, andererseits war ich am Ende genauso frustriert wie die Protagonistin selbst.
Gerade diese Unsicherheit hat das Lesen intensiv gemacht. Ich habe die Suche der Figur nach Antworten sehr nachvollziehen können, besonders ihr Gefühl, nicht genug zu erfahren.
Insgesamt hat mich das Buch beschäftigt, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich es eindeutig gut oder schlecht finde. Es wirkt nach – genau wie die Fragen, die offen bleiben.
Zum Inhalt werde ich nichts mehr sagen. Ich denke das Buch ist den meisten schon bekannt. Diejenigen, die es nicht kennen: Es wird Spoiler geben.
Die Beschreibung „Ein großes Buch darüber, was Menschsein ausmacht“ trifft es im Allgemeinen ganz gut. Nicht nur im Sinne wie sich der Mensch und seine Persönlichkeit, sein Verhalten und seine Denkweise unter extremen Bedingungen verändern, sondern auch was das Menschsein prinzipiell ausmacht. Auch der Leser selbst wird angesprochen und gefordert: Zum einen durch die Einnahme des Perspektivwechsels, das Hineinversetzen in die Personen, aber auch durch die eigene Erwartungshaltung vom Handlungsverlauf bzw. Ausgang der Geschichte. Was erwarten wir? Warum erwarten wir das? Was empfinden wir dabei? Vor allem, wenn wir das Erhoffte nicht bekommen, es sich nicht erfüllt. Viele Bewertungen sprechen dahingehend von einem Gedankenexperiment.
Mir fällt es etwas schwer, den Roman zu bewerten. Er polarisiert. Und er regt zum Nachdenken an. Er lädt zum Philosophieren und Diskutieren ein. Und wahrscheinlich gibt es da kein Richtig oder Falsch, weil vieles subjektiv interpretiert wird. Meine Meinung dazu:
Wenn ich zurückdenke und den Inhalt Revue passieren lasse, spüre ich nur die negativen Empfindungen, den Frust und die Aufregung über den Ausgang. Die Frauen sind für mich komplett in den Hintergrund gerückt, mir bleibt ihre Geschichte nicht präsent im Kopf, interessiert mich schlichtweg nicht mehr. Mir persönlich hat das was mir geboten wurde nicht ausgereicht, um mich am Ende zu überzeugen oder zu begeistern. Denn wenn ein Buch nur damit punktet, dass ich mich darüber aufrege, dann hat es zwar meine Aufmerksamkeit bekommen, aber mehr habe ich davon nicht.
Ich kann nicht behaupten, dass ich mich zu irgendeinem Zeitpunkt gelangweilt habe. Dafür, dass die Handlung komplett ruhig und unaufgeregt abläuft, im Grunde kaum etwas passiert, hat sich der Roman für mich gut gelesen, ich war durchgehend animiert. Weil ich Hoffnung hatte. Und dass, obwohl ich eigentlich schon geahnt hatte, dass es keine Auflösung geben wird. Die Ernüchterung und Aufregung war dann trotzdem groß.
Im Nachhinein betrachtet bleibt der Roman für mich aus diesem Grund eher farblos, er gibt mir nichts mit auf den Weg. Nichts was ich nicht über die Psyche eines Menschen oder mich selbst bereits wusste. Da brauch ich einfach mehr. Mehr Gefühl, mehr emotionale Verknüpfung mit Ereignissen und/oder Charakteren, einen Sinn, eine Erklärung. Das blieb alles aus. Es gibt schlichtweg nur eine größtenteils sachliche Schilderung des Geschehens. Fertig. Dadurch, dass die Erzählweise eher nüchtern und von Resignation geprägt ist, blieben auch die Frauen für mich auf Distanz. Ich hatte keine wirkliche emotionale Verbindung zu ihnen, auch wenn ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Deswegen habe ich ihren Werdegang zwar mit Mitgefühl, aber mit emotionalem Abstand hingenommen. War dann halt so. Traurig, aber kann man nichts machen.
Meiner Meinung nach gibt das Buch einen guten Einblick in die Psychologie, die Veränderungen und Auswirkungen von menschlichem Verhalten und Denken unter Extrembedingungen. Es regt zum Nachdenken an. Man lernt etwas über sich selbst, reflektiert sich womöglich selbst. Dadurch, dass es im Grunde keine wirkliche Handlung gibt, es offen gehalten wird, hat man genügend Input dafür. Und Zeit. Fast das gesamte Buch über.
Nichtsdestotrotz denke ich, dass gerade diejenigen, die sich genau mit diesen Themen wie Selbstreflexion und/ oder etwas Psychoanalyse beschäftigen, eher enttäuscht sein werden, weil es zu wenig ist. Zu objektiv bleibt. Es bleiben insgesamt zu viele Fragen offen, die nur angerissen, aber einfach im Raum stehen gelassen werden. Ich persönlich habe dadurch einfach keinen Mehrwert vom Buch. Und auf Philosophieren keine Lust.
