21. Mai
Kala - 3 🌟
Rating:4

Kala - 3 🌟

☘️ Im Sommer 2003 verbringen Kala und ihre enge Freundesgruppe einen unvergesslichen Sommer im irischen Kinlough – bis zu dem Tag, an dem Kala plötzlich verschwindet und nie wieder auftaucht. Fünfzehn Jahre später werden bei Bauarbeiten menschliche Überreste gefunden, während gleichzeitig einige Mitglieder der damaligen Clique in ihre Heimat zurückkehren. Mit dem Wiedersehen kommen nicht nur alte Erinnerungen, sondern auch verdrängte Geheimnisse und ungelöste Konflikte wieder ans Licht. 🔍 „Kala“ hatte für mich eigentlich alles, was ich gerne lese: ein atmosphärisches Setting in Irland 🇮🇪, eine enge Freundesgruppe, Coming-of-Age-Vibes ✨ und dazu einen düsteren Thriller-Aspekt rund um ein jahrelang ungeklärtes Verschwinden. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen, leider konnte mich der Roman am Ende aber nicht ganz überzeugen. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen und aus mehreren Perspektiven erzählt, was grundsätzlich spannend angelegt ist. Besonders die Dynamik innerhalb der Clique fand ich interessant, vor allem Helen und Mush wirkten auf mich vielschichtig und authentisch. Ihre Kapitel konnten mich emotional noch am ehesten mitnehmen. Mein größter Kritikpunkt war allerdings, wie anstrengend sich das Buch teilweise lesen ließ 😮‍💨 Der Autor eröffnet unglaublich viele Handlungsstränge, springt ständig zwischen Zeiten, Perspektiven und Figuren hin und her und verliert sich dabei oft in Nebenschauplätzen. Dadurch wirkte die Handlung auf mich stellenweise sehr verwirrend 🌀 und gleichzeitig fehlte vielen Szenen die emotionale Tiefe, die ich mir gewünscht hätte. Noch schwierigere wurde es für mich außerdem mit Joe, dessen Kapitel in der Du-Perspektive erzählt werden. Das hat bei mir eher Distanz erzeugt, statt Nähe aufzubauen. Generell hatte ich oft das Gefühl, emotional nicht vollständig in die Geschichte hineinzufinden. Auch Kala selbst blieb für mich trotz ihrer zentralen Rolle erstaunlich blass. Die Spannung entsteht dabei weniger durch den Thriller-Aspekt selbst, sondern vielmehr durch die Beziehungen und Konflikte innerhalb der Gruppe 👥 Erst gegen Ende kam für mich endlich die Spannung auf, die ich mir von Anfang an gewünscht hatte. Die letzten Kapitel hatten deutlich mehr und Sogwirkung 📖✨, allerdings konnte mich die Auflösung nicht komplett überzeugen. Insgesamt hat mich „Kala“ leider weder mit seinen Charakteren noch mit dem Schreibstil oder der Auflösung wirklich überzeugen können. Die Idee hinter der Geschichte fand ich stark, die Umsetzung war für mich aber oft zu überladen und anstrengend. Deshalb bleibt es am Ende bei ⭐⭐⭐/5.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
21. Mai
Rating:4.5

Nach "Der Gott des Waldes" der neue literarirsche Thriller, den jede:r gelesen haben sollte!

Im Sommer 2003 verschwindet Kala spurlos aus ihrer Kleinstadt Kinlough im Westen Irlands. Sie wird nie gefunden. 15 Jahre später trifft ihre damalige Freundesgruppe anlässlich einer Hochzeit wieder aufeinander, als plötzlich neue Indizien auftauchen… Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Sichtweisen erzählt, aus der von Helen, Joe und Mush, die alle damals zu Kalas Freundesgruppe zählten. Besonders spannend fand ich hier Joes Erzählperspektive, da hier die selten genutzte „du-Form“ verwendet wurde. Anfangs irritierte mich das etwas, aber ich hatte mich schnell daran gewöhnt und war dann eher über die Kapitel von Helen und Mush gestolpert, die traditionell in der ich-Perspektive geschrieben waren. Zudem ist der Roman nicht linear erzählt. Er spielt grundsätzlich in 2018, allerdings gibt es immer wieder Zeitsprünge in die Vergangenheit in allen drei Erzählperspektiven, die nach und nach aufklären, was damals geschehen sein könnte. Was ich hier sehr gerne mochte war der nahtlose Übergang zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sodass es sich anfühlte, als würden die Charaktere einfach in Gedanken an damals versinken und wieder auftauchen. „Kala“ hat mir unfassbar viel Spaß gemacht zu lesen. Ich würde nicht sagen, dass es ein typischer Thriller ist oder dass die Cliffhanger besonders aufregend waren, und trotzdem hat der Roman durchgängig eine unterschwellige Spannung aufrechterhalten, die mich komplett in ihren Bann gezogen hat. Bei der Dicke des Buchs hatte ich zuvor befürchtet, dass ich ewig dafür brauchen würde, aber das Gegenteil war der Fall. Am liebsten hätte ich es in einem Zug gelesen! Das Ende ging mir allerdings leider etwas zu schnell und ich hätte mir eine andere Auflösung gewünscht. Trotzdem würde ich den Roman weiterempfehlen, und vor allem Fans von „Der Gott des Waldes“ sehr ans Herz legen!

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
21. Mai
Rating:4

2003 verschwindet in einer irischen Kleinstadt Kala, ein sechzehnjähriges Mädchen. Sie war Teil einer Gruppe von Teenagern, die nach diesem Ereignis auseinanderbrach. Fünfzehn Jahre später kommen drei Mitglieder der Gruppe wegen einer Hochzeit zurück in die Heimat. Doch mit den Feierlichkeiten ist es schnell vorbei, da Kalas Leiche gefunden wird. Kala lässt sich gut gelesen. Dennoch brauchte ich ein wenig, um wirklich in die Geschichte hineinzukommen. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Freunde erzählt. Dies war anfangs etwas verwirrend, da ich trotz Personenverzeichnis noch kein klares Bild vor Augen hatte. Zudem springt die Handlung innerhalb eines Kapitels immer wieder von Gegenwart zu Vergangenheit. Auch der immer wieder auftauchende irische Slang macht die Sache nicht unbedingt leichter. Sind diese anfänglichen Schwierigkeiten überwunden, ist das Buch sehr spannend und insgesamt habe ich es gerne gelesen. Zwei Kritikpunkte bleiben jedoch. Einer betrifft die Erzählweise. Der Autor lässt den Lesern bröckchenweise Informationen zukommen und liefert immer neue Hinweise, die dann erst etwas später aufgeklärt werden. Das ist in Krimis an sich keine unübliche Vorgehensweise. Was mich hier stört ist, dass dies alles Informationen sind, die den Hauptpersonen komplett vorliegen. Kennt man sie als Leser, ist der ganze Fall ziemlich offensichtlich und von der Geschichte bleibt nicht viel übrig. Der zweite Punkt betrifft die Hintergründe. Da erscheint mir vieles zu unplausibel. Auch wenn vieles vertuscht wurde, so hätten doch mehr Fragen gestellt werden müssen.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
20. Mai
Wer ist Kala? Und was geschah in jener Halloween-Nacht 2003?
Rating:5

Wer ist Kala? Und was geschah in jener Halloween-Nacht 2003?

