Kurzweilige Story, die leider etwas hinter meinen Erwartungen blieb
Versteht mich nicht falsch, es ist eine solide Geschichte, nur nicht so innovativ und neu, wie ich es bei einem Seraph Gewinnertitel erwartet hatte.
📓In "Draußen" von Mary Stormhouse geht es um Nalani, die in ihrer virtuellen Welt glücklich ist und diese nur so kurz wie möglich verlässt. Als plötzlich Caiden in ihr Leben fällt, verschlägt es sie nach draußen, wo sie von Robotern verfolgt wird. Sie will zurück in ihr virtuelles Leben. Ob sie das schafft und ob sie das am Ende ihrer Reise immernoch will?
🌳 Ich mochte Nalani und Caiden, ich mochte den Plot und die Ideen. Aber? Es blieb mir insgesamt zu oberflächlich. Das Buch hat knapp 250 Seiten mit einer großzügigen Formatierung. Also nicht so viel Text für viel Potenzial.
Weder Haupt- noch Nebenfiguren konnten sich wirklich entwickeln. Auch die Solarpunk Elemente kamen dadurch für mich zu kurz. Schade.
🌳 Gestört hat mich, dass es eine Figur gibt, die "Niemand" heißt. Als großer Marc-Uwe Kling Fan musste ich dabei an die gleichnamige "Figur" aus Qualityland denken. Ist wahrscheinlich ein me- Problem.
Sci-Fi Fans, die eine kurzweilige Lektüre suchen, kann ich das Buch trotzdem empfehlen.
Draußen beschreibt eine Welt nachdem die Menschheit vor einer tödlichen Pandemie in die virtuelle Welt geflüchtet ist. Die Consuma Nalani und der Creavi Caiden landen dabei im Draußen und müssen sich dort nicht nur vor Robotern, sondern auch mit überlebenden Menschen auseinandersetzen. Und all das wird von der Frage nach Freiheit begleitet.
Ich fand Buch sehr angenehm zu lesen, die Idee war echt super, an manchen Stellen nur leider nicht genug ausgeschmückt. Dafür ist das Buch einfach zu dünn mit seinen knapp 250 Seiten.
Aber mich hat es aus einer Leseflaute geholt, also eine klare Empfehlung!
„Draußen“ hat mich vor allem durch seine Echtheit überzeugt. Selten habe ich beim Lesen so oft gedacht: Ja, genau so würde es wahrscheinlich wirklich ablaufen. Die Figuren (allesamt sympathisch) handeln glaubwürdig und die Dynamik zwischen ihnen wirkt nie konstruiert.
Toll fand ich auch die eingestreuten „Newsblog“-Einträge. Sie geben dem Buch eine zusätzliche Tiefe und schaffen es, Hintergrundinformationen zur Welt zu liefern, ohne den Handlungsfluss zu bremsen. Statt erklärender Rückblicke à la „Es war einmal ‚früher‘“ vom Großväterchen am Feuer bekommt man hier häppchenweise Kontext geliefert.
Auch wenn mir das Ende gefallen hat (die Szene im Epilog war echt süß und wholesome), hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte mit einem größeren „Uff“-Moment geendet hätte (was sie gewesen wäre, hätte es keinen Epilog gegeben). Aber das ist Jammern auf hohem Niveau (und außerdem auch nur meine persönliche Präferenz bezüglich ‚Enden‘).
Insgesamt ein starkes Buch, das noch lange nachwirkt. Klare Leseempfehlung für alle, die glaubwürdige (‚bodenständige’) Dystopien bzw. Solarpunk lieben.
Ps. In manchen Rezensionen wurde darauf hingewiesen, dass der Name einer Figur (Niemand) den Lesefluss stören würde, das kann ich so nicht bestätigen. Ich hatte die ganze Zeit über kein Problem damit.
Draußen von Mary Stormhouse ist ein Solarpunk-Roman. Ein Subgenre der Science-Fiction, das sich auf eine nachhaltige, umweltbewusste Zukunft konzentriert und von welchem ich durch Draußen erstmalig hörte.
Worum geht’s?
