Fesselnder Abschluss der Reihe
Manchmal gibt es Reihen, bei denen man schon nach den ersten Bänden merkt, dass sie einen nicht mehr loslassen werden und genau so ging es mir mit Kill me, Slowly und der gesamten Last Respects Reihe von Lea R. Eden. Auch wenn es etwas gedauert hat, bis ich den finalen Band vom SuB befreit habe, war die Vorfreude riesig und rückblickend kann ich sagen, dass sich jede einzelne Seite gelohnt hat. Was diese Reihe für mich so besonders macht, ist vor allem ihre kompromisslose Art. Sie ist düster, brutal, emotional aufwühlend und gleichzeitig unglaublich fesselnd. Schon der Einstieg in den vierten Band zog mich sofort in seinen Bann und ließ mich kaum noch los. Die Atmosphäre ist dicht, intensiv und von Anfang an spürbar aufgeladen. Im Zentrum steht Grace, eine Protagonistin, die alles andere als dem typischen Bild entspricht. Sie ist nicht unschuldig, nicht makellos und trägt eine Dunkelheit in sich, die sich aus ihrer Vergangenheit speist. Genau das macht sie so greifbar. Ihre Entwicklung über die Geschichte hinweg ist eindrucksvoll und hat mich emotional wirklich berührt. Sie ist stark, entschlossen und gleichzeitig verletzlich, was sie zu einem Charakter macht, der lange im Gedächtnis bleibt. Auch die anderen Charaktere im Buch sind alles andere als belanglos. Besonders ihr Vater und ihre Stiefmutter lösen von Anfang an starke Emotionen aus. Es ist selten, dass ich Figuren so schnell so intensiv verabscheue, aber hier war genau das der Fall. Auf der anderen Seite steht Kenji, der ebenfalls kein einfacher Charakter ist, aber im Vergleich fast ruhig wirkt. Die Dynamik zwischen ihm und Grace gehört für mich zu den größten Stärken des Buches. Zwischen Hass, Wut und Anziehung entsteht eine Verbindung, die komplex, intensiv und durchgehend spannend ist. Im Verlauf der Geschichte steigert sich die Spannung immer weiter und treibt die Handlung konsequent auf ihren Höhepunkt zu. Gleichzeitig gewinnen die Figuren zunehmend an Tiefe, wodurch die emotionale Fallhöhe immer größer wird. Besonders gelungen ist, wie stark man als Leserin mitgerissen wird. Ich habe oft mit Grace mitgefühlt, ihre Gedanken nachvollzogen und war emotional sehr nah an ihr dran. Ein zentraler Aspekt der Reihe ist definitiv der hohe Anteil an Spice. Dieser passt grundsätzlich auch im vierten Band gut zur Beziehung zwischen Grace und Kenji und unterstreicht ihre intensive Verbindung. Dennoch war es für mein persönliches Empfinden stellenweise etwas zu viel, vor allem im späteren Verlauf, wo fast jedes Kapitel entsprechende Szenen enthält. Hier hätte etwas weniger dem Spannungsaufbau teilweise sogar gutgetan. Trotzdem hat mich die eigentliche Handlung so sehr gefesselt, dass dieser Punkt meinen Gesamteindruck nicht wirklich geschmälert hat. Was man allerdings nicht unterschätzen sollte, ist die inhaltliche Intensität. Die Reihe ist stellenweise sehr hart und behandelt Themen, die nicht für jede Leserin leicht zu verarbeiten sind. Es ist definitiv wichtig, auf mögliche Trigger zu achten. Ich persönlich konnte die Geschichte gut als Fiktion einordnen, aber je nach persönlicher Erfahrung kann das unterschiedlich sein. Das Finale hat mich schließlich nochmal komplett überzeugt. Emotional, rund und absolut passend bringt es die Geschichte zu einem Abschluss, der nachwirkt. Es ist eines dieser Enden, bei denen man das Buch zuklappt und erst einmal innehält, weil einen die Geschichte nicht sofort loslässt. Insgesamt ist die Last Respects Reihe für mich ein echtes Highlight. Der vierte Band ist dabei für mich ganz klar der stärkste und hebt die gesamte Reihe nochmal auf ein neues Level. Lea R. Eden hat es geschafft, eine Geschichte zu erzählen, die unter die Haut geht und lange im Kopf bleibt. Für mich steht fest, dass ich auch in Zukunft weitere Bücher von ihr lesen werde. Diese Reihe hat mich definitiv zu einem Fan gemacht.




































