Alles in allem hat mich „Ich, die ich Männer nicht kannte“ enttäuscht. Vom Klappentext ausgehend hatte ich tatsächlich auch etwas anderes erwartet. Für mich persönlich nicht überzeugend. Zu allgemein und offen gehalten, dazu distanzierte Charaktere. Kann man machen, muss man aber nicht.
Ein Gedankenexperiment, auf das man sich einlassen muss. Was macht uns zu Menschen? Was bedeutet Freiheit? Ein außergewöhnliches Buch, das zum Nachdenken anregt und das man so schnell nicht vergisst!
Ich glaube, das wird eine meiner wahrscheinlich kürzesten Rezensionen, weil ich das Gefühl habe, dass man über dieses Buch kaum etwas sagen kann, ohne etwas vorwegzunehmen. Und gleichzeitig gibt es irgendwie auch gar nichts, das man wirklich spoilern könnte.
Ich war auf jeden Fall froh, dass ich vorher kaum wusste, was mich erwartet. Das Einzige, was für mich wichtig zu wissen war: Es ist eine dystopische Erzählung über die Frage, was Menschsein eigentlich bedeutet.
Wir lesen aus der Perspektive einer Frau, die uns ihre Geschichte erzählt und mehr möchte ich eigentlich gar nicht sagen.
Das Buch war unglaublich fesselnd, spannend, ernüchternd, philosophisch, mitreißend, bedrückend, schön und gleichzeitig so nüchtern erzählt. Genau diese sachliche Art macht vieles noch intensiver.
Man muss sich definitiv darauf einlassen können und sollte nicht mit der Erwartung hineingehen, am Ende Antworten auf Fragen zu bekommen. Aber genau das macht diese Geschichte für mich so bemerkenswert.
Dieses Buch hallt noch lange nach.
Ganz, ganz große Leseempfehlung.
„Ich, die ich Männer nie kannte“ erzählt von 40 Frauen, die eines Tages ohne Erinnerungen in einem Käfig in einem Bunker erwachen. Bewacht werden sie von Wärtern, die jedoch weder mit ihnen sprechen noch mit ihnen interagieren. Der Großteil ihrer Erinnerungen ist verloren gegangen.
Als eines Tages ein Alarm ertönt und die Wärter verschwinden, steht den Frauen plötzlich die Tür zu einer ihnen völlig unbekannten und auf den ersten Blick sehr kargen Welt offen.
Als Leser:in schlüpft man in die Perspektive des jüngsten Mädchens der Gruppe. Sie kam bereits als kleines Kind in den Käfig und hat die Welt davor nie erlebt. Dadurch unterscheidet sie sich stark von den anderen Frauen. Gerade daraus entsteht eine weitere Gedankenebene: Wie wird man geprägt und wie entsteht die eigene Persönlichkeit? Wie wäre man in einem anderen Leben? In einer anderen Welt?
„Ich, die ich Männer nie kannte“ spielt mit Aussichtslosigkeit, Ungewissheit und großer Einsamkeit. Die Unwissenheit der Protagonistinnen hält den Leser:innen einen Spiegel vor, während die Hoffnungslosigkeit der Frauen allgegenwärtig wirkt.
Das Buch lädt zum Philosophieren ein. Einerseits ist die Geschichte simpel gehalten, gleichzeitig löst es viele Gefühle aus. Man wird in das Szenario hineingezogen und denkt darüber nach, wie man selbst in dieser Welt handeln und empfinden würde.
All in all ist der Roman ein starkes Gedankenexperiment. Gut geschrieben und trotz der ruhigen Handlung dennoch kurzweilig. Der große Hype hat bei mir allerdings etwas höhere Erwartungen geweckt. Solide 4 Sterne ✨
Ich würde 100 Sterne geben, wenn ich könnte! Absolutes Highlight 🤍
Dieses Buch hat mich vollkommen zerstört und genau deshalb wird dieses Buch für immer eines meiner absoluten Highlights bleiben. 💔
Selten hat mich ein Roman emotional so ausgelaugt, verstört und gleichzeitig so fasziniert zurückgelassen.
Die Atmosphäre ist düster, einsam und beklemmend und trotzdem konnte ich es nicht aus der Hand legen.
Es ist auch definitiv keine leichte Lektüre. Das Buch zwingt einen dazu, über Isolation, Menschlichkeit, Erinnerung und das Frausein nachzudenken.
Es war mein erstes Buch von Jacqueline Harpman und ich kann absolut verstehen, warum sie so viele Literaturpreise gewonnen hat.