Colin Walshs Roman „Kala“ hat mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen. Es ist die Geschichte einer Clique in der irischen Kleinstadt Kinlough, deren Sommer jäh endet, als die charismatische und unberechenbare Kala spurlos verschwindet. Fünfzehn Jahre später werden im Wald menschliche Überreste gefunden. Die Vergangenheit bricht sich ihren Weg in die Gegenwart... Warum ihr dieses Buch unbedingt lesen solltet: ✨ Meisterhaftes Erzählen: Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählt – darunter eine faszinierende Du-Perspektive, die eine ganz besondere Distanz schafft. ✨ Keine klassische Wiederholung: Der Text kehrt zu denselben Momenten zurück, beleuchtet sie aber jedes Mal aus einem neuen Blickwinkel und fügt neue Nuancen hinzu. ✨ Gänsehaut-Atmosphäre: Ruhig beginnend, zieht die Spannung Schicht für Schicht an, bis sich am Ende alles zusammenzieht. Ein feinfühliges, atmosphärisches und extrem packendes Buch, das mich tief berührt hat. Ganz große Literatur! 🖤📖

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
17. Mai
Rating:5

Unglaublich gut

„Kala“ hat mich - im besten Sinne - herausgefordert. Der Einstieg ist eher ruhig mit vielen verschiedenen Personen, dennoch wurde ich gleich in den Bann der Geschichte gezogen. Colin Walsh erzählt aus drei Perspektiven und verwebt Gegenwart und Vergangenheit einer Freundesgruppe sehr geschickt . Die Dynamik zwischen Joe, Mush und Helen wirkt glaubwürdig. Ihre Zweifel, Schuldgefühle, Rivalitäten werden intensiv dargestellt. Sehr spannend, atmosphärisch dicht, düster und melancholisch erzählt mit einem besonderen Sprachstil. Nichts für schwache Nerven, da einige Abschnitte sehr gewaltvoll sind - sie passen aber zum Geschehen.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
16. Mai
Rating:5

In der kleinen irischen Stadt Kinlough bricht das Leben der Jugendfreunde Helen, Mush und Joe auseinander, als ihre Clique durch das spurlose Verschwinden der rebellischen Kala traumatisiert wird. Fünfzehn Jahre später kehren Helen und Joe als Erwachsene in die Heimat zurück, genau in dem Moment, als menschliche Überreste im Wald gefunden werden und die Vergangenheit sie mit voller Wucht einholt. Die Konfrontation mit den alten Geheimnissen zwingt sie dazu, sich den Geistern ihrer Jugend und der schmerzhaften Wahrheit zu stellen. ​Colin Walsh hat mit seinem Debüt einen unglaublich intensiv geschriebenen Roman vorgelegt. Auch wenn die Suche nach der Wahrheit das erzählerische Fundament bildet, greift die Bezeichnung „Krimi“ hier viel zu kurz – dieses Buch ist so viel mehr. ​Es ist eine tiefgründige Charakterstudie dreier Menschen, die auf unterschiedliche Weise am Verlust ihrer Freundin zerbrochen sind, und gleichzeitig eine melancholische Coming-of-Age-Geschichte, die die raue Intensität des Erwachsenwerdens perfekt einfängt. Sprachlich hervorragend zeichnet Walsh das Porträt einer irischen Kleinstadt, deren eingeschworene Gemeinschaft von wirtschaftlichem Verfall und tief sitzenden Traumata geprägt ist. ​Das Besondere an der Dynamik des Buches: Je weiter man voranschreitet,desto mehr Schichten werden abgetragen, und all das Hässliche, das unter der vermeintlich idyllischen Oberfläche liegt, kommt nach und nach schonungslos zum Vorschein. Walsh seziert die Abgründe menschlicher Beziehungen mit einer sprachlichen Wucht, die den Leser völlig in den Bann zieht. ​Ein literarischer Thriller, der ein völliges Eintauchen in seine düstere Atmosphäre verlangt und beim Lesen regelmäßig für Gänsehautmomente sorgt.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
10. Mai
Rating:3

Kala ist ein Roman über Freundschaft, Schuld , verdrängte Erinnerungen, viel Brutalität und ein enorm düsteres Setting . Die Geschichte rund um das Verschwinden von Kala und die Rückkehr der ehemaligen Clique in ihre irische Heimatstadt lebt stark von ihrer bedrückenden Atmosphäre – und genau das war für mich gleichzeitig auch das größte Problem des Buches. Ich konnte zu fast keinem der Charaktere wirklich eine Verbindung aufbauen oder Sympathie empfinden. Das bedeutet nicht, dass sie unrealistisch wirkten, vielmehr waren sie durchweg von einer Schwere und inneren Zerrissenheit geprägt, die sich durch den gesamten Roman zieht. Selbst die Momente, die eigentlich Nähe, Freundschaft oder Glück vermitteln sollten, fühlten sich für mich nie wirklich leicht oder warm an. Vielleicht war genau diese unterschwellige Trostlosigkeit beabsichtigt, bei mir hat sie jedoch dazu geführt, dass das Lesen kaum Freude gemacht hat. Auch mit dem Schreibstil bin ich nicht richtig warm geworden. Dabei lag es gar nicht an den unterschiedlichen Zeitebenen – das mag ich normalerweise sogar sehr gern. Für mich wirkte es eher so, als wären einzelne Kapitel von unterschiedlichen Autoren geschrieben worden. Der Stil hat sich teilweise so stark verändert, dass der Roman dadurch auf mich nicht besonders flüssig, sondern eher holprig und anstrengend wirkte. Statt mich tiefer in die Geschichte hineinzuziehen, hat mich das beim Lesen immer wieder etwas rausgebracht. Zudem bot die eigentliche Handlung für mich wenig wirklich Neues. Auch der „Täter“ war für mich leider schon recht früh vorhersehbar, wodurch ein großer Teil der Spannung verloren ging. Dazu kam, dass die Geschichte stellenweise sehr überladen und verwirrend wirkte – manchmal war es einfach etwas zu viel auf einmal. Gerade wegen der vielen begeisterten Rezensionen hatte ich am Ende deutlich höhere Erwartungen an das Buch. Schlecht fand ich den Roman deshalb nicht – atmosphärisch und emotional hat er definitiv etwas ausgelöst.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
7. Mai
Rating:4.5

Was für eine Wende zum Ende

Kala hat mich komplett gefesselt. Auch wenn der Schreibstil und die vielen Figuren teilweise etwas verwirrend waren, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Vor allem das Ende hat mich völlig umgehauen und vieles plötzlich in ein anderes Licht gerückt

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
4. Mai
Rating:4

Die Krimihandlung gerät zu ausschweifend und bringt am Ende (für mich) keine Überraschung. Der Roman überzeugt durch die sehr gelungene Charakter- und Milieustudie. Lesenswert!

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
3. Mai
Rating:3.5

Joa.

An sich kein schlechtes Buch. Ab der Mitte nimmt es Fahrt auf und wird durchaus spannend. Einen Teil der Erzählweise mochte ich leider gar nicht und das Ende hat sich für mich unvollständig angefühlt. Kein Autor zu dem ich ein zweites Mal greifen würde, aber an sich in Ordnung.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
30. Apr.
Rating:4

Was für ein starkes Buch. Hat mich sofort in die Story gezogen und dann nicht mehr losgelassen. In einer kleinen irischen Küstenstadt verschwindet Anfang der 2000er ein Mädchen aus einer Clique von Jugendlichen. Jahre später kehren einige von ihnen mehr oder weniger freiwillig dorthin zurück. Als neue Hinweise zu dem Verschwinden auftauchen bricht plötzlich alles wieder auf: alte Geheimnisse, Schuldgefühle und jede Menge verdrängte Emotionen. Der Stil wirkt zunächst schlicht, entwickelt aber schnell eine enorme Dichte. Die Geschichte lebt von Atmosphäre, Beziehungen und dem langsamen Freilegen von Wahrheiten. Trotz der über 500 Seiten hatte ich das Buch in zwei Tagen durch, so sehr zieht einen der Plot hinein. Am Anfang ist die Vielzahl an Figuren etwas fordernd, da mehrere Perspektiven eingeführt werden. Das sortiert sich aber mit der Zeit. Gerade diese wechselnden Sichtweisen machen den Reiz aus. Die gleichen Ereignisse erscheinen je nach Figur in einem anderen Licht. Stellenweise erinnert mich der Roman an „A Good Girl’s Guide to Murder“. Ein ungelöster Fall, der nach Jahren wieder aufgerollt wird, und das langsame Zusammensetzen der Puzzleteile. Gleichzeitig ist „Kala“ deutlich erwachsener und düsterer in Ton und Thematik. Die Figuren wirken insgesamt glaubwürdig, wobei ich nicht mit allen gleichermaßen mitgefühlt habe. Gerade diese unterschiedlichen Sympathien machen die Dynamik innerhalb der Gruppe aber spannend. Ein dichter, atmosphärischer Roman mit starker Sogwirkung, der sich Zeit nimmt und genau dadurch überzeugt. 4 von 5 ⭐️.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
25. Apr.
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Rating:5

Ein unglaublich gutes Buch mit soviel Tiefgang. Ich habe alles an diesem Buch geliebt. Die verschiedenen Perspektiven,die Zeitsprünge, den Schreibstil,die Story. Dieses Buch vereint vieles und hallt lange nach. Hoffentlich kommen noch mehr Bücher von Colin Walsh, "Kala" schafft es auf jeden Fall in meine Liste der Lieblingsbücher. 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ und ein ❤️ für 500 Seiten Freude,Liebe, Spannung, Melancholie und Hoffnung

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
20. Apr.
Dieses Buch wird einen nicht mehr versiegenden Begeisterungsstrom bei euch auslösen!
Rating:5

Dieses Buch wird einen nicht mehr versiegenden Begeisterungsstrom bei euch auslösen!

