26. Feb.
Rating:3.5

Atmosphärische Urban Fantasy mit spürbaren Längen

„Miss O’Shea und der Zorn der Banshee“ von Dan Dreyer hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Besonders positiv fällt der sorgfältig recherchierte historische Hintergrund des späten 19. Jahrhunderts auf, der sich stimmig im Zeitgefühl, in gesellschaftlichen Strukturen und in vielen Details widerspiegelt. Auch die Verknüpfung irischer und indianischer Mythologie ist inhaltlich reizvoll und gehört zu den stärkeren Aspekten des Romans, da sie über vertraute Fantasy-Motive hinausgeht und interessante neue Perspektiven eröffnet. Trotz dieser Qualitäten konnte mich die Geschichte, wie auch schon der Vorgänger „Miss O’Shea und der Löwe von Boston“, insgesamt nur teilweise überzeugen. Die detailreiche Ausarbeitung führt stellenweise zu einem sehr gemächlichen Erzähltempo, wodurch der Roman insbesondere in der Mitte langatmig wirkt. Einige Szenen hätten aus meiner Sicht deutlich gestrafft werden können. Schade, da ich von den Nebula Convicto Reihen rund um Grayson Steel und den Grenzgängern nicht genug bekommen konnte. Unterm Strich ist Miss O’Shea und der Zorn der Banshee ein ambitionierter und atmosphärischer Roman mit guten Ideen, der jedoch unter spürbaren Längen leidet und mich daher nur bedingt überzeugen konnte.

Nebula Convicto Chroniken: Miss O'Shea und der Zorn der Banshee
Nebula Convicto Chroniken: Miss O'Shea und der Zorn der Bansheeby Dan DreyerLAUSCH Medien