100/5 Sterne, auch wenn das große WARUM noch offen ist. 💔
Kluger, bewusst reduzierter Roman über Einsamkeit und Menschsein. Spannend in seinen Fragen – emotional sehr distanziert
⚠️ Könnte Spoiler enthalten ⚠️
In „Ich, die ich Männer nicht kannte“ lebt eine junge Frau gemeinsam mit anderen Frauen eingesperrt in einem unterirdischen Raum. Die Gefangenschaft bestimmt ihren gesamten Alltag, bis eines Tages plötzlich alles offensteht und die Frauen in eine verlassene, fremde Welt hinausgehen. Von dort an begleitet der Roman die Erzählerin durch ein Leben voller Fragen: nach Freiheit, Identität und dem, was vom Menschen bleibt, wenn Gesellschaft, Geschichte und Erinnerung verschwinden.
Der Roman funktioniert weniger als klassische Dystopie und mehr als existentialistisches Gedankenexperiment.
Jacqueline Harpman interessiert sich nicht für politische Systeme oder dystopische Logik, sondern für grundlegende Fragen des Menschseins: Was macht Identität aus? Wie entstehen Nähe, Kultur oder Erinnerung? Und was bleibt davon übrig, wenn alles Soziale verschwindet? Gerade deshalb beantwortet der Roman fast nichts. Warum die Frauen gefangen gehalten wurden, was mit der Welt passiert ist oder wer die Wächter waren, bleibt offen. Das wirkt bewusst gewählt – kann aber auch frustrierend sein. Auch die Welt selbst bleibt stark abstrahiert: Vieles wirkt traumartig oder allegorisch statt realistisch ausgearbeitet. Die Figuren bleiben ebenfalls auf Distanz. Die Frauen erhalten kaum individuelle Tiefe und verschwimmen teilweise miteinander. Beziehungen wirken oft eher symbolisch als lebendig. Selbst die Erzählerin bleibt trotz der Ich-Perspektive schwer greifbar. Dazu kommt die bewusst nüchterne Sprache: reduziert, beobachtend und emotional kontrolliert. Manche erleben das als hypnotisch und konsequent, andere als monoton. Gerade diese Leere macht für viele die Stärke des Romans aus. Für mich verhindert sie emotionale Nähe.
Mich hat das Buch vor allem auf einer gedanklichen Ebene beschäftigt. Die Fragen nach Einsamkeit, Existenz und Menschlichkeit fand ich sehr spannend. Emotional blieb ich aber oft außen vor. Die Figuren wirkten für mich eher wie Träger philosophischer Ideen als wie echte Menschen. Auch die fehlenden Antworten und das kaum vorhandene Worldbuilding haben mich zwischendurch eher frustriert als fasziniert – obwohl ich verstanden habe, dass genau das die Absicht des Romans ist. Die langsame, repetitive Erzählweise passt zur Leere dieser Welt, hat das Lesen für mich aber teilweise auch anstrengend gemacht. Gleichzeitig erzeugt gerade diese Reduktion eine besondere Atmosphäre, die ich schwer beschreiben kann. Am Ende blieb bei mir weniger eine Geschichte hängen als ein Gefühl von Isolation und Fremdheit.
⭐️⭐️⭐️½
Weil Ich, die ich Männer nicht kannte kluge existenzielle Fragen stellt und eine ungewöhnliche Atmosphäre erschafft – mich emotional aber auf Distanz gehalten hat.
#IchDieIchMännerNichtKannte #JacquelineHarpman #Existenzialismus #Dystopie #Einsamkeit #PhilosophischeLiteratur
Über das Buch muss man erst mal ein paar Tage nachdenken. Zuerst hab ich es zugeklappt und gedacht; wie dumm, mir fehlt was. Aber das Buch wirkt nach und jetzt finde ich das Ende perfekt 👍 auf jeden Fall eine Leseempfehlung, aber nicht für jmd der spannendes Science Fiction sucht, sondern eher ein Buch das dazu anregt über Identität und Freiheit nachzudenken 😊
Wow! Der Roman hat mich komplett in seinen Bann gezogen und habe ihn innerhalb von 2 Tagen verschlungen. Jede Seite endet mit dem Gefühl von: Ich muss wissen, wie es weitergeht!
Die Ausgangssituation ist beklemmend. 40 Frauen leben seit Jahren eingesperrt in einem unterirdischen Käfig. Sie werden von Männern bewacht ohne zu wissen warum. Als ihnen plötzlich die Flucht gelingt,beginnt jedoch keine Erlösung. Sie befinden sich nun in einer menschenleeren Welt, in der es keine Antworten gibt. Diese Freiheit fühlt sich oft wie ein anderer Käfig an und hat mich stark an „Die Wand“ von Marlen Haushofer erinnert.
