14. Jan.
Rating:2.5

🇻🇪🇻🇪🇻🇪

Es fällt mir nicht leicht einen Beitrag zu schreiben, weil ich das Thema des Romans so wichtig finde. Der Klappentext hat mich angesprochen, weil ich mehr Literatur aus/über Südamerika lesen wollte. Nach ungefähr der Hälfte des Buches habe ich es erstmal zur Seite gelegt. Die Protagonistin blieb mir fremd, ich konnte die Handlung zeitlich schlecht einordnen. Jetzt, nach Trumps Schachzug gegen Marduro habe ich das Buch wieder zur Hand genommen und weitergelesen. Adelaida ist eine starke Frau, ihr Schicksal furchtbar, einsam. Die Brutalität, mit der die Gegenwart beschrieben wird, ist ekelhaft, grausam und egoistisch. Jeder ist sich selbst der nächste. Der Kontrast zur Vergangenheit, der durch die Rezitation alter Lieder aufgezeigt wird, ist hart. Ja. Ich habe das gesehen, ja, ich finde das interessant, ja, ich mag die Grundstory, ja, es ist super wichtig 🚨. Hat es mich berührt. Leider nein. 😢

La Hija de la española
La Hija de la españolaby Karina Sainz BorgoDEBOLSILLO
25. Sept.
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Rating:2

📌 "Wir ertappten uns dabei, dem Unschuldigen wie dem Henker Böses zu wünschen. Wir waren nicht imstande, sie zu unterscheiden." - S. 61 Vom erschütternden Leben in Venezuela, in dem es Tag für Tag gilt zu überleben. Nachdem Adelaida ihre Mutter beerdigt hat versucht sie sich alleine durchzuschlagen. Gewalt ist in den Straßen von Caracas an der Tagesordnung, das Leben geprägt von Verlusten, Leid und Kummer. Hoffnung gibt es kaum, diesem Elend zu entfliehen, doch Adelaida gibt nicht auf. Als sich ihr die Gelegenheit zur Flucht bietet, nutzt sie ihre Chance. ... Ich bin ehrlich, ich hatte wenig bis keine Vorstellung vom Leben in Venezuela und fand die dortigen im Buch beschriebenen Verhältnisse erschütternd. Trotzdem hat mir dieser Roman leider nur mäßig gefallen, da die Protagonistin für mich unnahbar geblieben ist, was vielleicht am teilweise sehr sachlichen Erzählstil lag. Wäre das Buch nicht so dünn gewesen, hätte ich es wohl nicht beendet.

La Hija de la española
La Hija de la españolaby Karina Sainz BorgoDEBOLSILLO
21. Aug.
Rating:4.5

Einleitung vertraut, steigernd beängstigend , mittig hängend, zum Ende hin verschreckend

