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Fragmente dreier Leben im Zeitraffer.
📌 "Die vielen Kanten, an denen man sich stoßen, die rauen Oberflächen, an denen man sich aufschürfen kann. Die vielen verschiedenen Arten, auf die man am Material zu Schaden kommen kann und das Material an einem." - S. 121 In einfühlsamer und poetischer Sprache schreibt Anna Maria Stadler von drei jungen Frauen, die durch die Stadt ziehen und sich in Gedanken verlieren, die sich mit ihrem jeweiligen Leben und ihren persönlichen, sozialen und familiären Beziehungen auseinandersetzen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich alle Zusammenhänge richtig verstanden habe, tat ich mich gerade zu Anfang schwer, die drei Protagonistinnen auseinander zu halten, deren Handlungen und Gedankenstränge hier nach und nach für mich manchmal ein wenig unstrukturiert, wenn nicht gar durcheinander, aneinandergereiht wurden. Das Ganze endet nach gleichbleibend ruhigem Erzählton eher abrupt und offen, die Lebenswege der jungen Frauen weiterhin unvorherbestimmt. Fragmente dreier Leben im Zeitraffer. Trotz der relativ geringen Seitenzahl ist "Halbnah" kein Buchsnack, für mal eben zwischendurch, hat die Geschichte doch sprachlich einen gewissen Anspruch und lässt final einen gewissen Interpretationsspielraum zu, über Beständiges und Vergängliches nachzudenken. 📌 "Die Stadt kann, innerhalb weniger Minuten von Stille ins Spektakel kippen. Von einer Minute auf die andere können die Menschen aus den Häusern auf die Straße drängen und die Plätze füllen, wenn schon nicht in einem geteilten Anliegen, so doch in einem gemeinsamen Vorhaben. - S. 72