Besonders faszinierend fand ich die Erzählerin. Sie ist die Jüngste der Frauen und kennt als Einzige kein anderes Leben als die Gefangenschaft. Dadurch betrachtet sie die Welt mit einer Neutralität. Sie hinterfragt alles: Gesellschaft, Beziehungen, Sprache, Hoffnung, Tod. Weil ihr menschliche Sozialisation fehlt, wirken ihre Beobachtungen schonungslos ehrlich, fast wie der Blick eines Wesens, das das Menschsein von außen betrachtet. In ihr steckt unglaublich viel Hoffnung. Das hat mich am meisten berührt. Trotz dieser trostlosen Welt verliert sie nie die Neugier, ihren Wissensdurst und ihren Mut. Sie will verstehen. Antworten finden. Dem Leben einen Sinn abringen. Gerade dadurch bewahrt sie sich etwas zutiefst Menschliches.
Gefallen hat mir auch, wie das Buch mit dem Tod umgeht. In einer Welt, in der scheinbar alles seinen Sinn verloren hat, bleibt jeder Mensch bedeutsam. Die Verstorbenen werden nicht einfach vergessen, sondern behalten ihre Würde und ihren Platz in den Erinnerungen der anderen.
Dieses Buch stellt viele existenzielle Fragen, dass es noch lange nachhallt: Was macht ein Leben lebenswert? Was macht uns zu Menschen? Wie gehen wir mit unserer Freiheit um? Vieles bleibt unbeantwortet. Der Schluss ist daher etwas ernüchternd und ich hätte mir natürlich mehr Antworten gewünscht, aber genau deshalb passt er so perfekt zu dieser dystopischen Geschichte. Wie im echten Leben bleiben manche Rätsel ungelöst.
Das Buch lässt sich an einem Tag lesen… der Gedanke „ das kann doch nicht alles sein?“ hat dafür gesorgt, dass ich nicht aufgehört habe zu lesen. Aber es war alles… und das hallt nach…
Die Geschichte entfaltet eine Sogwirkung, die gleichzeitig verstörend, beklemmend und unglaublich intensiv ist.
Wow was für eine einzigartige Geschichte!
Es ist eine jener Geschichten, bei denen man am besten so wenig wie möglich im Voraus weiß, weil ihre Wirkung dann umso intensiver ist .
Das Hörbuch hat mich regelrecht in seinen Bann gezogen. Ich konnte kaum aufhören zu hören, weil jede Szene neue Fragen aufwarf und ich unbedingt wissen wollte, wohin das alles führt. Die Geschichte entfaltet eine Sogwirkung, die gleichzeitig verstörend, beklemmend und unglaublich intensiv ist.
Das Hörbuch perfekt gelesen von Vera Teltz, die die Atmosphäre der Geschichte toll rüberbringt.
Auch Tage später musste ich immer wieder an einzelne Bilder und Gedanken zurückdenken. Dieses Buch bietet viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren.
Die Erstauflage erschien bereits 1995, wurde aber nun neu aufgelegt und ist heute noch genauso zeitgemäß.
Wer Werke wie „Die Wand“ oder „Der Report der Magd“ mag, wird Harpmanns Roman sicherlich ebenso gefallen.
Ein Buch, das sachlich erzählt & intensiv zugleich ist.
"Ich, die ich Männer nicht kannte" von Jacqueline Harpman, ist ein Roman, der sich recht sachlich lesen lässt und doch emotional aufwühlt.
Die Geschichte von den vierzig Frauen, erzählt von der Jüngsten unter ihnen, ist bewegend, wirft Fragen auf und zeichnet einen Ansatz zum Weiterdenken.
Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive der vierzigsten und zugleich jüngsten Frau erzählt, der Frau, die anfängt Fragen zu stellen, die sich nicht erinnert, ob sie einen Namen hatte, für die die Gefangenschaft als Kind begann und die aus ihrer zunächst beobachtenden Rolle ausbricht.
Dabei ist unsere Erzählerin stets sachlich, weiß sie doch scheinbar nicht so richtig, was Emotionen sind, kennt Themen wie Scham und Männer nicht, auch wenn sie die Wärter regelmäßig beobachtet. Wo sie zu Beginn Ausschluss erfährt, ist es sie, die in einigen Dingen zur treibenden Kraft wird. Sie versucht noch innerhalb des Gefängnisses die Dinge zu begreifen.
Eines Tages geschieht dann das unerwartete: Die Tür ihres Gefängnis steht offen, die sechs schweigenden Wärter sind verschwunden.
Ab da beginnt die Geschichte eine andere Richtung anzunehmen. Die zuvor von den Wärtern, die nur ihre Peitschen sprechen ließen, gemaßregelten und verunsicherten Frauen, beginnen sich aus ihrem Gefängnis herauszuwagen und scheinen bereit sich der Welt entgegenzustellen und herauszufinden, was mit den anderen Menschen passiert ist. Den während ihrer Gefangenschaft gab es keinerlei Informationen über weitere Menschen und deren Verbleib, nicht einmal über den Planeten und was darauf passiert sein muss, dass sie in eine solch misslich Lage geraten sind.
