Wenn dein Leben völlig auf den Kopf gestellt wird und dann in Gefahr gerät…
Völlig unerwartet erhält Helene Adler, Doktorin der Philosophie aus Graz, eine Einladung zur Testamentseröffnung der verstorbenen Elina Dunston aus Cambridge. Elina ist Helene völlig unbekannt, trotzdem tritt sie die Reise nach England an, eine Reise, die ihr ganzes bisheriges Leben in Frage stellt. Denn Elina hat sie als Haupterbin eingesetzt, das unter anderem ein prächtiges Anwesen in Cambridge beinhaltet und ihr, die bisher immer beruflich auf wackeligen Füßen stand, ein sorgenfreies Leben bescheren könnte. Allerdings sind da noch die Nichte und der Neffe der Verstorbenen, die ihr das Erbe neiden. Als ein Freund der Verstorbenen den Verdacht äußert, dem Tod könnte nachgeholfen worden sein, beginnt sie selbst mit Ermittlungen, allerdings verkennt sie dabei die Gefahr, die ihr persönlich droht… Der Krimi von Nika Wilhelm liest sich von Anfang bis Ende sehr flüssig und spannend. Es ist interessant, mit welcher Akribie Helene versucht, das Rätsel des Todes von Elina zu lösen und wie sie dabei die Freunde der Verstorbenen kennen und schätzen lernt. Der Leser spürt, wie Helene mit ihrer Offenheit Vertrauen zu diesen Menschen aufbaut und mit Freundschaft belohnt wird, eine Freundschaft, die oft mehr wert ist als die Blutsverwandtschaft. Ein Thema, das auch zur Sprache kommt, wie man vernünftig Unterstützung leisten kann, ohne den Empfänger zu beschämen. Aber man liest auch, wie gefährlich Dogmatismus ist und Leben zerstören kann! Für mich ein sehr unterhaltsamer und spannender Krimi mit einem überraschenden Ende und der Hoffnung auf eine Fortsetzung.

