13. Apr.
Rating:3

Was will dieses Buch?

"Fischtage" handelt von der sechzehnjährigen Ella, die mit Wutanfällen zu kämpfen hat. Sie lebt in Dortmund und kommt aus einer Künstlerfamilie, die Mutter ist Galeristin und der Vater erfolgloser Schauspieler. Die beiden sind definitiv keine Anwärter für den Titel "Eltern des Jahres", da ihre drei Kinder mit dem wilden Drogen- und Partyleben ihrer Eltern aufwachsen. Als der jüngste Sohn Luis verschwindet, bekommt das niemand außer Ella mit. Da sie die Schnauze voll hat, haut sie von zuhause ab, um ihn zu suchen. Im Schrebergarten des alten Eckard kommt sie unter, Gesellschaft leistet ihr ein seltsamer, sprechender, bei Gefahr singender Plastikfisch. Und so beginnt Ellas Suche nach Luis, die vielmehr eine Suche nach ihrer eigenen Zugehörigkeit ist. Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Ella erzählt. Sie ist unglaublich bissig in ihrer Sichtweise auf ihr Umfeld. Das war sehr unterhaltsam zu lesen. Der beste Part an diesem Buch war für mich der Anfang, wo Ella ihre Familie beschreibt und uns in ihr Leben einführt. Generell spannend fand ich die Milieustudie und an manchen Stellen die Gesellschaftskritik in diesem Buch. Ella begegnet sehr vielen, interessanten Menschen aus verschiedenen Schichten und macht eine kleine Entwicklung durch. Sie lernt, andere Menschen an sich heranzulassen und gewinnt einen anderen Blick auf die Welt. Diese Entwicklung ist schön, aber hat mich weniger mitgerissen als erwartet. Bei manchen Figuren, wie bei Oksana, finde ich die Beweggründe nicht nachvollziehbar. Warum hilft sie Ella? Ich fand einiges nicht so ganz schlüssig. Den sprechenden Plastikfisch kann ich akzeptieren, der ist ja absichtlich unrealistisch und irgendwie lustig. Aber diese ganze Abenteuerreise mit der Auflösung am Ende hat mich nicht ganz gekriegt, sondern eher ratlos zurückgelassen. Sie wirkte auf mich sehr klischeehaft und der actionfilmmäßige Showdown wirkte auf mich deplatziert. Außerdem werden Ella schlimme Dinge angetan, die überhaupt nichts zur Handlung beitragen, konsequenzlos bleiben und nicht mehr aufgefriffen oder eingeordnet werden, als wäre es gar nicht passiert. Und egal, wie oft ich den letzten Satz lese, ich verstehe ihn leider nicht, weil er für mich einfach nicht zum Rest des Buches passt. Ich weiß nicht ganz, wie ich "Fischtage" finden soll, es ist so ein "Joa, kann man machen"-Buch. Der bissige Schreibstil ist toll und das Element des magischen Realismus mit dem sprechenden Plastikfisch ist sehr originell, aber die Handlung ist dann doch unerwartet gewöhnlich aufgebaut. Ich bin ein kleines bisschen enttäuscht, weil ich das Potential sehe und ein Lesehighlight erwartet habe. Ich werde zukünftigen Büchern von Brandi definitiv eine weitere Chance geben.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
27. März
Rating:3.5

Wut und schwerwiegende Themen nicht konsequent thematisiert.