War all das zu ihrem Schutz? Oder hatte es ganz andere Gründe? Woher kam das Licht im Gefängnis, woher die Wärter, woher das Schweigen?
Das Buch ist intensiv, weil es Fragen aufwirft. Von Seite zu Seite gibt es mehr Anlass dazu, darüber nachzudenken, was passiert sein muss, dass sich eine solche Welt abzeichnet. Als Lesende begleitet man die vierzig Frauen auf ihrem Weg, lernt viele von ihnen namentlich kennen, auch wenn man nur wenig Bezug herstellen kann. Doch auch das passt, denn die Erzählerin scheint selbst wenig emotionale Beziehungen aufzubauen. Sie ist keine klassische Sympathieträgerin und doch ein kleiner Hoffnungsschimmer in dieser Welt, getrieben von ihren eigenen Fragen und einer gewissen äußerst menschlichen Neugierde.
Das Buch behandelt die Frage nach Freiheit und Gefangenschaft, nach Menschlichkeit und Gemeinschaft. So scheint es, als würden sich die Frauen auf Dauer in ihrer neuen Freiheit gefangener fühlen als in der eigentlich vorausgegangenen Gefangenschaft. Paradox und doch spürbar.
Etwas ungewohnt für mich waren die sehr langen Kapitel, wenn man sie als solche bezeichnen möchte.
Eigentlich schienen diese eher die verschiedenen Lebensabschnitte der Protagonistin zu markieren.
Das Buch lässt Fragen zurück. Ein kleiner Fakt am Rande: das Buch wird von derselben Sprecherin gelesen wie "Der Report der Magd". Das ist mir aufgefallen, als ich zwischendurch in das Hörbuch reingehört habe.
Zwar sind beide Geschichten doch sehr unterschiedlich, dennoch finde ich diese Sprecherinnenwahl passend.
Meinerseits gibt es eine klare Empfehlung für dieses Buch. Es ist intensiv, nachdenklich und wird zumindest bei mir noch lange nachwirken.
„Aber wir haben kein Leben mehr. Alles, was uns bleibt, ist, miteinander zu reden.“
Einzelband
Irgendwie fällt es mir schwer, dieses Buch zu beurteilen. Es war anders, als ich erwartet hatte - nicht schlecht, nur anders. Es war ruhig und beklemmend. Trotz der Kürze lässt sich dieses Buch auch definitiv nicht so einfach wegsnacken. Es hat mich schon beschäftigt und ich habe so viele Fragen 😅 vielleicht muss ich auch einfach noch ein bisschen drüber nachdenken, was die Geschichte mit mir gemacht hat.
Ich habe trotz guter Klappentextbeschreibung ein bisschen was anderes erwartet, wurde aber dennoch positiv überrascht.
.
KLAPPENTEXT
Tief unter der Erde werden neununddreißig Frauen gefangen gehalten. Während das elektrische Licht Tag und Nacht verschwimmen lässt, sitzt ein junges Mädchen – die vierzigste Gefangene – allein und ausgestoßen in der Ecke. »Ich, die ich Männer nicht kannte« ist so feministisch wie »Der Report der Magd« und so existentiell wie »Die Wand«: Ein moderner Klassiker, internationaler Verkaufserfolg und BookTok-Hit in neuer deutscher Übersetzung.
In einem unterirdischen Gefängnis sitzen neununddreißig Frauen. Was übertage geschehen ist, wissen sie nicht: Wurde die Welt verlassen, von einem Virus verwüstet? Die Frauen können sich nicht erinnern, wie sie in den Käfig gelangt sind, haben jegliches Zeitgefühl verloren und nur eine vage Ahnung von ihrem alten Leben. Ihre Aufseher, sechs schweigsame Männer in Uniform, sprechen nicht mit ihnen und berühren sie nur, um sicherzustellen, dass keine von ihnen versucht, sich das Leben zu nehmen. Eines Tages ertönt ein Alarm, und die Wachen verschwinden; die Tür steht offen. Als erste wagt jene vierzigste Gefangene den ersten Schritt, die nichts als das Gefängnis kannte. Doch anders als erhofft, finden die Frauen draußen nicht die Freiheit, sondern eine Welt, die sie nicht wiedererkennen und in der sie lernen müssen, sich gemeinsam zurechtzufinden.
MEINUNG
Ich habe das Buch angehört und im Laufe des Lesens herausgefunden, dass das Buch bereits 1995 geschrieben wurde und eine Wiederentdeckung ist.
Durch die Wiederentdeckung wurde das Buch nochmal neu übersetzt. Ich mochte die Sprache sehr, hatte aber aufgrund dessen den Eindruck, dass es auch ein sehr, sehr aktuelles Buch sein könnte.
