
Achtsam jammern- So unterhaltsam kann Persönlichkeitsentwicklung sein
„Geteiltes Leid ist halbes Leid“ – ein altes Sprichwort. Aber stimmt das heute eigentlich noch? Da kam mir das Buch „Achtsam jammern“ von Heike Abidi und Daniela Nagel genau zum richtigen Zeitpunkt. Dieses Buch ist viel mehr als nur ein Sachbuch. Es ist eine humorvolle Einladung, sich mit dem eigenen Jammern auseinanderzusetzen und dabei Strategien und Übungen kennenzulernen, die helfen, aus dem Dauer-Mimimi auszusteigen. Schon der Untertitel „Sympathisch klagen und gelassen zuhören“ hat mich neugierig gemacht. Und spätestens bei Kapitelüberschriften wie „Auch Optimisten müssen sich mal gepflegt auskotzen“ musste ich schmunzeln. Denn mal ehrlich, wer jammert nicht hin und wieder über das Wetter, die Bahn oder den ganz normalen Alltagswahnsinn? Aber was wäre, wenn wir achtsamer jammern würden? Klingt irgendwie plötzlich gar nicht mehr so negativ, oder? Ich war jedenfalls sehr gespannt, was mir dieses Buch sagen oder mitgeben möchte und ich kann euch sagen, es lohnt sich absolut. Beim Lesen musste ich oft lachen, schmunzeln und gleichzeitig immer wieder über mich selbst nachdenken. Das Buch regt zum Umdenken an, ohne erhobenen Zeigefinger oder dabei belehrend zu wirken. Besonders spannend fand ich den Gedanken, dass unser Fokus unser Weltbild bestimmt. Wir hören ständig, wie schlimm die Welt geworden ist und gleichzeitig vergessen wir oft, wie viel sich tatsächlich auch zum Guten entwickelt hat. Ein paar spannende Fakten dazu liefern die beiden hier gleich mit. Die Autorinnen zeigen auf sehr verständliche und unterhaltsame Weise warum wir überhaupt jammern, welche Bedürfnisse dahinterstecken,warum Dauerjammern uns Kraft raubt und wie wir lernen können, achtsamer mit unserer Sprache und unseren Gedanken umzugehen. Dabei bleibt das Buch angenehm leicht, humorvoll und lebensnah. Auch der kleine „Jammertypen-Test“ gleich zu Beginn rüttelt schon mal wach. 🙃 Besonders wertvoll fand ich die vielen Impulse und Fragen zur Selbstreflexion: Warum jammern wir eigentlich? Was bringt uns das kurzfristig? Und was würde sich verändern, wenn wir bewusster mit unseren Worten umgehen würden? Es geht nicht darum, niemals mehr zu jammern. Sondern darum, achtsamer damit umzugehen. Die Botschaft: Wir können nicht alles beeinflussen aber vieles. Vor allem unseren Fokus, unsere Sprache und unseren Umgang mit schwierigen Situationen. Das besondere für mich an diesem Buch ist, dass es mit Humor und psychologischem Tiefgang an das Thema herangeht und schenkt uns dabei jede Menge Denkanstöße. Jeder von uns weiß, dass Worte haben Macht haben. Sie können runterziehen oder aufbauen, uns selbst und andere. Sich dessen nochmal bewusst zu machen und unsere Sprache in eine wertschätzende Kommunikation zu verwandeln ist schon ein guter erster Schritt. Ich habe immer wieder meiner Freundin davon erzählt. Sie tickt ähnlich wie ich und findet es besonders wie sehr unterhaltsam dieses Buch ist und dazu so wertvoll. Voller guter Impulse, Strategien und Übungen die mir helfen werden aus dem Jammertal heraus zu kommen. Okay, so schlimm ist es bei mir nicht aber es sind schon die Kleinigkeiten die es wert sind verändert zu werden. Auf jeden Fall habe ich viel inspirierendes für mich entdeckt. Raus aus dem Jammertal – mit Humor, Achtsamkeit und ganz viel Selbstreflexion