Kennt man sich in der venezolanischen Geschichte und Politik etwas aus, hat man eine diffuse Ahnung, über welche Themen die Autorin schreiben möchte. Doch anders als journalistische Texte wie Reportagen (die Autorin ist eigentlich Journalistin) kann ein solcher Roman die Leserschaft tiefer in psychischer und emotionaler Hinsicht berühren und aufwühlen. Der Einstieg, wenn man solche Art Bücher kennt, wirkt vertraut. Man begleitet die Protagonistin Adelaida zur Beerdigung ihrer Mutter. Schon da sieht man wie durch einen zarten Vorhang die Schrecken Caracas und des Landes. Noch bewegt man sich wie die Hauptfigur in einer fragilen Sicherheit, die schlagartig zerstört wird. Immer mehr versinkt man in der Trostlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht einer Nation in ständiger Revolution und Diktatur. Schrecken, Gewalt und der Tod sind durchweg präsent und Adelaida droht zu ertrinken und ersticken. In Erinnerungen wird ihr selbst klar und der Leserschaft vor Augen geführt, wie Venezuela einst war. Welche Schönheit, Kultur und trügerische Prosperität. Und während ihre Gegenwart immer verzweifelter wird, verdüstern sich auch die Erinnerung einer alten Zeit - bis sie schließlich eine Andere wird. Interessant fand ich, dass Mutter und Tochter den gleichen Vornamen haben. Immer wieder im Text erwähnt die Hauptfigur, dass sie so tot ist wie ihre Mutter. Für mich ist dies ein Spiegelbild. Sie waren eine Einheit, eine Symbiose, welche Stück um Stück starb. Eine neue Person wurde „geboren“ (aus einer weiteren Toten geschaffen), um schließlich mit dem letzten Funken der Macht in der Ohnmacht zu fliehen. Die Sprache ist nicht einfach. So gibt es äußerst poetische Stellen, wenn man sich im Gedankenstrom befindet. Diese wechseln zu fast schon sterilen und vulgären Beschreibungen, um schließlich mit erzählerischen Abschnitten ergänzt zu werden. Sicherlich ist es EINE Geschichte einer fiktiven Person, welche sich im gehobenen Bildungsbürgertum bewegt - aufgestiegen durch Bildung. Andere Lebenswelten werden nur am Rande sichtbar, wie sie dies auch für die Hauptfigur nur sind. Es ist ein gutes, erschütterndes und wichtiges Buch - aus einer Region, die zu häufig von Europa übersehen wird.

La Hija de la española
La Hija de la españolaby Karina Sainz BorgoDEBOLSILLO
31. Juli
Ich habe bisher noch nichts von diesem Buch gehört, was mich nach Beendigung sehr verwundert. In diesen 200 Seiten wurde auf sehr eindrückliche Weise beschrieben wie das Leben in Venezuela, insbesondere in Caracas abläuft - und es ist erschütternd. Dinge die für uns selbstverständlich sind sind dort Luxus, jeden Tag muss man hoffen das man den nächsten noch miterleben darf, dass man nicht grundlos, und auf alle erdenklich schrecklichen Weisen, bestraft wird, für etwas das man nicht getan hat. Dieses Buch und das darin beschriebene Leid und die Grausamkeit werde ich vermutlich nie mehr aus meinem Gedächtnis löschen können. Die Erzählungen haben mich bewegt, erschüttert und oftmals sprachlos gemacht.
Rating:4

Ich habe bisher noch nichts von diesem Buch gehört, was mich nach Beendigung sehr verwundert. In diesen 200 Seiten wurde auf sehr eindrückliche Weise beschrieben wie das Leben in Venezuela, insbesondere in Caracas abläuft - und es ist erschütternd. Dinge die für uns selbstverständlich sind sind dort Luxus, jeden Tag muss man hoffen das man den nächsten noch miterleben darf, dass man nicht grundlos, und auf alle erdenklich schrecklichen Weisen, bestraft wird, für etwas das man nicht getan hat. Dieses Buch und das darin beschriebene Leid und die Grausamkeit werde ich vermutlich nie mehr aus meinem Gedächtnis löschen können. Die Erzählungen haben mich bewegt, erschüttert und oftmals sprachlos gemacht.

La Hija de la española
La Hija de la españolaby Karina Sainz BorgoDEBOLSILLO
3. März
Rating:5

Ein Porträt von Caracas und den Menschen die dort leben. In dieser gefährlichen Stadt, dieser furchtbar aufgeladenen Stimmung, dem Bürgerkrieg, erlebt man beim Lesen die Stadt mit dem krassen Ruf. Eine so bildgewaltige Sprache, unglaubliche Geschichte.