Nalani lebt in der virtuellen Welt der Komplexe – und das ziemlich erfolgreich. Ihre Existenz dreht sich um Social Points, die Währung und Statussymbol zugleich sind. Ihr physisches Dasein beschränkt sich auf einen winzigen, sterilen Raum mit Nahrungsspender, Sportgerät und der allgegenwärtigen KI „Göttin DEA“, die sie an ihre minimale körperliche Instandhaltung erinnert. Alles ist perfekt – bis Caiden auftaucht und ihr gesamtes Leben sprengt. Plötzlich ist Nalani draußen, in einer Welt, die sie nicht kennt, voller echter Luft, echter Gefahren und echter Erdbeeren (die sie zuerst für eine rote Kugel mit gelben Punkten hält). Während sie sich mit Caiden auf eine Reise durch die Überreste einer alten Welt begibt, stellt sich die große Frage: Wo gehört sie wirklich hin?
Meine Meinung
Schon nach wenigen Seiten war ich komplett in Nalanis Welt versunken. Draußen liest sich anfangs wie eine beklemmende Dystopie – eine Mischung aus Surrogates und Ready Player One, aber mit einer frischen, intelligenten Note. Die Idee einer Gesellschaft, die vollständig in der Virtualität aufgeht, ist nicht neu, aber Mary Stormhouse erzählt sie so einfühlsam und lebendig, dass sie mich sofort gepackt hat. Besonders die zwischen den Kapiteln eingestreuten News-Segmente, die nach und nach aufdecken, was mit der Welt passiert ist (Pandemien, Arbeitslosigkeit durch KI, gesellschaftlicher Umbruch), verleihen dem Buch eine erschreckende Nähe zur Realität.
Nalani ist ein Charakter, mit dem ich mitgefiebert habe – auch wenn ich mir gewünscht hätte, ihr noch ein bisschen näher zu kommen. Die Geschichte wird aus der dritten Person erzählt, was gut funktioniert, aber eine Ich-Perspektive hätte vielleicht noch mehr Intensität gebracht. Trotzdem ist ihre Entwicklung greifbar: von der naiven Influencerin, die ohne ihre virtuelle Community nicht existieren kann, hin zu einer jungen Frau, die beginnt, sich selbst außerhalb von Achievement-Boards zu definieren. Und Caiden? Geheimnisvoll, ein wenig rebellisch, aber nicht zu klischeehaft – genau die Art von Figur, die eine solche Geschichte braucht.
Das Buch wirft viele spannende Fragen auf: Wie sehr sind wir bereits auf virtuelle Anerkennung fixiert? Was bedeutet es, wirklich zu leben? Und ist eine perfekte, digitale Welt wirklich besser als eine unvollkommene, reale? Diese Themen werden angenehm subtil eingearbeitet – kein Holzhammer-Moralismus, sondern kluge Denkanstöße.
Kritik?
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann ein paar mehr Seiten! Die Geschichte liest sich fast wie eine längere Novelle, und ich hätte liebend gern noch tiefer in die Welt, die Hintergründe und die Figuren eintauchen wollen. Das Ende war vorhersehbar, aber es fühlte sich passend an, mit einer guten Portion Hoffnung.
Fazit
Ein Buch, das fesselt, zum Nachdenken anregt und ein Szenario zeichnet, das erschreckend nah an unserer Realität liegt. Mit einem flüssigen Schreibstil, tollen Dialogen und einer faszinierenden Welt hat Draußen den Seraph-Preis 2024 absolut verdient. Wer Geschichten liebt, die irgendwo zwischen Dystopie, Abenteuer und philosophischer Fragestellung schweben, sollte sich dieses Buch definitiv schnappen.
⭐⭐⭐ (3,5 von 5 Sternen – hätte ruhig doppelt so dick sein dürfen!)
Erster Solarpunk Roman, den ich gelesen habe. Wusste nicht wirklich was auf mich zukommt, aber fand das Buch im Großen und Ganzen gut. Durch die Kürze habe ich das Empfinden, dass der Inhalt gegen Ende hin etwas gelitten hat.
Die Weltanschauung einer möglichen Zukunft ist einerseits erschreckend als auch wirklich interessant beschrieben:)
Tolle Geschichte mit einem gruseliger Zukunft aber grandiosen Beschreibungen. Ungünstig war Niemand als Name eines Charakters weil es den Lesefluss massiv gestört hat. Zudem wurde in den letzten 100 Seiten weniger auf Fehlervermeidung im Text geachtet. Schade aber trotzdem extrem lesenswert.