Die Autorin schafft es die Wut der Protagonisten hervorzuheben und verwendet für die Übertragung des Ruhrpott und des Alters von ihr auch einen angemessenen Schreibstil, verpasst es aber aus meiner Sicht den Lesenden zu fesseln und dem Werk eine Einzigartigkeit zu verleihen. Besonders harte Themen wie sexueller Missbrauch und die Vernachlässigung elterlichen Pflichten gegenüber ihren Kindern werden aufgeführt, aber ohne die erforderliche Kritik oder Aufarbeitung. Ebenso ist der Plot an und für sich stimmig mit der Auflösung, ruft bei dem Lesenden aber keine großen Emotionen hervor und versiebt ebenso wie die Aufhängung an der Begleitung von einem Plastikfisch des Mädchens. Unterhaltsam, kurzweilig zu lesen. Jedoch nicht vollends überzeugend und schnell wieder aus dem Sinn.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
15. Jan.
Rating:2

Es ist kein schlechtes Buch. Als Jugendliche hätte es mich vermutlich sehr angesprochen. Jetzt als Mutter macht mich diese Familie nur traurig und ich sehe so viele Lücken in der Erzählung. Natürlich muss nicht immer alles erklärt werden. Aber mich hat die Geschichte in keiner Weise berührt und ratlos zurückgelassen. Ich bin aber wohl auch nicht mehr die Zielgruppe dieses Buches.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
31. Dez.
Rating:3

Ein starker Anfang, ein bewegender und unterpräsentierter Ansatz: Wut in einem Menschen und dann eine Verwässerung, die man einfach nur als traurig bewerten kann. Die Stärke vom Anfang hätte das Buch durchweg gebraucht, dafür bekam es nicht konsequent durchdachte Szene und einen Fisch. Ich habe es nicht verstanden und trotzdem, es zeigt das Ruhrgebiet und das Leben der Jugend auf eine Weise, wie sie zu selten dargestellt wird.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
10. Okt.
Post image
Rating:3

Die 16-jährige Ella leidet seit drei Jahren unter unkontrollierbaren Wutanfällen und geht deswegen mittlerweile in Therapie. Ihre Eltern führen alles andere als eine funktionierende Ehe, ihr große Schwester ist bereits ausgezogen und ihr jüngerer Bruder...ist plötzlich verschwunden... und keinen interessiert es. So beginnt die Geschichte - nach 60 Seiten. Denn zu Beginn wird in den einzelnen Kapiteln erst einmal das komplette Leben von Ella vorgestellt. Es gibt sogar ein eigenes Kapitel darüber, dass sie die Musik von Bob Dylan nicht abkann. Ich hab mich irgendwann gefragt, ob das das ganze Buch sich so durchzieht, doch irgendwann startet dann Ellas Abenteuer auf der Suche nach ihrem Bruder. Mit dabei: einen sprechenden Plastikfisch. Leider wird nie aufgeklärt, warum er sprechen kann, und wie er in diese Welt passt. Was wir erfahren: Er singt bei Gefahr. Bei der Suche trifft sie auf verschiedene Personen, die von der Nettigkeit her alles abdecken. Von emphatisch und hilfsbereit bis gewalttätig und abscheulich. Und letzteres fand ich irgendwie schwierig. Im Verlauf werden Ella schlimme Dinge angetan, die aber kaum bzw. überhaupt nicht weiter thematisiert werden. Irgendwann wirkt es so, als sei es nie passiert. Von der Message und der Logik her fand ich das leider nicht gut umgesetzt. Generell hatte ich Schwierigkeiten mit dem Verhalten. Ihre groß angekündigten Wutanfälle bleiben plötzlich während der Geschichte aus; und warum macht sie sich überhaupt die Mühe, ihren Bruder nach kurzer Zeit zu suchen, wenn sie mit ihrer ganzen Familie keine wirkliche Verbindung hat? Das Ende war dann auch relativ erwartbar. Ein skurriles Buch mit ein paar Schmunzlern, Schockern, und leider auch zu vielen Stirnrunzlern. 3 von 5 / 6 von 10 🐟🐟🐟🐟🐟🐟

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
30. Juni
Rating:4.5

So viele Gefühle in einem Buch. Ungerechtigkeiten und Unvorhersehbares zusammengekleistert in einem jungen Leben. Wer was zum dran kauen braucht, der hat hier die perfekte Geschichte gefunden. Man könnte es als unrealistisch betrachten, doch alles in allem sehr viele traurige Wahrheiten, die hier aufeinandertreffen.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
28. Juni
Rating:4.5

