Ein wirklich groteskes Buch welches an Gewalt und Perversion seines gleichen Sucht. Dennoch könnte ich es nicht Weg legen und war von Anfang bis ans Ende vom Schreibstil Murakamis gefesselt. Unvergesslich wenn auch nicht nur Positiv.
Trigger: Gewalt, verstörende Szenen Obwohl man weiß, was man bei Murakami bekommt, also Ryu Murakami nicht seinen berühmten Namensvetter, muss ich doch jedes Mal durchatmen, sobald ich ein Buch von diesem Autor beendet habe. So auch bei dem vorliegenden Roman. Worum geht es? Im eigentlichen Sinne um zwei Gruppen von jungen Männern und Frauen in den 40ern, im Buch etwas abschätzig als Tanzen bezeichnet. Die männliche Gruppe weiß nichts mit ihrer Zeit anzufangen, geht eher ungeregelten Tagesabläufen nach, trifft sich ab und zu, besaufen sich und gehen danach immer auf eine kuriose Karaoke-Tour. Die Frauen dagegen haben schon einige Dinge erlebt im Leben, haben verschiedene Beziehungen durch, vielleicht auch schon Kinder und treffen sich in eher gehobenen Etablissements. Die Wege beider Gruppen kreuzen sich eher zufällig als einer aus der Männerrunde eine von den Frauen am helllichten Tag tötet. Daraus ergibt sich eine Gewaltspirale zwischen beiden Gruppen, deren Ende man sich eigentlich nicht ausmalen möchte. Wenn man das Werk oberflächlich betrachtet, dann kann man es als gewaltverherrlichend abtun und es einfach so stehen lassen. Kratzt man ein wenig tiefer so begegnet einem einer desillusionierte Gesellschaft, egal ob jung und alt, die Ire Zeit sinnlos totschlagen und sobald sie ein wenig gereizt werden, vollkommen über die Strenge schlagen. Ich kann für dieses Buch immer noch keine richtige Wertung geben. Auf der einen Seite ist es gut geschrieben und bringt das Szenario gekonnt auf den Punkt. Auf der anderen Seite empfinde ich die dargebotene Gewalt zu großen Teilen zu Selbstzweckhaft. Sie erfolgt mit purer Lust am Exzess und hat keinen echten Grund, so ausufern. Wenn man etwas von Ryu lesen möchte, dass ich eher empfehlen würde, dann ist es der Roman-Zweiteiler „In Liebe, Dein Vaterland". Hier kann ich ich keine echte Empfehlung aussprechen, vielmehr zur Vorsicht mahnen ob der dargestellten Gewalt und den entsprechenden Szenen.