Im Buchclub haben es einige auf Englisch gelesen, was sprachlich wohl eher dem ursprünglichen Erscheinungstermin entspricht.
Des Titels wegen und auch ein bisschen vom Klappentext habe ich etwas anderes erwartet. Dennoch war es interessant der Handlung zu folgen. Es werden Missstände angesprochen, sehr gut beschrieben, was die Welt, in der das spielt mit den Frauen macht. Wie das gesellschaftliche Zusammenleben, Strukturen, Vergangenheit, etc. darauf Einfluss nehmen.
Durch die Handlung gab es in meinem Kopf irgendwann eine Aneinanderreihung von vielen Fragezeichen. Was passiert da überhaupt, wo passiert das alles? Spielt die Vergangenheit von Jaqueline Harpman dabei eine Rolle?
Und obwohl die Fragezeichen auch nicht unbedingt verschwinden, hat es mir sehr gut gefallen.
Insgesamt fand ich es ein sehr gutes Buch und einfach spannend zu lesen, mit dem Gedanken, dass es vor mehr als 30 Jahren geschrieben wurde.
Zwei letzte Tipps von mir: Erst das ganze Buch lesen/hören, bevor man irgendwelche Recherchen betreibt oder Kommentare liest. Und Vera Teltz liest das Buch wirklich toll vor!
Die Handlung hat mich durch ihre düstere und unglaublich beklemmende Atmosphäre gepackt. Während des Lesens hatte ich ständig Fragen im Kopf und habe richtig mitgefiebert, weil immer wieder kleine Momente von Hoffnung aufkamen, die kurz darauf sofort wieder zerstört wurden.
Dieses Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Unsicherheit hat das Buch für mich so intensiv gemacht.
Obwohl das Buch recht kurz ist, steckt erstaunlich viel Tiefe darin. Es geht um weit mehr als nur die eigentliche Handlung. Vielmehr geht es um Sinn, Menschsein und die Frage, was das Leben überhaupt ausmacht.
Ich konnte die Protagonistin nicht an allen Stellen nachvollziehen und manche Passagen wirkten auf mich etwas repetitiv.
Die Fragen, die unbeantwortet bleiben sind sehr frustrierend, betonen jedoch den Grundgedanken der Geschichte.
Trotzdem ist es für mich insgesamt ein sehr starkes und nachdenkliches Buch, das vor allem durch seine Stimmung und seine Themen überzeugt.
Diese beklemmende Dystopie, die bereits 1995 erschien und jetzt nochmal neu übersetzt wurde, entführt einen in eine geheimnisvolle Welt, in der mehrere Frauen (39 Frauen/1 Kind) in einem unterirdischen Käfig gefangen gehalten und von Männern bewacht werden, die jegliche Kommunikation verweigern. Der Grund ihrer Gefangenschaft, die Umstände, die dazu führten, und die Dauer ihres Aufenthalts bleiben im Dunkeln.
Die fesselnde Erzählung zog mich in ihren Bann, erforderte jedoch aufgrund ihrer Intensität längere Leseabschnitte und Pausen zum Nachdenken. "Ich, die ich Männer nicht kannte" erzeugt eine bedrückende Atmosphäre in einer mysteriösen Welt, in der die Ungewissheit über das Kommende und der Sinn des Ganzen allgegenwärtig sind.
Dieses Buch hat mich von Anfang an ergriffen und komplett fertig gemacht. Werde es nicht so schnell vergessen. Wenn man Dystopien mag, ist dieses Buch meiner Meinung nach an absolutes Must-read.
Boah war das beklemmend … Weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das Buch bewerten soll, weil ich konnte es nicht aus der Hand legen, aber es war auch so erschütternd. Trotzdem eine klare Empfehlung!
Einzig die feministische Perspektive hätte für diesen Titel mehr im Vordergrund stehen können.
💭 M E I N U N G
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive eines namenlosen (zunächst) Mädchens erzählt und der Leser wird gemeinsam mit ihr alt. Er begleitet sie durch ihre Welt, entdeckt Dinge zum ersten Mal und kann in ihre Gedanken eintauchen.
Die Atmosphäre ist die ganze Zeit eher düster und beklemmend, trotzdem besteht eine gewisse Spannung, die mich das Buch kaum aus den Händen legen lies.
Was mich besonders fasziniert hat, ist die für mich unvorstellbare Perspektive der Protagonistin, die so authentisch und realistisch dargestellt wurde: sie kennt keine Welt außerhalb des Kellers, keine Familie, keine Sonne, keine Liebe. Sie weiß nicht mal, wie sie selbst aussieht, weil es im Keller keine Spiegel gab. Sie kennt alles nur aus Erzählungen der anderen Frauen und geht später selbst auf Entdeckungstour.