Ein skurriler Sommer in Dortmund 🌞🐟

Ella ist wütend. Und das auf alles und jeden. Als ihr Bruder eines Sommers mutmaßlich verschwindet und sich ihr Umfeld nicht wirklich dafür interessiert, nimmt sie das Ganze selbst in die Hand. Mit meinem sprechenden Fisch in einer Alditüte im Schlepptau, macht sie sich auf die Suche. Die Ausgangslage ist sehr skurril aber bietet einem viel mehr. Die Entwicklung von Ella ist sehr bemerkenswert. Die Autorin verwendet freche, gegenwärtige Alltagssprache. Sie kann dadurch den Protagonisten einen gewissen frischen Wind verpassen. Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt. Wer mal ein etwas anderes Sommer Buch lesen möchte, wird hier fündig.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
14. Mai
War ok
Rating:3

War ok

Fischtage von Charlotte Brandi Worum geht es? Ella (16 Jahre jung) lebt in Dortmund und hat beschlossen, keine Freundschaften mehr einzugehen. Das hat vor allem den Grund, dass Sie Wutanfälle hat, die sie nicht gut kontrollieren kann (warum sie diese hat, wird in den Buch noch genauer beschrieben). Ihre Eltern sind gerade dabei Ihre Ehe „an die Wand zu fahren“ und zu Ihren Geschwistern hat sie auch keine große Bindung. Der Einzige, der etwas für Ella übrig hat, ist der alte Eckard. Als dieses allerdings an Demenz erkrankt, bittet er sie, sich um seinen Plastikfisch zu kümmern. Das macht sie dann auch und beschließt ihren Bruder mit dem Fisch (in einer ALDI-Tüte) zu suchen. Wie hat mir das Buch gefallen? Ich mochte den locker leichten Einstieg in die Geschichte. Charlotte Brandi schreibt in sehr kurzen Kapiteln ihre Geschichte auf und das machte die Handlung rasant (Momentmal….hab ich das nicht vor kurzen zu einem anderen Buch bereits schon einmal so gesagt….Ich frage mich so langsam, ob das ein Trend ist oder ob die Autoren und Autorinnen nicht mehr so viel zu sagen haben). Ella war definitiv ein toller Charakter, der sich nichts verbieten lässt und ein Herz für einen Plastikfisch hat. Aber ich habe mich gefragt, warum es im Klappentext heißt, dass sie nicht so „den Draht“ zu ihrem Bruder hatte und ihn dann suchen geht. Ich meine, ich als Einzelkind, kann ich das wahrscheinlich nicht verstehen aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass man als pubertierendes Mädchen mit Wut im Bauch so etwas macht. Aber viel schlimmer war die Reaktion der Eltern. Was sind denn das für durchgeknallte und völlig sorgenfreie Menschen (Ich werde nicht spoilern aber ich weis auch nicht, ob man das lesen muss). Ich mochte tatsächlich Eckard und den Fisch sehr sehr gerne aber bitte…..Wieso war der alte Eckard nur so kurz Thema? Ich weis so insgesamt nicht was ich von der Geschichte halten soll. Daher würde ich dem Buch 3 Sterne geben. Man kann es lesen aber man muss es definitiv nicht lesen.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
18. Apr.
Rating:3