La Hija de la española
La Hija de la españolaby Karina Sainz BorgoDEBOLSILLO
6. Okt.
Kraftvoll und wortgewandt
Rating:4

Kraftvoll und wortgewandt

Caracas gilt als die gefährlichste Stadt der Welt. Der Tod lauert an jeder Ecke, die Armut ist grenzenlos und der Kampf um Nahrungsmittel ist inzwischen Alltag. Hier lebt Adelaida, oder vielmehr: Hier existiert sie. Irgendwie. Jetzt, wo sie ihre Mutter begraben hat, ist sie auf sich alleine gestellt. Auf den Straßen ihres Viertels herrscht Krieg, Banden und Milizen regieren hier, entscheiden wer zu essen bekommt, wer stirbt.Täglich nehmen Blutig-endende Demonstrationen gegen die venezolanische Regierung zu. Das Land ist im Tiefflug. Adeleida sieht keine Hoffnung bei all dem Leid, doch dann tut sich ihr eine einmalige Chance auf. Karina Sainz Borgo hat einen erschütternden und kraftvollen Roman über ein Land geschrieben, das im Chaos versinkt. Ich habe mich die letzten Wochen viel über die katastrophale Lage Venezuelas informiert und die Tatsache, dass Borgos Schilderungen so sehr die Realität widerspiegeln, ist schockierend. Mit Sprachlicher Gewandtheit, zeichnet die Autorin ein erschreckendes Bild einer gescheiterten Revolution und eine spannende Geschichte um eine junge Frau, die Versucht aus dem Elend zu entfliehen. "Nacht in Caracas" ist ein gelungener Roman, der mir noch Lange im Kopf bleiben wird und ich empfehle ihn allen, die eine literarische Reise in ein Land von Chaos und Terror ertragen können und den kleinen Lichtschimmer an Hoffnung sehen möchten. Aus dem spanischen von Susanne Lange.

La Hija de la española
La Hija de la españolaby Karina Sainz BorgoDEBOLSILLO
19. Apr.
Rating:4

Für diese knapp 200 Seiten musste ich mir Zeit lassen, denn die beschriebenen Zustände in Caracas sind wirklich heftig 😕 Ich hatte ehrlicherweise keine Ahnung, wie es um Venezuela steht - das Buch war dahingehend durchaus augenöffnend. Erschreckend und sehr eindrücklich geschrieben!

La Hija de la española
La Hija de la españolaby Karina Sainz BorgoDEBOLSILLO
23. Sept.
Rating:3

Ein Buch über den Untergang eines Landes und die Verrohung der dort lebenden Menschen. In atmosphärisch dichter und schonungslos direkter Erzählweise wird hier das Bild einer Frau gezeichnet, die das Ende ihres Landes miterleben, den Tod geliebter Menschen ertragen und die sie umgebenden Ungerechtigkeiten hinnehmen muss. Aufrüttelnd, unangenehm und erschreckend, anders kann ich diese Leseerfahrung nicht beschreiben. Definitiv lesenswert, aber bestimmt keine leichte Kost für zwischendurch. Fiktiv und doch nah an der Realität. Und ja, es ist Nacht in Caracas.

La Hija de la española
La Hija de la españolaby Karina Sainz BorgoDEBOLSILLO
11. Sept.
Rating:4

