1. März
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»Im anderen Zimmer hörte er etwas, das wie ein Chor brüllender Jungen klang, die dreckige Limericks intonierten.« »Gespräche von vermeintlich echter Intelligenz waberten mit der falschen Grellheit von Hitzeblitzen durchs Zimmer: in der Dauer einer Minute schnappte Siegel die Worte »Zen«, »San Francisco« und »Wittgenstein« auf und empfand eine Art gelinder Enttäuschung, fast so, als hätte er irgendeine esoterische Sprache erwartet, etwas aus Albertus Magnus.« Eigentlich eine ganz normale Party in Washington Ende der 1950er Jahre, der wir in dieser Erzählung des 22-jährigen Thomas Pynchon beiwohnen dürfen. Ein paar durchgeknallte Hipster aus dem Diplomatenmilieu zelebrieren indianische Riten und smalltalken (unter anderem) über die Windigo-Psychose. Doch statt sich gegenseitig zu kannibalisieren endet alles im Kugelhagel des einzigen anwesenden Ureinwohners. Das sehr kluge und informative Nachwort von Clemens J. Setz empfiehlt sich übrigens zuerst zu lesen. Ein wirklich krasses Leseerlebnis.

Sterblichkeit und Erbarmen in Wien
Sterblichkeit und Erbarmen in Wienby Thomas PynchonJung u. Jung