Das Leben meint es nicht mit jedem gut. Auch nicht für die Protagonistin Noemi.
Das Buch liest sich aufgrund der kurzen Kapitel sehr schnell. Der Schreibstil gefiel mir, auch die Gedichte zwischendurch und die französischen Sätze.
Zum Inhalt: es geht um die Zweiklassengesellschaft auf Mauritius. Sie wird deutlich ohne „übertrieben“ dargestellt zu werden. Bzw ausschweifend. Dieses Buch hat kein Happy End - nur die Wahrheit wie es jemanden in den verschieden Gesellschaften ergeht/ergehen kann.
Kurz und knackig - aber auch tief.
Es wird als "notwendiges Buch" bezeichnet, das lange nachhallt und tiefgründige Einblicke in Themen wie Privilegien und soziale Ungleichheit bietet. Der Roman beleuchtet das Leben der 15-jährigen Noemi und ihrer Vorfahren, die unter den Nachwirkungen der Kolonialzeit und den sozialen Hierarchien auf Mauritius leiden.
Ein tolles, poetisch geschriebenes und wichtiges Buch über Mauritius, dessen koloniale Vergangenheit, das Patriarchat, über Frauen, die unsichtbar sind und über den ohnmächtigen Wunsch, gesehen, respektiert und nicht länger unterdrückt zu werden. Hallt noch lange nach ...
In “Das schöne Lächeln von Riambel” von Priya Hein (ins Deutsche übersetzt von Mirjam Nuenning) geht es um die 15jährige Noemi, die mit ihrer Mutter in einem mauritischen Slum lebt und neben der Schule als Dienstmädchen im Haus ehemaliger Kolonialherren arbeiten muss. Als sie sich in den (weißen) Sohn des Hauses verliebt, stürzt sie dies ins Unglück.
Die Autorin greift die Themen Rassismus und Kolonialismus in einer beklemmenden und unsagbar traurigen Geschichte auf, die durch ihre Poesie und berührende, bildliche Sprache besticht. Immer wieder mischen sich die Erzählstimmen ihrer Vorfahrinnen in das Geschehen, die das Gestern und das Heute miteinander verweben.
Ich habe selten ein Werk mit einer solchen Wucht und Strahlkraft gelesen, das es schafft, auf so wenigen Seiten so viel Aussagekraft zu verdichten.
*Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Wenn du nicht zählst.
-Rezensionsexemplar-
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Genre: Ein Abriss der Kulturunterschiede, der Lebensunterschiede auf Mauritius mit tollen authentischen Rezepten dazwischen.
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Setting: Noemie ist 15 & hilft ihrer Mutter als Hauswirtschafterin einer weißen Familie. Zwischen Privileg & Slum, zwischen Kindheit & harte Realität. Authentisch, ungeschminkt, naiv & diese Rezepte dazwischen - ein Spiegel in eine andere aber so reale Welt.
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Schnapp dir einen Kaffee & lass dich mitnehmen als schwarze Frau auf Mauritius!
„Ich bin die Ururenkelin einer Plantagenvergewaltigung. (…) Wir tragen die Wahrheit in uns.“ (S. 15) Ein Satz, der schneidet – und lange nachhallt.
"Das schöne Lächeln von Riambel" von Priya Hein (Gutkind Verlag, aus dem Englischen von Mirjam Nuenning) ist ein stiller, poetischer und zugleich zorniger Roman über Kolonialismus, Weiblichkeit und Selbstbehauptung.
Hein, geboren auf Mauritius, hat das Buch als Reaktion auf den Backlash zur Black-Lives-Matter-Bewegung und auf ihre eigenen Erfahrungen als Woman of Colour geschrieben. Nach zwei Jahrzehnten in Deutschland lebt sie heute wieder mit ihrer Familie auf Mauritius. Für ihren Debütroman wurde sie mehrfach ausgezeichnet.
Worum geht's genau?