Zwiegespalten

Sommer in Dortmund. Die sechzehnjährige Ella hat keine Freunde, da sie ihre Wutausbrüche nicht unter Kontrolle hat. Ihre Eltern leben ihr Leben und lassen ihre Kinder machen. Als eines Tages ihr Bruder Luis nicht mehr da ist und ihre Eltern sich nur noch streiten flüchtet sich Ella in den Schrebergarten des alten Eckhard. Dort trifft sie auf den sprechenden Plastikfisch, der ihr bei der Suche nach ihrem Bruder helfen und über ein Alarmsystem verfügt, welches vor Gefahr warnen soll. Wenn Ella diesen Punkt öfter berücksichtig hätte, dann wäre ihr das Ein oder Andere vielleicht nicht passiert. Charlotte Brandi beschreibt in ihrem Roman Fischtage eine Woche im Sommer einer Teenagerin, die von allen allein gelassen wird und denkt sich nur auf sich selber verlassen zu können. Dieses Buch, welches ich als Rezensionsexemplar lesen durfte, ist voll mit Kritik an der Gesellschaft, in der wir Leben, was ich sehr gut finde und dennoch bin ich mit dem Schreibstil einfach nicht klargekommen. Dieser ist auch der Grund warum ich das Buch zwar gut finde, aber gleichzeitig nicht wirklich mag.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
17. Apr.
Rating:2.5

Fischtage ist nichts, was ich hätte kommen sehen können und ich weiß noch nicht ganz, wie ich diesen Roman einordnen soll. Ella ist eine Hauptprotagonistin, die ich so noch nie zuvor gelesen habe. Sie ist 16, stammt aus einer wohlhabenden, aber dysfunktionalen Künstlerfamilie und ist vor allem eins: wütend. Und zwar so sehr, dass sie häufig Wutausbrüche bekommt und Personen anschreit und beleidigt. Sie hat keine Freund:innen, das Verhältnis zu ihrer Schwester ist schlecht und lediglich mit ihrem jüngeren Bruder Luis kommt sie klar. Als der dann aber plötzlich verschwindet und es niemanden zu interessieren scheint, begibt sie sich gemeinsam mit dem sprechenden Fisch des alten Eckard auf die Suche nach Luis. Das Buch lässt mich sehr zwiegespalten zurück. Während ich die ersten paar Kapitel sehr mochte (wirklich spannende Charakterstudien zu Ella und den Personen in ihrem Umfeld) und auch den Schreibstil an sich unfassbar gut und authentisch fand, wurde es ab dem Punkt, wo der sprechende Fisch auftauchte wirklich sehr skurril. Da Ellas Eltern sie absolut vernachlässigen und das Verschwinden ihres Bruders wahrscheinlich eines der schlimmsten Dinge ist, die passieren konnten, habe ich den sprechenden Fisch als Fantasieprodukt Ellas verstanden, der in dieser furchtbar schlimmen Situation zu ihrer Stütze und ihrem Begleiter wurde, um das durchzustehen. Was mich sehr gestört hat: Es wurden so viele teils schwierige Themen aufgemacht, die nicht eingeordnet oder reflektiert wurden, wie z. B. die versuchte Vergewaltigung, die völlig aus dem Nichts kam und genauso schnell wieder abgehandelt war. Diese Szene hat in meinen Augen gar keinen Mehrwert für die Story geboten und wurde auch nicht weiter kommentiert, was ich etwas schwierig finde. Auch das Ende konnte mich leider nicht überzeugen. Da ich aber nicht spoilern möchte, gehe ich nicht näher darauf ein; in Anbetracht der Entwicklungen war Ellas Charakter gegen Ende aber gar nicht mehr nachvollziehbar und von ihrer anfänglichen Wut war komischerweise kaum noch was zu spüren, obwohl es die Situation mehr als erfordert hätte. Insgesamt zwar eine spannende Grundidee und einzigartige Charaktere, aber für mich war es vielleicht auch einfach das falsche Buch zum falschen Zeitpunkt.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
10. Apr.
Rating:4