Ich bin völlig begeistert! Colin Walsh hat hier ein Krimidebüt erster Klasse hingelegt. In einer irischen Kleinstadt entfremden sich sechs Freunde immer mehr, nachdem ihr Mittelpunkt, Kala, spurlos verschwindet. Fünfzehn Jahre später setzt die Geschichte wieder an und deckt langsam auf, was damals geschah. In zeitgenössischen Romanen ist es selten geworden, dass durch Sprache auch der Charakter einer Figur unterstrichen wird. Hier wird das jedoch mit Bravur umgesetzt! Jeder der drei Freunde, aus deren Sicht wir die Erlebnisse um und mit Kala erleben, hat eine eigene Art, zu denken, zu reden und mit sich selbst zu hadern (denn das tun hier alle 😄). Die Du-Perspektive bei Joe fand ich am Anfang anstrengend, im Nachhinein muss ich aber sagen: sie passt perfekt zu seiner völlig von sich selbst gelösten, abgehobenen Art. Genauso erwärmen Mushs liebenswürdige Formulierungsversuche einem das Herz und Helens scharfer Verstand dringt genauso durch ihre Abschnitte. Die Sehnsucht nach der Unbeschwertheit der Jugend, die ewige Unsicherheit in einer fordernden modernen Welt und das Sich Behaupten im Mikrokosmos Kleinstadt (das die Charaktere in diesem Buch ja offensichtlich lebenslang prägt) sind ganz wunderbare Themen, die grandios beschrieben werden. Zusammen mit dem Spannungsaspekt, was denn jetzt am Ende mit Kala geschehen ist, ergibt das einen tollen, absolut lesenswerten Cocktail aus perfekten Belletristik-Zutaten 🙂🤍

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
18. Apr.
Rating:3.5

Konnte dem Hype leider nicht gerecht werden!

💭 M E I N U N G Der Einstieg gelang mit einer Einführung in die Kleinstadt Kinlough, wo sich die Geschichte abspielt. Der Ort wird einerseits als idyllisch, gleichzeitig aber auch als düster und geheimnisvoll dargestellt. Auch die Freundesclique, die im Zentrum der Handlung steht, wird vorgestellt und der Leser merkt hier bereits, dass eine unausgesprochene Schuld unter ihnen liegt, wodurch die Geschichte schwungvoll startete. Ich mochte die düstere Spannung, wie auch die unterschiedlichen Zeitebenen sehr, wobei ich mir hier eine stärkere Abgrenzung gewünscht hätte. Durch die wechselnden Perspektiven, fiel mir das Einfinden zunächst schwer. Mit der Zeit wurde es dann einfacher und ich konnte der Handlung besser folgen. Die Handlung selbst war, wie Walsh es sagen würde, wie Spaghetti 🍝: also sehr verworren und durcheinander. Besonders im Mittelteil waren viele Längen vorhanden und auch Abschweifungen, die für die Kerngeschichte nicht relevant waren, wodurch mich der Roman etwas verloren hat. Die Spannung des Romans entsteht nicht allein durch die Geschichte um das Verschwinden von Kala, sondern ergibt sich vielmehr aus den Beziehungen der Figuren zueinander. Erst gegen Ende hat die Geschichte wieder so etwas Fahrt aufgenommen, zugleich aber auch viel zu viele offene Fragen hinterlassen und mich nicht ganz zufrieden stellen können. Für mich alles in allem ein guter Roman mit einer spannenden Grundidee, der mich jedoch durch die vielen Nebenhandlungen und ständigen Perspektivwechsel immer wieder verloren hat. ⭐️ F A Z I T Ein nostalgischer Roman über Freundschaft, alte Wunden und lange verdrängte Wahrheiten, dessen Stärke besonders in der literarischen und atmosphärischen Erzählweise liegt. Mir jedoch war die Geschichte zu verworren und hätte mehr Spannung vertragen können. Für mich wurde das Buch dem Hype nicht ganz gerecht und es gibt 3,5 ⭐️ !

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
16. Apr.
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Rating:5

Sie stehen oben auf dem Hügel, die Fahrräder unter sich, einen Moment lang noch im Gleichgewicht. Unter ihnen die Straße, die Stadt. Ein kurzes Innehalten, dann rollt Kala los. Ohne zu zögern. Die anderen hinterher. Geschwindigkeit setzt ein, der Boden kippt, alles gerät in Bewegung. Ein Augenblick zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, zwischen Mut und Leichtsinn.   Aus genau dieser Spannung heraus beginnt Colin Walshs Roman »Kala«. Es ist der erste Moment, in dem wir die irische Kleinstadt Kinlough und die Freundesclique kennenlernen, für die sich dieser Sommer anfühlt, als würde er nie enden. Kala, Helen, Mush, Joe, Aoife und Aidan verbringen diese Zeit fast ausschließlich miteinander. Sie sind ständig unterwegs, treiben durch die Tage und probieren sich aus. Im Mittelpunkt steht Kala: charismatisch, impulsiv, ein bisschen unberechenbar. Eine Person, um die sich alles zu drehen scheint. Und dann ist sie plötzlich weg. Nach einer Halloween-Nacht im Jahr 2003 verschwindet sie spurlos.   Fünfzehn Jahre später kehren Helen und Joe nach Kinlough zurück. Vieles wirkt unverändert und doch hat sich etwas verschoben. Während sie die Stadt längst verlassen haben, ist Mush geblieben und ist dem, was damals geschah, nie ganz entkommen. Als im Wald menschliche Überreste gefunden werden, drängt sich die Vergangenheit zurück in die Gegenwart. Kalas Verschwinden wirkt in allem nach. Erinnerungen kehren zurück und mit ihnen rückt nicht nur die Frage näher, was in jener Nacht wirklich geschehen ist, sondern auch, was in Kinlough sonst noch im Verborgenen liegt.   Die Geschichte entfaltet sich aus verschiedenen Perspektiven und auf zwei Zeitebenen, die eng ineinandergreifen. Gegenwart und Vergangenheit stehen dabei nicht nebeneinander, sondern gehen ineinander über. Erzählt wird aus den Blickwinkeln von Mush, Helen und Joe. Während Mush und Helen aus der Ich-Perspektive erzählen, wird Joe in der Du-Form angesprochen. Dadurch entsteht von Beginn an eine leichte Verschiebung, ein Abstand, als würde er sich dem, was passiert ist, nicht ganz stellen. Diese Verschiebung zeigt sich auch in seinem Verhältnis zu den anderen.  Immer wieder kehrt der Text zu denselben Momenten zurück, ohne sie zu wiederholen. Stattdessen werden sie aus einer anderer Perspektive betrachtet, um neue Nuancen ergänzt und weitergeführt. So entsteht ein Geflecht aus Vergangenheit und Gegenwart, das sich weniger linear entwickelt als vielmehr Schicht für Schicht freigelegt wird.   Der Roman lebt stark von seinen Figuren. Die verschiedenen Perspektiven eröffnen nicht nur unterschiedliche Blickwinkel auf das Geschehen, sondern auch aufeinander und die Figuren erscheinen je nach Blick anders. Gerade darin liegt für mich eine große Stärke des Romans. Colin Walsh gelingt es, seine Figuren so feinfühlig zu erzählen, dass sie regelrecht lebendig wirken. Man taucht so nah in sie ein, dass das Gefühl entsteht, selbst Teil dieser Freundesclique zu sein.  Auch Kala selbst bleibt trotz – oder gerade wegen – ihres Verschwindens erstaunlich präsent. Sie wird nicht einfach erinnert, sondern entsteht immer wieder neu in den Erzählungen der anderen. So setzt sich ihr Bild nach und nach zusammen, ohne je vollständig zu werden. Genau dieses tastende Annähern hat für mich einen großen Reiz beim Lesen ausgemacht.   Dieses Gefühl setzt sich auch im Setting fort. Die irische Kleinstadt Kinlough wird so beschrieben, dass eine dichte, leicht bedrückende Atmosphäre entsteht, die alles durchdringt. Walshs ruhige Sprache greift das auf. Immer wieder lässt er Dinge offen, um sie später weiterzuführen. Die Spannung entsteht dabei weniger durch einzelne Ereignisse als durch das Gefühl, dass sich unter der Oberfläche etwas verbirgt. Sie baut sich langsam auf, verdichtet sich mit jeder neuen Perspektive und zieht sich bis zum Ende immer enger zusammen.   »Kala« hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Der Roman beginnt ruhig, erst nach und nach ziehen Tempo und Spannung spürbar an. Dieses Mitgehen mit den Figuren, dieses langsame Verstehen und dieses Gefühl, dass alles zusammenhängt und sich immer wieder neu ordnet, hat mich nicht losgelassen. Auch Kala selbst wird auf diese Weise lebendig, fast wie ein Puzzle aus den Erinnerungen der anderen, das sich nach und nach zusammensetzt. Ganz große Leseempfehlung!

