11. Apr.
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Birgitte Solheim, einst angesehene Herzchrirurgin, erste Frau in diesem durch und durch männerdominierten Fach, blickt hochbetagt auf die Welt und ihr Leben zurück. Fragmentarisch, kurz, fast tagebuchartig lässt sie Ihren Weg Revue passieren, erzählt aus dem Sessel ihrer Pariser Wohnung heraus. Den Vater früh verloren, die Bindung zum Rest der Familie ab dann mehr seidener Faden als festes Band. Der Weg als Ärztin ein so anderer als der, den ihre Schwester ging und die im Alter auf eine Familie zurückblickt. Birgitte hingegen ist oft begleitet von Einsamkeit. Doch im Alter findet sie nochmal die Liebe, die schöne Momente bringt, aber auch wieder Schmerz in sich trägt. Die Sprache wirkt distanziert und kühl, eher beschreibend, obwohl es doch zutiefst persönliche Dinge sind, die sie formuliert. Immer wieder blitzen auch Ironie und Zynismus durch. Und doch lese ich hinter jedem Satz die Einsamkeit, die Angst vor dem Altern und dem Moment, an dem man nicht mehr selbst entscheidet und an dem alles ein Ende findet. Ich habe diese Donnerstag Büchlein zugeklappt und erstmal sehr tief geatmet.

Letzte zärtliche Augenblicke
Letzte zärtliche Augenblickeby Kjersti AnfinnsenSeptime Verlag
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