Don’t worry, be happy

Ella ist wütend auf alles und jeden. Auf ihre völlig abgedrehten Eltern, die Schule, das Leben. Der Einzige, den sie wirklich liebt, ist ihr kleiner Bruder Luis. Doch der verschwindet plötzlich von einem Tag auf den anderen. Und weil niemand sich wirklich dafür zu interessieren scheint, nimmt Ella die Suche nach ihm selbst in die Hand- zusammen mit einem sprechenden Barsch in einer Aldi Tüte. Im ersten Moment ist der Rage Modus von Ella vor allem eins: witzig. Im zweiten Moment ist er aber noch viel mehr als das, nämlich wahnsinnig gut geschriebene Kritik an der Gesellschaft, den sozialen Medien und unseren sozialen Beziehungen. Die Metaphern mit denen Charlotte Brandi dabei das Leben beschreibt, sind flapsig und geistreich zugleich, so wie die ganze Sprache des Romans. Ella ist als junger Charakter absolut nahbar und authentisch. Je mehr man von ihrem Leben erfährt, desto mehr versteht man diese brodelnde Wut, diese Suche nicht nur nach ihrem Bruder, sondern auch nach sich selbst. Ich liebe dabei besonders ihre klare Sicht auf die Dinge, die Einfachheit, mit der sie Komplexes auf den Punkt bringt und das Komplexe, dass sie in der Einfachheit erkennt. Es ist ein besonderer Roman über das Erwachsenwerden in einer Familie, in der es nicht wirklich jemanden gibt, der sich normal und erwachsen verhält. Es ist ein Roman, in dem ein sprechender Barsch auf einer Plakette mehr Weisheit versprüht, als die eigenen Eltern und es ist ein Roman mit einer wundervollen Protagonistin, die so viel mehr findet, als sie eigentlich gesucht hat. Das Ende war für mich nicht ganz rund und einige Fragezeichen habe ich da noch im Kopf, und auch den sprechenden Fisch hätte ich als stilistisches Mittel nicht gebraucht. Aber trotzdem war das anders, rotzig, witzig und voller Charme.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
9. Apr.
Rating:4.5

Ella und Fisch gegen den Rest der Welt

„Mit dreizehn hat Mama mich noch jedes Mal festgehalten, mit fünfzehn hat sie versucht, mit mir darüber zu reden, mit fünfzehn hat sie mich aufgegeben.“ (S.11) In „Fischtage“ erzählt Charlotte Brandis die Geschichte der 16-jährigen Ella, die in einer ziemlich kaputten Familie lebt. Ihre Eltern interessieren sich mehr für Partys und Drogen als für ihre Kinder. Ihre große Schwester hält lieber Abstand, ihr kleiner Bruder Luis redet kaum noch und Ella hat ein Wutproblem. Als Luis plötzlich verschwindet, wartet Ella nicht auf Hilfe, sie macht sich selbst auf die Suche. Der Schreibstil ist flapsig und locker, anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Aber wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, merkt man schnell: Der Ton passt perfekt. Es steckt viel Witz, aber auch Tiefe in der Sprache. Immer wieder tauchen starke Metaphern auf, die das Lesen zu einem Genuss machen. Ella ist als Figur sehr echt und nahbar. Obwohl sie manchmal ausfallend ist, kann man gut mit ihr mitfühlen. Man versteht, warum sie sich so verhält – ihre Wut, ihre Verletzlichkeit, ihr Wunsch nach Nähe und gleichzeitig ihre Angst davor. Der sprechende Fisch war kurz gewöhnungsbedürftig, dann aber fast mein Lieblingscharakter. Fischtage ist eine besondere Geschichte über das Suchen. Nicht nur nach einem verschwundenen Bruder, sondern auch nach sich selbst. Lustig, spannend, berührend und klug erzählt. Ein starkes Debüt. Leseempfehlung 5/5 Sterne

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
9. Apr.
Rating:4

Wut im Ruhrgebiet! Skurrile Überraschung!