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
12. Apr.
Rating:4.5

Nostalgie, Spannung & Geheimnisse. Ein tolles Debüt!💭✨

Kala ist ein unglaublich spannungsgeladenes Debüt, das sich für mich zu einem echten Pageturner entwickelt hat. Allerdings hat es zu Beginn ein kleines bisschen gedauert, bis ich richtig in die Geschichte hineingefunden habe. Der Schreibstil ist nämlich durchaus besonders und ich musste mich erst daran gewöhnen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, was sie unglaublich dynamisch macht und einem als Leser:in einen umfassenden Blick auf die Geschehnisse ermöglicht. Zusätzlich gibt es zwei Zeitebenen: die Vergangenheit, als Kala noch lebte, und die Gegenwart – 15 Jahre später. Diese Struktur hat mir richtig gut gefallen, weil sie nach und nach offenlegt, welches Loch Kalas Verschwinden in der Clique hinterlassen hat. Besonders herausfordernd war Joes Perspektive, die in der Du-Form geschrieben ist. Anfangs war ich ehrlich gesagt etwas irritiert und konnte nicht ganz nachvollziehen, warum gerade seine Kapitel so erzählt werden. Doch je besser ich ihn als Charakter kennengelernt habe, desto mehr hat dieser Stil plötzlich Sinn ergeben und irgendwie perfekt zu ihm gepasst. Die Handlung nimmt richtig Fahrt auf, als Kalas Überreste gefunden werden. Plötzlich bricht alles wieder auf: Erinnerungen, Schuldgefühle, offene Fragen. Die Clique beginnt, die Vergangenheit Stück für Stück zu durchleuchten wie ein Puzzle, das endlich zusammengesetzt werden will. Mit jeder Seite wurde es spannender, bis ich das Buch irgendwann nicht mehr aus der Hand legen konnte. Besonders begeistert hat mich die Vielschichtigkeit der Charaktere: Niemand ist perfekt, alle haben Fehler, treffen falsche Entscheidungen und genau das macht sie so unglaublich authentisch und greifbar. Vor allem Helen und Mush haben mich sehr berührt. Sie sind es, die anfangen, wirklich hinzuschauen auch dorthin, wo es wehtut. Die eigenen Fehler zu erkennen und sich der Wahrheit zu stellen, erfordert Mut, und genau das macht ihre Entwicklung so stark. Als sich schließlich nach und nach die Wahrheit offenbart, steuert alles auf eine explosive Enthüllung zu, die mich völlig gepackt hat. Für mich war Kala ein intensives, nostalgisches und absolut mitreißendes Leseerlebnis.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
9. Apr.
Rating:4

Es war nostalgisch, nachdenklich und zum Ende hin richtig spannend. Die unterschiedlichen POV‘s und Erzählweisen mochte ich sehr. Das Ende hat mich überrascht Das Buch ist für jeden etwas, der mal etwas anderes Lesen möchte.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
5. Apr.
Rating:4

Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, verspüre ich wenig Lust, noch nach Irland zu reisen. Die Geschichte und viele der Figuren haben in mir einen sehr negativen Eindruck des Landes und der Menschen hinterlassen. So viel männliche Gewalt, Brutalität, insbesondere im Zusammenhang mit dem hohen Alkoholkonsum, sich und speziell gegenüber Frauen wirken abstoßend und angsteinflößend. Dazu Korruption und Seilschaften, die eine Macht ausüben, gegen die sich die wenigen positiven Charaktere nicht wehren können. Die Geschichte über das Verschwinden Kalas 2003 und dem Auftauchen ihrer Leiche 15 Jahre später ist spannend erzählt und gut konzipiert, insbesondere auch die Wechselwirkungen zwischen den beteiligten Personen. Zum Ende und zur Auflösung hin wird es nochmal spannend und man ahnt bald ,welche)s) Verbrechen tatsächlich passiert sind.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
4. Apr.
Rating:5

Sternebewertung fiktiv

Das Cover lässt erst mal nicht unbedingt auf einen klassischen Spannungsroman schließen, aber genau das bekommt man hier. Ein Debüt sondergleichen. Ein Krimi im typischen American-Storytelling-Stil, der allerdings in Irland spielt. Wir lernen eine Clique kennen: 6 Jugendliche unterschiedlicher Charaktere und Lebensumstände. Es ist Sommer 2003 und das Leben ist wild und schön. Die erste Liebe, Parties und Träume und als der Herbst kommst verschwindet eins der Mädchen der Clique. Kala! Sie und Joe waren ein paar und jetzt ist sie weg. Niemand weiß wohin. Die Clique ist nicht immer harmonisch. Eher wild und launisch, keine perfekten Freundschaften. Unterschiedliche Hintergründe, Spannungen, Dynamiken, eine Gruppe, die irgendwie zusammengehört, aber nie wirklich stabil war. 15 Jahre später. 2018. Alle finden zurück in dem Ort, nur einer war nie weg. Die Clique kommt wieder zusammen und plötzlich tauchen Funde auf, die auf Kala schließen lassen. Es wird klar, Kala ist tot. Und was damals einfach „ungeklärt“ blieb, bekommt eine ganz neue Schwere. Was mir besonders gefallen hat, dass die Geschichte wird aus vielen Perspektiven erzählt. Und genau das macht sie so stark. Jede Figur bringt eine eigene Wahrheit mit, eigene Erinnerungen, eigene Brüche. Dazu kommen die Zeitsprünge, die wirklich gut gesetzt sind. Man merkt schnell, dass es hier nicht nur um das „Was ist passiert?“, sondern auch um das „Wer waren wir damals und wer sind wir heute?“ geht. Die eigentliche Handlung spielt sich innerhalb von nur wenigen Tagen ab, aber durch die Rückblicke entsteht eine viel größere Tiefe. Colin Walsh erzählt keine komplett neue Geschichte aber er schafft Atmosphäre. Und Spannung. Und genau dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Ein starkes Debüt, das durch spektakuläre Wendungen überzeugt und auch durch Figuren, Perspektiven und Atmosphäre. Düster, ruhig und gleichzeitig sehr fesselnd. REZENSION BOOKSTAGRAM JUGENDLIEBE KRIMI Irland

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
3. Apr.
Fesselnd 🤩
Rating:4.5

Fesselnd 🤩

Der Anfang von Kala war für mich gar nicht so leicht. Ich habe ungefähr 150 Seiten gebraucht, um richtig im Buch anzukommen und bei den Figuren durch zu blicken. Aber dann hat mich die Geschichte richtig gepackt und es wurde immer besser, sodass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen wollte. Die Erzählweise entwickelt eine tolle Dynamik, die einen am Ende total fesselt und mich sogar mit ein paar Tränen zurück gelassen hat.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
2. Apr.
Rating:3.5

Eindringlicher literarischer Thriller - eigenwilliger Schreibstil

Ich wollte, dass das Buch ein Highlight für mich wird und von der Thematik her war es das auch. Es ist ein sehr psychologischer Thriller. Leider hat sich für mich persönlich der Anfang etwas zu sehr gezogen. Noch dazu hatte er ich große Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Das Buch wird abwechselnd aus 3 unterschiedlichen Perspektiven geschrieben mit Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. 2 Personen werden aus der Ich-Perspektive geschrieben und eine Person aus der -Du-Perspektive. Es las sich für mich deshalb ziemlich schwierig und nicht ganz flüssig. Ab der Mitte nimmt der Spannungsbogen allerdings zu und insgesamt hinterlässt das Buch gerade von der Thematik und dem Gefühl her einen super Eindruck. Aufgrund der Längen in der ersten Hälfte des Buches und des Schreibstils gibt es leider nur 3,5 Sterne.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
22. März
Rating:5

Atmosphärisch und fesselnd - zwischen Coming-of-age und Thriller

Ich brauchte ein wenig, um reinzukommen und mich an die drei Erzählstimmen auf zwei Zeitebenen zu gewöhnen. Dann aber gab es kein Halten mehr, die Seiten flogen. Ein vielschichtiges und sehr atmosphärisches Buch, das uns die Clique rund um Kala ans Herz wachsen lässt. Ich habe so mitgelitten und wünsche mir einfach mehr solcher Geschichten, die so dicht und spannend erzählt sind! Große Empfehlung!

