Die Grundidee fand ich spannend, aber mir fehlte es an ausgearbeitetem Worldbuilding und greifbaren Figuren. Dadurch konnte mich die Geschichte leider nie richtig packen.
Die Geschichte spielt in einer Fantasywelt, in der das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit aus den Fugen geraten ist. Die Reiche Argija und Andtherâ stehen dabei sinnbildlich für diese beiden Kräfte. Im Mittelpunkt steht Prinzessin Alamea, Thronfolgerin der erstarrten Stadt Barash, die eine besondere Rolle im Gleichgewicht der Welt einnimmt. An ihrer Seite stehen zwei Wächter, die jeweils eine der beiden Seiten repräsentieren – einer gehört zur dunklen, der andere zur hellen Seite. Während die Spannungen zwischen den Reichen zunehmen, gerät Alamea immer stärker zwischen die Fronten, obwohl sie sich eigentlich für keine Seite entscheiden darf. Grundsätzlich ist die Idee hinter der Geschichte nichts Ungewöhnliches für das Fantasy-Genre. Konflikte zwischen hellen und dunklen Reichen oder verfeindeten Königreichen gibt es in vielen Geschichten. Entscheidend ist dabei immer, wie gut diese Welt ausgearbeitet ist – und genau daran hat es für mich hier leider stark gefehlt. Mein größtes Problem war das Worldbuilding. Obwohl es verschiedene Reiche, Völker und Fähigkeiten gibt und sogar eine Karte im Buch vorhanden ist, bleiben viele dieser Elemente sehr vage. Ich hatte während des Lesens oft das Gefühl, dass Dinge zwar angedeutet werden, aber nie wirklich erklärt oder ausgearbeitet werden. Selbst gegen Ende konnte ich mir die Welt kaum vorstellen, weil mir grundlegende Informationen fehlten: Wie genau ist es zu der aktuellen Situation gekommen? Wie funktionieren die einzelnen Reiche? Welche Kräfte besitzen sie eigentlich und wie beeinflussen diese die Figuren? Auch die Beziehungen zwischen den Charakteren blieben für mich emotional schwer greifbar. Besonders die Verbindung zwischen Figuren, die angeblich seit ihrer Kindheit miteinander aufgewachsen sind, konnte ich kaum fühlen. Ihre gemeinsame Vergangenheit wird zwar erwähnt, aber kaum wirklich gezeigt oder vertieft. Dadurch fehlte mir die emotionale Grundlage, um ihre Dynamik und ihre Entscheidungen richtig nachvollziehen zu können. Zusätzlich erschweren die häufigen Orts- und Perspektivwechsel das Eintauchen in die Geschichte. Statt mehr Tiefe zu schaffen, haben sie für mich eher dazu geführt, dass ich mich immer wieder neu orientieren musste. Die Welt, die verschiedenen Reiche und ihre Beziehungen zueinander bleiben dabei sehr oberflächlich. Es wird zwar hier und da angedeutet, warum bestimmte Konflikte existieren, aber selten wirklich in die Tiefe gegangen. Auch der Cliffhanger am Ende konnte mich deshalb nicht wirklich neugierig auf den zweiten Band machen. Dafür hätte ich ein besseres Verständnis der Welt, ihrer Machtstrukturen und der Fähigkeiten der Figuren gebraucht. Da vieles jedoch nur angerissen wird und ich weder die Welt noch die Figuren wirklich greifen konnte, hat der Abschluss für mich leider nicht den gewünschten Effekt gehabt. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass viele interessante Ideen vorhanden sind, diese aber nicht ausreichend ausgearbeitet wurden. Für mich blieb die Geschichte deshalb emotional und inhaltlich zu oberflächlich, weshalb ich den zweiten Band vermutlich nicht weiterlesen werde.