Die Schlüsse, die sie zieht, die Erkenntnisse, die ihr begegnen, die Einsamkeit, die sie erlebt und vor allem ihr Blick in dem Spiegel waren für mich total berührend.
Und auch wenn das Buch kein Happy End hat, passt der Ausgang zum Rest der Geschichte. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass es nicht ganz so viele offene Fragen hinterlässt oder man mehr über die Vorgeschichte erfährt.
⭐️ F A Z I T
Ein spannendes Gedankenexperiment, das atmosphärisch, wenn auch düster & beklemmend, erzählt wird, voller Denkanstöße ist und bei mir eine Leere hinterlassen hat. Für mich ist das kein Buch, das ich lese, ins Regal stelle und dann vergesse. Sondern ein Buch das bleibt, das mich beschäftigt und nachhallt.
Von mir gibt’s 4,5⭐️ und eine große Empfehlung! Das Buch hat mich wirklich unfassbar gut unterhalten!
Super düster, unbehaglich und zum Nachdenken anregend
Vierzig Frauen werden in einem fensterlosen Bunker in völliger Isolation festgehalten. Es gibt keinen Himmel, keine Jahreszeiten und keine Vergangenheit. Die jüngste unter ihnen - die namenlose Protagonistin - kennt nichts außer diese Betonmauern.
Doch plötzlich ergibt sich die Möglichkeit zur Flucht und die Frauen können in eine Freiheit treten, die ebenso rätselhaft wie gnadenlos ist. In einer weiten, menschenleeren Landschaft suchen sie nach der quälenden Frage des „Warum?“ Diese Frage bleibt in der düsteren Geschichte auch für den Leser bis zur letzten Seite offen.
Wichtig ist hier die Einordnung. Es handelt sich - meines Ansicht nach - keinesfalls um ein feministisch angelegtes Werk. Der Originaltitel im französischen (Hommes) kann sich sowohl auf das deutsche Wort „Männer“ oder eben „die Menschheit“ beziehen. Wobei die zweite Bedeutung hier sinniger ist. Gewiss kann dem Buch ein feministischer Anspruch beigemessen werden, beispielsweise beim Aufbau einer neuen Geselchaft. Zentraler finde ich trotzdem die Frage nach dem Mensch-Sein und dem Sinn des Seins: Wozu lohnt es sich zu leben? Gibt es einen größeren Zweck am Ende dieser „Suche“, wonach suchen wir überhaupt? Was bedeutet Freiheit? Was bedeuten Gesellschaft und ihre Regeln?
Das alles sind Fragen, die ich nach der Lektüre mitnehme, die nicht beantwortet werden (können) und ein unbefriedigendes Gefühl stehen lassen.
Ein klare Leseempfehlung - insbesondere für alle, die Dystopien schätzen und sich mit solchen philosophischen Fragen auseinandersetzen möchten.
Meine Erwartungen an „Ich, die ich Männer nicht kannte“ waren ehrlich gesagt ganz andere. Vielleicht liegt genau darin mein größtes Problem mit diesem Buch. Ich hatte mir eine intensivere, vielschichtigere Geschichte vorgestellt, wurde dann aber von einer Handlung überrascht, die trotz ihrer Kürze erstaunlich schleppend wirkt und für mich wenig Facetten bietet.
Die düstere und melancholische Stimmung der Dystopie ist ohne Zweifel spürbar und auch eindringlich beschrieben. Man kann sich gut in diese Leere und Einsamkeit hineinfühlen. Genau darin liegt auch die Stärke des Romans. Gleichzeitig bleibt es für mich aber dabei. Es geht um Einsamkeit, um das Menschsein und um die Frage, was ein Leben eigentlich ausmacht.
Was mich zusätzlich irritiert hat, ist der Titel und der immer wiederkehrende Bezug zu Männern. Für mich hat sich dieser Fokus nicht wirklich schlüssig in das Gesamtbild eingefügt. Ich hatte erwartet, dass dieser Aspekt eine zentralere oder zumindest klarere Rolle spielt, was sich für mich beim Lesen nicht bestätigt hat.
Den großen Hype und die vielen begeisterten Stimmen kann ich daher persönlich nicht ganz nachvollziehen. Für mich war es leider nicht das richtige Buch.
✧ 𝐙𝐢𝐭𝐚𝐭𝐞:
„Meine Erinnerungen begannen mit meiner Wut.“
"Wir hatten das Gefängnis überlebt, die Ebene, den Verlust aller Hoffnung, und nun stellten die Frauen fest, dass überleben nichts anderes bedeutete, als den Zeitpunkt des Todes immer weiter hinauszuzögern."