Im Mittelpunkt steht Noemi, ein fünfzehnjähriges Mädchen, das gezwungen ist, die Schule zu verlassen und als Hausangestellte für eine wohlhabende weiße Familie zu arbeiten. Zwischen Armut und Privileg, Schweigen und Widerstand erzählt Hein von einem Leben, das von Generationen vorgezeichnet scheint und davon, was passiert, wenn eine junge Frau beginnt, sich selbst zu schreiben.
Meine Meinung
Heins Sprache (in der sensiblen Übersetzung von Mirjam Nuenning, die auch Werke von Octavia E. Butler und Sharon Dodua Otoo ins Deutsche übertragen hat) ist rhythmisch, sinnlich und voller Subtext. Nuenning bewahrt die poetische Musikalität des Originals, ohne seine Wucht zu glätten.
Was mich besonders berührt hat: die Rezepte als Erzählform. Gato Pima, Satini Pomdamour, Bouillon. Sie sind weit mehr als kulinarische Einschübe. In ihnen steckt Erinnerung, Verlust, Zugehörigkeit. Hein schreibt mit Geschmäckern, Gerüchen und Farben und macht sie zu Trägern kultureller Identität. Das Kochen wird zu einer Sprache, die die Frauen miteinander verbindet, wenn Worte versagen. Ich habe selten so eindrücklich erlebt, wie Essen zur Erzählform werden kann.
Zwischen den Seiten liegt der Duft von Curryblättern und Meer, das Knistern von Öl in der Pfanne, und gleichzeitig die Schwere der Geschichte. Hein schreibt mit einer Zärtlichkeit für ihre Figuren, die das Harte erträglich macht und das Unsagbare spürbar.
Fazit
Ein schmerzlich schönes, poetisch verdichtetes Buch über Kolonialgeschichte, Weiblichkeit und Widerstand. Über das, was bleibt, wenn Sprache, Haut und Erinnerung sich vermischen. "Das schöne Lächeln von Riambel" ist kein leichtes, aber ein notwendiges Buch, das lange nachhallt. Im Kopf, im Herzen und auf der Zunge.
Danke an netgalley.de und den Gutkind Verlag für das Rezensionsexemplar.
Dieses Buch zeigt Mauritius von einer Seite, die vielen Reisenden verborgen bleibt – und auch mir bislang völlig unbekannt war.
Im Mittelpunkt steht die fünfzehnjährige Noemi, die im Süden der Insel, in der Cité von Riambel, aufwächst. Dort leben die Nachfahren von Sklaven in ärmlichen Baracken, während nur wenige Meter entfernt die weiße Bevölkerung in palastartigen Häusern residiert. Die Trennung zwischen Arm und Reich, Schwarz und Weiß, ist noch immer deutlich spürbar. Noemi ist gefangen in der Überzeugung, dass es für sie keinen Ausweg aus dem Slum gibt. Kleine Lichtblicke wie das Lesen eines Buches oder die ermutigenden Worte einer Lehrerin gehen in der allgegenwärtigen Trostlosigkeit unter.
In kurzen Kapiteln entsteht ein vielschichtiges Bild von Mauritius, das die gängigen Vorstellungen von tropischem Urlaubsparadies infrage stellt. Die Autorin kombiniert verschiedene Erzählformen: Episoden aus Noemis Leben, Einblicke in die traditionelle kreolische Küche, Beschreibungen des historischen Sklavenlebens und Gedichte einheimischer Schriftsteller. Diese Vielfalt macht das Buch nicht nur zu einer bewegenden Geschichte, sondern auch zu einem kulturgeschichtlichen Dokument.
Erschütternd ist vor allem die Aktualität der beschriebenen sozialen Ungleichheit. Noch immer leben viele Menschen in bitterer Armut, ohne Perspektive und ohne Chance auf gesellschaftliche Teilhabe – während Touristen im Luxushotel von alldem nichts mitbekommen.
Dieses Buch öffnet die Augen für eine Realität, die im gängigen Mauritius-Bild kaum Platz findet. Wer die Insel bereist, sollte es unbedingt gelesen haben.
Ein ganz großartiges Buch. Mit wenigen Sätzen hab ich die Welt Noemis nachverfolgen können, war gebannt, erfreut, geschockt. Danke für diesen poetischen wie auch informativen Ausflug nach Mauritius!