Von Caracas wusste ich nicht viel mehr, als dass es die Hauptstadt von Venezuela ist und von diesem Land habe ich im Gedächtnis, dass es dort politisch brodelt weshalb auch immer mal wieder sporadisch in den Nachrichten darüber berichtet wird. Zugegebenermaßen ist das nicht viel und darum war ich gespannt, welche Geschichte mir Karina Sainz Borgos in ihrem Debütroman „Nacht in Caracas“ zu erzählen hatte. An dieser Stelle sei verraten, dass es sich dabei um einen Roman handelt, der mir nahe ging und mir deutlich machte, dass es uns in Deutschland doch recht gut geht, selbst wenn nicht alles ‚rund‘ läuft. Geschrieben ist das Buch aus Sicht der 38jährigen Adelaida, mit der man gleich zu Beginn des Buches ihre Mutter auf dem Friedhof zu Grabe trägt. Doch auf dem Friedhof ist es gefährlich, genau wie an jedem anderen Ort in Venezuela. Das Land versinkt in Chaos und Elend. Als Adelaida gewaltsam aus ihrer Wohnung vertrieben wird, weiß sie nicht wohin. Wenn sie sich retten will, bleibt ihr nur die Flucht. Die Ausdrucksweise der Autorin ist bildhaft und geht nah. Allmählich lernt man Adelaida kennen und wird Zeuge ihres Überlebenskampfes. Es ist ein trostloses hartes Leben voller Angst und Hunger und ohne Aussicht auf Besserung. Der Papagei auf dem Cover des Buches stammt aus längst vergangenen Tagen und erinnert neben der Schönheit dieses Landes daran, dass Venezuela auch mal bessere Zeiten kannte und in den 1950er Jahren ein beliebtes Einwanderungsland für Europäer war. Erinnerungen, die fast unwirklich erscheinen, wenn Adelaida in ihnen schwelgt oder über sie in Briefen liest und aus denen doch die Liebe für das inzwischen zerrüttete Land spricht. Ich bin erschüttert und frage mich beim lesen, wie viel von der geschilderten Brutalität und den Notständen dieses Landes wohl der Realität entspricht, immerhin handelt es sich bei diesem Buch ja um eine fiktive Geschichte. Darauf verweist Karina Sainz Borgo am Ende des Buches ganz deutlich und merkt außerdem an, dass einige Episoden und Figuren des Romans sich an reale Vorfälle anlehnen, jedoch keinen Anspruch erheben, Fakten zu sein. Sie lösen sich von der Wirklichkeit, ihre Absicht ist eine literarische, keine dokumentarische. Und doch hat man beim Lesen den Eindruck, dass vieles von dem, was sie schildert, genau so möglich sein könnte oder – schlimmer noch – womöglich ist. Die Inflationsrate von Venezuela beträgt mehr als eine Million und das Land leidet an einer 90%-igen Unterversorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten. Offizielle Zahlen über Opfer von Gewaltverbrechen gibt es nicht mehr, weil der Staat sie liefern müsste. Aber die Venezolanische Beobachtungsstelle für Gewalt, eine unabhängige Organisation, berichtet von 73 Mordopfern täglich durch gemeines Gesindel und mindestens 350 politischen Insassen in venezolanischen Gefängnissen. [Quelle: 114 – Das literarische Onlinemagazin des S. Fischer Verlags] Eindrücklich schildert Karina Sainz Borgo, die selbst 1982 in Caracas geboren wurde und vor mehr als zwölf Jahren nach Spanien emigrierte, was Korruption und täglicher Überlebenskampf aus Menschen machen kann: Ängstliche Menschen, die sich verkriechen, sich gegenseitig belauern und irgendwie zu überleben versuchen oder Menschen, die sich trauen gegen die Regierung zu protestieren „damit man sie umbrachte, weil Hunger und Wut Grund genug zum Sterben sind“. „In unserm Innern schwoll eine chaotische, gefährliche Energie an. Und mit ihr die Lust, den zu lynchen, der unterdrückte, den Schwarzhändler vom Militär anzuspucken, der die rationierten Lebensmittel weiterverkaufte, oder den schlauen Kerl, der uns in der langen Schlange, die sich montags vor den Supermärkten bildete, einen Liter Milch abluchsen wollte. Unheilvolles machte uns glücklich: wenn einer der Mächtigen plötzlich rätselhafterweise im wildesten Fluss der Zentralebene ertrunken oder ein korrupter Staatsanwalt von einer Bombe unter dem Sitz seines Luxusgeländewagens zerfetzt worden war, nachdem er den Schlüssel umgedreht hatte. Wir vergaßen das Mitleid, denn wir wollten unbedingt Gewinn aus dem schlagen, was schlecht lief.“ (S. 59) Karina Sainz Borgos Roman „Nacht in Caracas“ ist ein intensives literarisches Debüt über das Schicksal einer jungen Frau und ein virtuoses Portrait eines untergehenden Landes. Auch wenn mich das Ende dieses Buches nicht vollends überzeugen konnte, ist es unbedingt empfehlenswert!

La Hija de la española
La Hija de la españolaby Karina Sainz BorgoDEBOLSILLO