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
21. März
Rating:5

„Kala“ erzählt von der sechsköpfigen Freundesgruppe im irischen Kinlough: Helen, Mush, Joe, Aiden, Aoife und Kala, welche 2003 plötzlich spurlos verschwunden ist. Die Freundesgruppe hat sich daraufhin entfremdet; einige sind in Kinlough geblieben, einige weggezogen und besuchen 15 Jahre später ihre Heimat und treffen das erste Mal erneut aufeinander. Als plötzlich menschliche Überreste auftauchen und das Rätsel um Kalas Verschwinden erneut beginnt, kommen nach und nach noch viel mehr Geheimnisse ans Tageslicht… Kala wird aus drei Perspektiven erzählt: Helen, Mush und Joe. Colin Walsh schafft es dabei, den Charakteren völlig individuelle Stimmen zu geben und das schätze ich immer sehr! Dieses Buch wäre ohne Kapitelnamen ausgekommen, da man ohnehin sofort wusste, wer gerade erzählt. In zwei Zeitsträngen erfahren wir mehr und mehr über die Beziehungsdynamiken unter den Jugendlichen und die ersten rätselhaften Vorkommnisse im Jahr 2003 und auch, wie die Geschehnisse damals auch 15 Jahre später noch einzelne Personen im Griff haben. Wie ein Puzzle setzt sich das Bild nach und nach zusammen und ich habe wirklich genossen, wie sich die Geschichte entfaltet. Spätestens seit „Gott des Waldes“ von Liz Moore habe ich eine Begeisterung für literarische Thriller entwickelt und Kala reiht sich für mich als weiteres Highlight dieses Genres ein. Viele kritisieren die Längen zu Beginn und dass es lange dauert, bis die Story in Fahrt kommt. Ich verstehe diesen Punkt zu einem gewissen Teil, aber persönlich mochte ich diesen langsamen Aufbau sehr gern. Das Kennenlernen der zahlreichen Charaktere hat nach einem langsameren Tempo verlangt und hat mich sehr in den Bann gezogen, was bei einem schnelleren Tempo vermutlich nicht in dem Ausmaß passiert wäre. Ich wollte ständig wissen wie es weitergeht, was damals wirklich passiert ist und wie die Verstrickungen auch in der Gegenwart noch wirken. Colin Walsh schreibt ruhig, aber unfassbar fesselnd und ich habe jede Minute, die ich mit diesem Buch verbracht habe, geliebt!

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
17. März
Rating:5

„Kala“ ist eine fesselnde Geschichte über Freundschaft und Schuld, die du nicht mehr aus der Hand legen wirst. Bis zum Schluss bleibt es ultraspannend, die rund 500 Seiten vergehen wie im Flug. Wenn auch du in den 80ern geboren wurdest, in den 90ern und frühen 2000ern Buffy, Dawson’s Creek und co. gesuchtet hast, Bock auf einen spannungsgeladene Freundschaftsgeschichte mit wirklich interessanten Figuren und vielseitigen Perspektiven hast, dann solltest du dir Colin Walshs „Kala“ unbedingt besorgen.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
16. März
Rating:5

Jahreshighlight ✨

Dieses Buch hat mich wirklich umgehauen. Ein fantastisches Debüt! Kala ist intensiv, atmosphärisch und emotional. Ein Coming-of-Age-Roman mit einer leisen, aber sehr wirkungsvollen Thrillerstimmung. Für mich definitiv ein Jahreshighlight. Die Geschichte führt uns in die kleine irische Küstenstadt Kinlough. Dort verbringen einige Jugendliche im Sommer 2003 ihre letzten unbeschwerten Wochen zusammen. Helen, Joe, Mush, Aidan, Aoife und vor allem Kala. Wild, frei und voller Widersprüche. Sie ist der Mittelpunkt der Clique, ein Mensch, der alles heller und gleichzeitig komplizierter macht. Doch plötzlich verschwindet sie spurlos und hinterlässt nur Fragen. Fünfzehn Jahre später kehren einige der ehemaligen Freunde zurück nach Kinlough. Helen reist widerwillig für eine Hochzeit an, Joe ist inzwischen ein erfolgreicher Musiker und Mush hat die Stadt nie verlassen. Als bei Bauarbeiten menschliche Überreste gefunden werden, holt sie die Vergangenheit ein. Alte Erinnerungen, Schuldgefühle und lange verdrängte Geheimnisse treten an die Oberfläche und die Frage was mit Kala wirklich geschehen ist unausweichlich. Was mich an diesem Roman besonders begeistert hat, ist die unglaubliche Tiefe der Figuren. Obwohl es viele Perspektiven gibt, fühlt sich jede einzelne greifbar und authentisch an. Das hatte ich wirklich selten, dass alle Charaktere so facettenreich waren. Hat mir unglaublich gut gefallen. Die Spannung baut sich langsam auf. Es ist kein lauter Thriller, sondern eine Geschichte, die sich leise entfaltet und dabei immer stärker unter die Haut geht. Gleichzeitig ist der Roman unglaublich melancholisch und emotional. Freundschaft, Verlust, Loyalität und Verrat liegen hier dicht nebeneinander. Colin Walsh schafft eine dichte, fast greifbare Atmosphäre und auch das Setting war großartig. Man spürt das irische Kleinstadtleben, die Erinnerungen an jugendliche Sommer und die dunklen Schatten, die über allem liegen. Während Vergangenheit und Gegenwart immer mehr ineinander greifen, entwickelt die Geschichte eine Sogwirkung, die mich komplett gefesselt hat.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
16. März
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Mit seinem Debütroman „Kala“ gelingt Colin Walsh ein eindrucksvoller und atmosphärisch dichter Roman, der sich nur schwer in ein einzelnes Genre einordnen lässt. Zwischen Coming-of-Age-Geschichte, psychologischem Drama und spannungsgeladenem Mystery entfaltet sich eine Geschichte über Freundschaft, Schuld und die Schatten der Vergangenheit. Im Mittelpunkt steht eine Clique von sechs Jugendlichen, die im Sommer 2003 in der kleinen irischen Küstenstadt Kinlough unzertrennlich sind. Das Zentrum dieser Gruppe ist Kala – charismatisch, rebellisch und voller Energie. Doch plötzlich verschwindet sie spurlos. Fünfzehn Jahre später kehren drei ihrer damaligen Freunde – Helen, Joe und Mush – in ihre Heimat zurück. Als menschliche Überreste im Wald gefunden werden, droht die Vergangenheit, die sie lange verdrängt haben, endgültig aufzubrechen. Der Roman lebt besonders von seiner vielschichtigen Erzählstruktur. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dadurch entsteht ein Puzzle aus Erinnerungen, Andeutungen und Emotionen, das sich erst nach und nach zu einem Gesamtbild zusammensetzt. Gerade diese fragmentarische Erzählweise erzeugt eine starke Spannung und hält die Leserinnen und Leser lange im Ungewissen. Besonders gelungen ist die Figurenzeichnung. Die Charaktere wirken glaubwürdig, verletzlich und widersprüchlich – niemand ist eindeutig unschuldig, niemand eindeutig schuldig. Jeder der Freunde trägt auf seine Weise die Last der Ereignisse von damals. Dadurch entsteht eine intensive psychologische Tiefe, die weit über einen klassischen Kriminalfall hinausgeht. Auch die Atmosphäre des Romans ist bemerkenswert. Die irische Kleinstadt mit ihren engen sozialen Strukturen, unausgesprochenen Konflikten und alten Vorurteilen bildet eine eindringliche Kulisse. Die Landschaft, die Musikszene, die Pubs und die Dynamik einer kleinen Gemeinschaft verleihen der Geschichte Authentizität und eine leicht melancholische Stimmung. Sprachlich überzeugt Walsh mit einem ruhigen, oft poetischen Stil. Das Tempo des Romans ist eher langsam und konzentriert sich stark auf Charakterentwicklung und Emotionen. Gerade dadurch entfaltet die Geschichte eine besondere Intensität, auch wenn einzelne Passagen etwas ausführlicher geraten sind. „Kala“ ist ein beeindruckendes Debüt, das weit mehr ist als ein klassischer Thriller. Der Roman verbindet Spannung mit emotionaler Tiefe und zeichnet ein sensibles Bild von Jugend, Erinnerung und den langfristigen Folgen von Entscheidungen. Eine atmosphärische, nachdenkliche und fesselnde Geschichte, die noch lange nach dem Lesen nachwirkt. Aus dem irischen Englisch von Andrea O’Brien.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
14. März
Rating:3.5