✧ 𝐌𝐞𝐢𝐧 𝐋𝐞𝐬𝐞𝐞𝐢𝐧𝐝𝐫𝐮𝐜𝐤:
Ich sollte mir vielleicht doch hin und wieder die Klappentexte vorher durchlesen, denn ich habe von diesem Buch etwas völlig anderes erwartet.
Der Titel und die Rezensionen hier haben mein Interesse geweckt, und so habe ich heute spontan dieses Hörbuch gestartet, und es auch gestern beendet. Wow. Was für eine Geschichte…
Die namenlose Erzählerin, die nie ein „Davor“ hatte, wird trotz ihrer eigenen Unwissenheit zum Anker der anderen 39 Frauen, die ein gemeinsames Schicksal teilen. Die Protagonistin hat eine Eigenschaft, die den anderen Frauen fehlt. Sie betrachtet die Dinge ganz sachlich, da sie im Gegensatz zu den anderen nichts hat, was sie vermissen könnte. Gleichzeitig ist sie neugierig und will so viel wie möglich lernen, egal ob es ihr etwas nützt oder nicht.
Der Roman ist ruhig und doch düster. Hier gibt es keine künstliche Dramatik. Nur eine Frau, die versucht, sich selbst zu begreifen, während alles um sie herum schweigt. Gleichzeitig hat er mich vieles überdenken lassen: über das Leben, das ich führen darf und über die Freiheit, die man erst erkennt, wenn man sie gespiegelt bekommt durch jemanden, der sie nie hatte.
Ein kleiner Kritikpunkt von mir: Ein paar Wiederholungen hätten nicht sein müssen. Sie bremsen den Rhythmus leicht, ohne wirklich etwas Neues zu erzählen. Aber selbst das passt irgendwie zu dieser monotonen und leeren Welt, in der die Frauen gefangen sind.
Ich hätte mir ein Happy End gewünscht. Aber das war wahrscheinlich gar nicht das Ziel der Geschichte. Das Buch wird mir jedenfalls noch lange im Kopf bleiben und mich vieles in ganz neuem Licht betrachten lassen.
Ein ganz großes Kompliment auch an die Sprecherin. Das Buch war großartig gelesen und sowohl Stimme als auch Tempo passten hier einfach perfekt.
Große Empfehlung! 🖤
Ich habe etwas vollkommen anderes erwartet. Vielleicht sollte man wissen,dass dieses Buch kein klassischer Roman ist. Es ist ein Gedankenkonstrukt,sehr abstrakt und wirft viele Fragen auf. Aber vermutlich ist es genau das,was Jaqueline Harpman wollte. Was macht uns Menschen aus? Sind wir überhaupt noch Menschen ohne Vergangenheit, ohne Gesellschaft?
Vor diesem Hintergrund kann man dieses Buch nur gut bewerten.
Jacqueline Harpman hat mit diesem Buch einen modernen Klassiker geschaffen.
Auch wenn ich Anfangs erst einmal mit dem Schreibstil warm werden musste, zog mich der Roman in den Bann.
Nicht, weil ständig etwas passiert, sondern weil man sich mit den Gedanken der Erzählerin auseinandersetzt.
Wir erleben alles aus der Sicht eines am Anfang jungen Mädchens im Teenageralter.
Sie ist mit 39 weiteren Frauen eingesperrt. Wo und warum ist nicht klar, aber das spielt auch keine Rolle.
Anfangs sind noch Wachen da, die dann aber plötzlich verschwinden.
Der Leser kann nun die Reise der Namenlosen ( , welche ohne schulische Bildung und bewussten Kontakt zu anderen Menschen lebte ) und der Frauen erleben.
Diese Geschichte setzt sich leicht philosophisch mit dem menschlichen sein auseinander und kommt dabei angenehm ruhig und kurz daher.
Dafür gibt es eine klare Leseempfehlung.
Das war wirklich krass. Man wird direkt in die Szenerie geworfen und ist genauso unwissend und hilflos wie die eingesperrten Frauen.
Die Entwicklung der Geschichte war sehr überraschend für mich! Alle meine Fragen blieben unbeantwortet und ich hab tagelang darüber nachgedacht, was passiert ist, wo es spielt und warum das alles passiert ist.
Ich sag immer, dass ich offene Endungen hasse, aber eigentlich sind das immer genau die Bücher, die mich am meisten nachhaltig beschäftigen und irgendwie auch anregen.
Ganz klare Leseempfehlung!
Ich bin ein wenig hin- und hergerissen.
Das Buch war sehr intensiv, spannend und emotional zerstörend.
Ob es es als feministischen Roman bezeichnen würde weiß ich nicht, vielleicht schlägt da aber auch das Erscheidungsjahr zu buche.
Ich habe mir etwas anderes unter dem Buch vorgestellt, ohne genau definieren zu können, warum und was.
Ein Stern Abzug für das Ende und die fehlende Auflösung, das hatte mir viel Frieden gegeben 😂