
Pass auf, welches Spiel du spielst
★★★★½ (4,5 von 5 Sternen) Heirs of the Phoenix – Der Fluch des schwarzen Phönix Ich muss ehrlich sagen: Dieses Buch hat mich echt positiv überrascht. Für mich war es nämlich der erste Lit-RPG-Roman überhaupt und ich wusste am Anfang gar nicht so richtig, was mich erwartet. Fantasy und Gaming miteinander zu verbinden fand ich aber unglaublich spannend. Geschichten, in denen Menschen aus der echten Welt in andere Welten geraten, gibt es zwar oft, aber hier hatte das Ganze nochmal ein eigenes Feeling. Denn diese Welt funktioniert wirklich wie ein Spiel – mit Leveln, Werten, Charakterentwicklung und Spielmechaniken. Und irgendwie hatte es schon etwas, beim Lesen direkt mitzuerleben, wie Lena stärker wird und sich weiterentwickelt. Am Anfang bin ich zwar kurz aus dem Lesefluss gekommen, einfach weil dieses Lit-RPG-Prinzip für mich komplett neu war. Es fühlte sich erstmal ungewohnt an. Aber ich habe mich überraschend schnell daran gewöhnt und irgendwann war genau das sogar etwas, was ich richtig mochte. Vor allem hat die Geschichte es geschafft, mich die ganze Zeit neugierig zu halten. Ich wollte ständig wissen, wie es weitergeht, was hinter allem steckt und wie erklärt wird, warum Lena überhaupt in dieser Welt gelandet ist. Mein größtes Problem war aber tatsächlich Lena selbst. Ich weiß nicht – ich wurde einfach nicht warm mit ihr. Sie war mir oft zu selbstbezogen, unzuverlässig und teilweise einfach unglaublich nervig. Ja, gegen Ende macht sie eine Entwicklung durch, aber bei mir kam das eher als „okay, immerhin“ an und nicht als dieser große Moment, bei dem man denkt: Wow, jetzt hat sie wirklich etwas verstanden. Dafür mochte ich Tim umso lieber. Der war einfach sympathisch. Dieser kleine nerdige Typ hatte direkt etwas Liebenswertes an sich. Seine ganze Verliebtheitsgeschichte war allerdings wieder so ein Punkt, bei dem ich nur dachte: Ah ja… das habe ich schon sehr oft gelesen. Einmal in der echten Welt getroffen, dann nochmal im Spiel – und natürlich verliebt er sich direkt und würde gefühlt am liebsten sofort für sie umziehen. Das war mir ein bisschen zu typisch. Trotzdem: Die positiven Dinge haben für mich ganz klar überwogen. Gerade als Einstieg in das Lit-RPG-Genre hat mich das Buch wirklich überrascht und mir ein komplett neues Lesegefühl gegeben. Und alleine dafür bekommt Heirs of the Phoenix – Der Fluch des schwarzen Phönix von mir starke 4,5 von 5 Sternen.