Ein atmosphärischer, vielschichtiger Roman über Freundschaft, Schuld und die Schatten der Vergangenheit. Trotz einiger Längen in der Mitte überzeugt Karla vor allem durch seine dichte Stimmung und die komplexen Figuren

Schon der Klappentext hat mich sofort angesprochen – ein Roman, der in Irland spielt. Als großer Fan irischer Literatur konnte ich da einfach nicht widerstehen. Und tatsächlich hat mich Kala auf den ersten Seiten direkt gepackt. Die Atmosphäre der irischen Kleinstadt, die Dynamik zwischen den Figuren und das Geheimnis rund um Kalas Verschwinden haben mich sofort in die Geschichte gezogen. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe von Freunden, die sich nach vielen Jahren wieder in ihrer Heimatstadt Kinlough begegnen. Im Sommer 2003 waren Helen, Joe und Mush unzertrennlich mit Kala verbunden – dem wilden, strahlenden Mittelpunkt ihrer Clique. Doch dann verschwindet Kala spurlos. 15 Jahre später bringt eine Hochzeit Helen zurück nach Irland, Joe kehrt als erfolgreicher Musiker zurück und Mush hat die Stadt nie verlassen. Als im Wald menschliche Überreste gefunden werden, beginnt die Vergangenheit die Gegenwart einzuholen – und alte Geheimnisse kommen ans Licht. Besonders gut gefallen hat mir, dass der Roman nicht nur mit kriminellen Elementen arbeitet, sondern auch Themen wie das Erwachsenwerden, Freundschaft und die Schattenseiten des Lebens in einer irischen Kleinstadt beleuchtet – inklusive Korruption und sozialer Dynamiken. Allerdings muss ich sagen, dass die Geschichte in der Mitte für mich etwas an Tempo verloren hat. Einige Passagen wirkten recht langatmig, was dem starken Anfang ein wenig den Schwung genommen hat. Gegen Ende wird es dafür wieder richtig spannend – teilweise aber auch etwas verwirrend, weil viele Figuren und Perspektiven auftauchen. Da musste ich mich wirklich konzentrieren, um den Überblick zu behalten.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
13. März
Rating:5

Ein richtiges Wow-Buch! Die Geschichte beginnt mit einer Mutprobe, mit offenem Ende. Doch es geht dann erst einmal recht harmlos weiter; drei Personen erzählen die Geschichte ihrer Jugendclique als sie fünfzehn und zu fünft waren. Mal das gegenwärtige Geschehen, mal aus der Vergangenheit und mit einem sehr überraschenden und furiosen Ende. Ein Buch, dass ich – obwohl es so gut und die Geschichte wirklich interessant ist – langsam, genießen lesen konnte. Mir hat auch gefallen, wie die einzelnen Charaktere sich während der aktuellen Ereignisse selbst reflektieren und entwickeln.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
10. März
Rating:5

Liebenswerte Charaktere

“Und vielleicht besteht das Leben einfach aus einer Vielzahl von Strömungen, die einander beeinflussen, umleiten, in sämtliche Richtungen.“ Kinlough, eine Kleinstadt an der Küste Irlands, in der sich normalerweise nur Touristen aufhalten. Kala, Mush, Aiden, Joe, Helen und Aoife, die dort Ihre Jugend verbringen - mutig, rasant, unbedacht. Zwischen ersten, aufregenden Liebesbeziehungen, Streit und Eifersucht, schlittern die Freunde auch in die ein oder andere gefährliche Situation. Bis Kala eines Tages wie vom Erdboden verschluckt ist. 15 Jahre später trifft ein Teil der Freundesgruppe wieder aufeinander. Keiner hat die mysteriöse Geschehnisse von damals, die nie ganz aufgeklärt werden konnten, richtig verarbeiten können. Doch plötzlich sind da neue Erkenntnisse und es werden menschliche Überreste auf einer Baustelle gefunden… Colin Walsh gelingt mit KALA ein spannender, wundervoll ineinander verwobener Mystery-DEBUT(!)-Roman in Multiperspektive. Jeder Charakter - sowohl die Erzähler, als auch die Nebencharaktere - ist so einzigartig, so dynamisch, so echt, dass du sie nicht wieder gehen lassen willst. Du hast das Gefühl, du kennt die handelnden Personen, als wärst du selber Teil der Geschichte; du fühlst mit, du leidest mit, die fühlst dich wie auf einer Achterbahnfahrt. Dabei funktioniert der Sprung zwischen der „Echtzeit“ und der Vergangenheit, und auch zwischen den verschiedenen Erzählperspektiven, so nahtlos, dass du gar nicht mehr das Gefühl hast, ein Buch zu lesen,- viel mehr ist es, als würdest du deine Lieblings-Mystery-TV-Serie schauen, und plötzlich bist du selber ein Teil davon. Du hast die Charaktere so bildlich vor Augen, als wären es deine eigenen Freunde, die einen Schmerz mit dir teilen, über den sie nicht reden. Und so trauert jeder für sich, über die Vergangenheit, die Momente, in denen Alles ins Wanken geriet und ihr erwachsen wurdet. Geheimnisse werden enthüllt, es zerreißt dir förmlich das Herz, und du willst die Protagonistinnen einfach nur in den Arm nehmen, sie wieder zueinander führen, ihnen sagen „Haltet zusammen! Hört auf mit dem selbstzerstörerischen Verhalten! Tröstet euch gegenseitig! Redet miteinander!“ und ein Pflaster über die Wunden kleben, die über viele, viele Jahre hinweg nicht richtig heilen konnten. Ich vermisse diese Charaktere schon jetzt, während ich das hier schreibe, und hoffe, dass ich irgendwann zu ihnen zurückkehren kann.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
10. März
Alte Freunde, alte Lügen
Rating:4

Alte Freunde, alte Lügen

Der Roman startet ein bisschen so, als würde man mitten in eine alte Freundesgruppe platzen: Alle kennen sich, alle haben Geschichte miteinander – nur man selbst steht da und denkt sich erstmal: Wer genau bist du jetzt nochmal? Es gibt viele Figuren, viele Erinnerungen und ein paar Seiten lang sortiert das Gehirn. Aber sobald alles sitzt, zieht einen die Geschichte ziemlich schnell in ihren Bann. Im Mittelpunkt steht eine Freundes Clique in Irland, die in ihrer Jugend unzertrennlich war. Die Art Freundschaft, bei der man überzeugt ist, sich besser zu kennen als sich selbst. Und mittendrin: Kala. Der Mittelpunkt, der Magnet, der alle zusammenhält. Bis sie eines Tages verschwindet. Und mit ihrem Verschwinden zerbricht auch die Gruppe. Fünfzehn Jahre später wird ihre Leiche gefunden – ein eher makabrer Anlass für ein Wiedersehen. Plötzlich tauchen alle wieder in ihre gemeinsame Vergangenheit ein, und während die Erinnerungen zurückkommen, kriechen auch die Geheimnisse langsam aus ihren Verstecken. Denn es stellt sich heraus: Diese Clique konnte vieles teilen, aber offenbar auch ziemlich gut Dinge voreinander verbergen. „Kala“ entwickelt sich nach dem etwas holprigen Einstieg zu einer richtig packenden Mischung aus Krimi und Freundschaftsdrama. Spannend, emotional und voller Momente, in denen man merkt: Die Vergangenheit bleibt selten da, wo man sie begraben hat.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
9. März
Rating:4.5

