Cute, queer und herrlich nerdig
Haexed ist für mich ein durch und durch charmantes Buch. Es ist keine tiefgründige, schwere Fantasy mit komplexen politischen Intrigen und genau das macht seinen Reiz aus. Die Geschichte ist leicht, unterhaltsam und unglaublich liebenswert. Besonders gelungen fand ich die Mischung aus moderner Social-Media-Welt und klassischer Fantasy mit Magie. Diese Verwebung wirkt nicht konstruiert, sondern überraschend natürlich. Magie existiert hier nicht losgelöst von der Gegenwart, sondern mitten in Chats, Online-Dynamiken und nerdigen Insider-Momenten. Das gibt dem Buch eine sehr zeitgemäße, lebendige Atmosphäre. Die queere Repräsentation ist ein zentraler Bestandteil der Geschichte, ohne jemals zur „Sonderrolle“ zu werden. Viele Charaktere sind queer, sie stehen im Mittelpunkt der Handlung und werden nicht auf ihre Identität reduziert. Ihre Zugehörigkeit ist selbstverständlich integriert in Freundschaften, Konflikte und magische Abenteuer. Gleichzeitig vermittelt das Buch ganz organisch Wissen über Gender und queere Lebensrealitäten, ohne belehrend zu wirken. Auch die Darstellung von Menschen mit Behinderungen ist positiv hervorzuheben. Die Figuren sind vielschichtig und aktiv am Geschehen beteiligt. Ihre Behinderungen werden weder ignoriert noch dramatisiert, sondern als Teil ihrer Identität respektvoll eingebunden. Und dann dieser Nerd-Faktor: Dieses Buch liebt Fandom, Magie, Gemeinschaft und das Anderssein. Es ist nerdig im besten Sinne – voller Begeisterung für fantastische Welten und gleichzeitig sehr nah an realen Erfahrungen junger Menschen. Haexed war für mich vielleicht kein absolutes Lebenshighlight, aber ein rundum gelungenes, warmes und sehr „cutes“ Buch. Eine Fantasy-Geschichte, die Queerness, Repräsentation, Social Media und Nerdkultur auf eine charmante Weise verbindet und dabei einfach Spaß macht.






