Mehr als nur ein Thriller

Eine irische Kleinstadt, eine enge Freundesgruppe und ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit: Kala wird im Englischen als Thriller vermarktet, aber das trifft es meiner Meinung nach nur teilweise. Ja, es gibt Mystery- und Spannungselemente, doch eigentlich ist es viel mehr als das. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, über das Erwachsenwerden und über eine Kleinstadt, in der nichts wirklich vergessen wird. Im Mittelpunkt stehen Helen, Joe und Mush. Fünfzehn Jahre nachdem sie ihre Heimat verlassen haben, treffen sie wieder dort aufeinander. Helen ist wegen einer Hochzeit zurück, Joe ist inzwischen ein erfolgreicher Musiker und kommt zur Eröffnung eines Clubs in die Stadt, und Mush ist der Einzige, der geblieben ist und noch immer im Café seiner Mutter arbeitet. Früher gehörten sie zu einer größeren Clique, die unzertrennlich war, bis ihre Freundin Kala plötzlich spurlos verschwand. Was damals wirklich passiert ist, wurde nie aufgeklärt. Doch als Kalas Überreste gefunden werden, holt die Vergangenheit die drei wieder ein. Der Einstieg in die Geschichte ist eher ruhig. Zunächst lernen wir die Figuren und ihr heutiges Leben kennen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, in denen sich nach und nach zeigt, wie die Freundesgruppe damals war und was sich in jenem Sommer ereignet hat. Obwohl die Handlung langsam beginnt, war ich sofort in der Geschichte drin. Das liegt vor allem am Schreibstil: sehr atmosphärisch, bildhaft und nah an den Figuren. Man hat das Gefühl, selbst durch die Straßen der Kleinstadt zu gehen und Teil dieser Gruppe zu sein. Besonders gelungen fand ich die Charakterzeichnungen. Die Figuren werden Stück für Stück greifbarer, mit all ihren Erinnerungen, Schuldgefühlen und ungelösten Fragen. Gleichzeitig wächst die Spannung immer weiter, weil man unbedingt wissen will, was damals wirklich passiert ist. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto schneller und auch bedrohlicher wird sie. Kala ist damit nicht nur spannend, sondern auch emotional sehr mitreißend. Für mich eine klare Leseempfehlung. 4,5/5 Sterne

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
8. März
Rating:3

Unbezahlte Werbung/ Rezensionsexemplar💛 Als ich erfahren habe, dass Kala endlich auch auf Deutsch erscheinen würde, war ich sofort begeistert. Aus dem englischsprachigen Raum hatte ich zuvor sehr viele positive Stimmen zu dem Buch gehört, weshalb meine Erwartungen entsprechend hoch waren. Gerade die Mischung aus Coming-of-Age-Roman und Thriller, dazu das Setting in Irland, klang für mich unglaublich vielversprechend. Umso grösser war meine Vorfreude! Leider konnte mich der Roman letztlich nicht so abholen, wie ich es mir erhofft hatte. Ich habe für meine Verhältnisse ungewöhnlich lange gebraucht, um das Buch zu lesen, und gerade am Anfang fiel es mir schwer, überhaupt richtig hineinzufinden. Mit über 500 Seiten ist der Roman recht umfangreich, und ich hatte beim Lesen häufiger das Gefühl, mich eher durch die Seiten zu arbeiten, als mich wirklich auf das Weiterlesen zu freuen. Ein Grund dafür war für mich vor allem die Sprache. Ich weiss nicht, ob es an der deutschen Übersetzung liegt oder ob der Stil bereits im Original ähnlich wirkt, aber ich bin mit der sprachlichen Gestaltung nicht richtig warm geworden. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Einerseits in der Vergangenheit, als die Figuren noch Jugendliche sind und Kala verschwindet, und andererseits viele Jahre später, als sie als Erwachsene wieder mit dem Ereignis konfrontiert werden. Allerdings hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, dass sich die Sprache zwischen diesen Ebenen kaum verändert. Gerade in den Passagen, in denen die Figuren bereits erwachsen sind, wirkte der Ton für mich teilweise noch sehr jugendlich. Ich hätte mir hier eine deutlichere sprachliche Differenz gewünscht. Hinzu kommt die Perspektivgestaltung, das Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt, die überwiegend in der Ich-Perspektive geschrieben sind. Eine Ausnahme bildet jedoch die Figur Joe, deren Kapitel in der Du-Perspektive geschrieben sind. Diese Erzählweise hat bei mir eher Distanz erzeugt, als dass sie mich stärker in die Geschichte hineingezogen hätte. Besonders als weibliche Leserin fiel es mir schwer, mich damit zu identifizieren. Inhaltlich fand ich einige Aspekte der Geschichte durchaus interessant, insbesondere die Dynamik innerhalb der Freundesgruppe. Die Beziehung der Jugendlichen untereinander, ihre Spannungen, Loyalitäten und Geheimnisse sowie die Veränderungen, die Jahre später zwischen ihnen entstehen, werden teilweise sehr eindringlich dargestellt. Gerade dieser Coming-of-Age-Aspekt, das Erwachsenwerden und die Auswirkungen eines traumatischen Ereignisses auf eine Freundesgruppe. Die Thriller-Elemente hingegen empfand ich als deutlich schwächer ausgearbeitet, als ich erwartet hatte.beim Lesen hatte ich häufig das Gefühl, dass dieser Krimiaspekt für die eigentliche Geschichte gar nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Die Handlung hätte meiner Meinung nach auch ohne diese Thrillerkomponente funktioniert, da der Fokus ohnehin stärker auf den Beziehungen der Figuren und ihrer gemeinsamen Vergangenheit liegt. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Roman sehr viel Potenzial besitzt, dieses aber nicht ganz ausschöpft. Die Grundidee ist spannend, die Figurenkonstellation interessant, und auch das Setting in einer irischen Kleinstadt hat eine besondere Atmosphäre. Trotzdem wirkte das Buch für mich an vielen Stellen zu lang und teilweise sogar etwas zäh. Statt Spannung oder emotionaler Intensität entstand bei mir beim Lesen eher das Gefühl von Anstrengung, und manche Passagen empfand ich sogar als langweilig. Gerade deshalb bin ich ein wenig enttäuscht, denn ich war im Vorfeld überzeugt, dass Kala eines meiner Jahreshighlights werden könnte. Die vielen positiven Stimmen hatten meine Erwartungen entsprechend hoch gesetzt. Leider hat mich das Buch letztlich nicht so überzeugt wie erhofft. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Roman grundsätzlich schlecht ist. Leserinnen und Leser, die ruhige, stark charakterorientierte Geschichten über Freundschaft, Vergangenheit und Schuld mögen, könnten durchaus Gefallen daran finden. Für mich persönlich blieb Kala jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
8. März
Rating:5

Der Roman ist ein faszinierender Genre-Mix: Coming of Age, psychologischer Thriller und zugleich eine literarische Studie über Erinnerung. Erzählt wird aus drei Perspektiven – Helen, Joe und Mush. Drei Erzählinstanzen, drei Stimmen, drei völlig unterschiedliche Beziehungen zu Kala. Genau daraus entsteht die eigentliche Spannung des Romans. Denn was wir lesen, ist keine objektive Wahrheit, sondern Erinnerung – fragmentiert, subjektiv und oft widersprüchlich. Kala selbst existiert im Roman ausschließlich über die Erinnerungen der anderen. Für die einen ist sie Freundin, für die anderen Begehren, Provokation oder Mythos. Dadurch entsteht eine Leerstelle im Zentrum der Geschichte: Die Figur, um die sich alles dreht, bleibt zugleich unerreichbar. Der Roman zeigt damit sehr eindrücklich, wie Geschichten über Mädchen und junge Frauen häufig entstehen, nämlich durch die Perspektiven anderer. Gesellschaftlich wird Kala genau dort besonders scharf. Der Roman erzählt von Macht, von sexualisierter Gewalt und von der erschreckenden Geschwindigkeit, mit der junge Mädchen sozial abgewertet werden. Wie schnell ein Mädchen zur „Schlampe“ erklärt wird, wenn es sich nicht den Erwartungen einer Kleinstadt unterordnet. Kinlough wird dabei zu einem Raum, in dem Hierarchien, Gruppendynamiken und Formen von Männlichkeit besonders sichtbar werden. Cliquen, Gerüchte und Machtstrukturen bestimmen, wer gehört wird und wer nicht. Auch stilistisch ist der Roman bemerkenswert. Jede der drei Erzählinstanzen hat einen eigenen Ton, einen eigenen Rhythmus. Am Anfang braucht man ein oder zwei Kapitel, um sich darauf einzulassen. Doch sobald man im Text angekommen ist, entwickelt er einen enormen Sog. Ich habe selten ein Buch gelesen, das ich gleichzeitig so schnell weiterlesen wollte und zugleich so langsam lesen wollte, weil ich diese Atmosphäre nicht verlassen wollte. Dieses Gefühl, ein Buch unbedingt beenden zu wollen und es gleichzeitig nicht beenden zu wollen. Und dann dieses Ende: oEin Ende, das viele Fragen unbeantwortet lässt und genau deshalb funktioniert. Man hofft fast auf einen zweiten Teil, aber selbst wenn es keinen geben sollte, bleibt das Ende stark. Für mich ist Kala deshalb weniger ein klassischer Thriller als ein Roman über Erinnerung, Schuld und darüber, wie Geschichten über Mädchen erzählt werden.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
3. März
Spannendes Debüt zwischen Coming-of-Age und Thriller
Rating:4

Spannendes Debüt zwischen Coming-of-Age und Thriller

Mich konnte »Kala« auf voller Länge überzeugen, gerade weil mich die Mischung aus Coming-of-Age-Nostalgie und düsterem Thriller das Buch kaum mehr hat aus der Hand legen lassen. Auch das Wechselspiel aus Kleinstadt-Tristesse und zunehmend rasantem Tempo sowie die damit einhergehende Enthüllung kaum vorstellbarer menschlicher Abgründe (TW!) hat mich wirklich extrem gepackt. Colin Walsh schreibt so vielschichtig wie erschütternd: Er erschafft mit und um »Kala« die fiktive Realität einer irischen Provinz, die geprägt ist von Klassenunterschieden, Sexismus und nicht zuletzt zutiefst korrupten Strukturen.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
26. Feb.
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Rating:4.5

KALA Colin Walsh ET: 26.02.26 Kinlough, Irland, 2003: Für Kala, Helen, Aoife, Mush, Joe und Aidan ist es der Sommer ihres Lebens. Wild, frei und ausgelassen verbringen sie ihre Tage. Kala steht im Mittelpunkt der Clique: Sie ist anders als die anderen. Ohne Eltern, bei der Großmutter lebend, scheint sie alle Freiheiten zu besitzen, von denen man als Jugendliche*r träumt. Doch dieser Sommer endet abrupt, als Kala eines Tages spurlos verschwindet. Jede Suche nach ihr bleibt erfolglos. Fünfzehn Jahre später kehrt Helen, inzwischen freie Journalistin in Quebec, in ihre Heimatstadt zurück. Der Kontakt zu ihrem Vater und ihrer Schwester Theresa ist über die Jahre fast völlig abgebrochen, nur zu Mush bestand gelegentlich noch Verbindung. Er ist geblieben, hat Kinlough nie verlassen. Auch Joe, mittlerweile ein gefeierter Musiker, kehrt für kurze Zeit zurück. Als bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden wird, das deutliche Spuren von Misshandlung aufweist, verdichten sich die Hinweise, dass es sich um Kala handelt. Der Fund setzt eine Lawine in Gang. Schnell wird klar, dass damals nicht sorgfältig ermittelt wurde – und dass vieles, was als abgeschlossen galt, nie wirklich aufgearbeitet war. Kala ist ein literarischer, vielschichtiger Kriminalroman, der abwechselnd aus den Perspektiven von Helen, Joe und Mush erzählt wird. Mit jeder Stimme verändert sich der Ton, verdichten sich Atmosphäre und Spannung. Besonders eindringlich sind die Rückblicke, die nach und nach offenlegen, dass jede und jeder aus der Clique auf unterschiedliche Weise Anteil am Verschwinden Kalas hatte – durch Schweigen, Wegsehen oder falsche Entscheidungen. Behutsam legt der Autor die einzelnen Puzzleteile frei und fügt sie erst am Ende zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Fazit: Ein literarischer Krimi vom Feinsten: dicht, atmosphärisch und hochspannend – ein echter Page-Turner, den man kaum aus der Hand legen kann.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
18. Feb.
Rating:4

Langsam aufgebaut und stark überrascht

Der Debütroman „Kala“ von Colin Walsh erzählt die Geschichte einer Gruppe Jugendlicher aus der Kleinstadt Kinlough in Irland, deren Leben durch das plötzliche Verschwinden ihrer Freundin Kala erschüttert wird. 15 Jahre später kehren einige von ihnen an den Ort ihrer Kindheit zurück, und die Ereignisse von damals holen sie wieder ein. Aus verschiedenen Perspektiven der Freundesgruppe wird nach und nach erzählt, was in jener Nacht wirklich passiert ist. Kala hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Die Geschichte baut sich eher langsam auf, wodurch die Spannung nach und nach wächst. Zwischendurch empfand ich einige Passagen als etwas langwierig, dennoch blieb die Handlung durchgehend interessant und fesselnd. Besonders positiv überrascht hat mich der Plot: Mit dieser Wendung hätte ich definitiv nicht gerechnet. Auch die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Jede Figur hat ihre eigenen Eigenheiten und wirkt dadurch authentisch und lebendig. Ein Punkt, der mich allerdings gestört und etwas irritiert hat, war die Erzählweise: Ein Charakter erzählt in der pronominalen Anrede (Du-Form), während die anderen aus der Ich-Perspektive erzählen. Der Sinn dahinter hat sich mir nicht erschlossen, und ich empfand diesen Stilwechsel eher als störend. Trotzdem ist Kala insgesamt eine gelungene und spannende Geschichte mit starken Figuren und einer überraschenden Handlung. Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es weiterempfehlen.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
3. Feb.
Rating:4.5

„kala“ hat mir sehr gut gefallen. helen, kala, joe und mush sind tolle protagonist*innen, die unglaublich gut geschrieben wurden. die ganze story um ihre damals verschwundene freundin kala wird durch die wechselnden perspektiven und zeitsprünge so real, ich hatte das gefühl, ich hänge gerade selbst mit der gang herum, im versuch, mit helen über die welt zu diskutieren oder mush mit einer umarmung zu erdrücken, weil er so liebenswürdig ist. die handlung ist schlüssig, alle figuren so fehlbar und menschlich und die spannung baut sich unerwartet und dadurch irgendwie natürlich auf. teilweise werden stellen sprachlich besonders fein dargestellt, durch das fehlen sämtlicher satzzeichen oder behutsam gesetzte zeilenumbrüche — kleine stolperer oder beschleuniger, die so viel ausmachen können. ich bin entspannt in den roman eingetaucht, hab ihn zwischendurch gar nicht weglegen wollen, krass mitgefiebert und wurde besänftigt von ihm entlassen.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
18. Jan.
Rating:4

Noch Jahre nach ihrem Verschwinden fragen sich die Protagonisten was damals wirklich mit Kala geschah. Wir tauchen ab in die Jugend einer irischen Kleinstadt, erleben Partys , Sommer aber auch Kriminalität und Hoffnungslosigkeit. Sehr gut gefallen hat mir das man von Anfang an in die Geschichte eintaucht und unbedingt wissen möchte wer wie damals war , was wem widerfahren ist und wie alles zusammenhängt. Den einen Stern Abzug gibt es für dormir teilweise zu derbe Sprache.

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag
9. Jan.
Rating:4

Vorsicht! Spoiler! Ich hab ein bisschen gebraucht um in das Buch rein zukommen und die Personen und die dynamiken zu checken. Aber wenn man einmal drin ist, liest es sich verhältnismäßig schnell. Ich liebe diesen Wechsel zwischen dem „jetzt“ und der „Vergangenheit“ und mit dem plottwist am ende, dass Dudley da mit drin steckt hab ich nicht gerechnet (und kam mir dabei etwas dumm vor, weil das schon forgeshadowed wurde lol). Am Ende hätte ich mir gerne noch ein Kapitel auf Joes Sicht gewünscht, wie er jetzt damit umgeht, was sein Vater getan hat und auch gerne mehr erfahren, wie es weiter geht. Am Ende hängt man also ein bisschen in der Luft und kann sich das Ende selbst ausmalen

Kala
Kalaby Colin WalshGutkind Verlag