Dieses Buch hat mich überrascht! Es warl nicht, was ich erwartet habe, nicht was ich so ähnlich schon mal gelesen habe und auch nichts, was sich mit am Ende zu 100% erschlossen hat... War ich von dem Buch dann enttäuscht? NEIN! Hatte ich beim Lesen Redebedarf? DEFINITIV! Zum Inhalt werde ich nichts sagen, dafür müsst ihr den Klappentext lesen (2. Bild), stattdessen verrate ich euch, was ich erwartet habe und ein bisschen was zum Leseerlebnis: Nach dem Klappentext habe ich eine ähnliche Geschichte erwartet, wie "Der Bademeister ohne Himmel", ein Buch, dass mich im letzten Jahr total begeistert hat. Bekommen habe ich ein Buch voller Wut, Schnoddrigkeit und dem ungewöhnlichesten Protagonisten ever! Oder habt ihr schon mal von einem sprechenden Fisch gelesen? Warum es mir trotzdem so gut gefallen hat? Ella, die 16 jährige Protagonistin wirkt so echt, so authentisch und auf eine seltsame Art schutzbedürftig! Ich hätte sie so gern an die Hand genommen und gezeigt, wie Freundschaft und Familie auch sein kann! Einen Pluspunkt gibt es außerdem für den Handlungsort: Dortmund im Ruhrgebiet. Ich hatte viele Orte vor Augen und vor allem die Sprache im Ohr!

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
6. Apr.
Rating:4

Weibliche Wut trifft auf skurriles Setting - sehr gelungen!

Ich habe lange überlegt, wie ich euch dieses besondere Buch wohl näher bringen kann. Die Antwort ist wohl einfach: gar nicht! Angesprochen hat es mich, weil der Klappentext mich ein wenig an „Der Bademeister ohne Himmel“ erinnert hat und das ist eines meiner absoluten Highlights im letzten Jahr gewesen. „Fischtage“ klang zwar nach dem Bademeister, aber bis auf eine demente Randfigur hatte es rein gar nichts damit gemeinsam. Nein, das stimmt nicht ganz… Ich mochte auch „Fischtage“ sehr. Habe ich alles verstanden? Auf gar keinen Fall! War es zuweilen ziemlich skurril? 100 Prozent! Die rotzige Sprache hat mich komplett abgeholt und Ella, die 16 jährige Hauptprotagonistin war mir sehr nahe in ihrer jugendlichen Wut und ihrem unangepassten Verhalten. Ich will ansonsten gar nicht so viel sagen über das Buch und über das Lesen. Kurzum: Große Empfehlung für alle, die mal was anderes lesen wollen! Ich rate euch aber, lest es im Buddyread, denn ihr werdet das dringende Bedürfnis verspüren, euch auszutauschen!

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein
5. Apr.
Rating:4

Ella ist verdammt wütend. Ihre Eltern sind mit sich selbst beschäftigt, Freunde hat sie keine und auch mit ihren Geschwistern läuft es nicht so rund. Allein der demenzkranke Eckard ist noch eine Bezugsperson von ihr. Als ihr Bruder verschwindet macht sie sich kurz entschlossen auf die Suche nach ihm. Mit einer Alditüte, einem sprechenden Fisch, wenig Angst aber ganz viel Wut macht sie sich auf den Weg. Schon das Cover hat mich hier direkt abgeholt, der Gesichtsausdruck der Protagonistin, herrlich. Der Roman startet großartig, die Erzählweise frech und auf den Punkt. Eine wütende Teenagerin, die eigentlich alles und jeden nicht mag, und das mitten im Ruhrpott. Klingt so erstmal richtig toll. Für mich hat sich die Story dann allerdings leider etwas verloren. Der sprechende Fisch war schon toll aber sein Dasein hat sich mir nicht ganz erschlossen. Manche Charaktere kamen, gingen für mich aber auch zu schnell wieder. Da wären manchmal ein paar Hintergründe zu den Personen toll gewesen. Auch ein paar Erzählstränge verliefen für mich im nirgendwo. So war es für mich eine Woche im Leben eines trotzigen Teenagers. Trotz kleiner Kritikpunkte aufgrund des Schreibstils ein lesenswerter Roman.

Fischtage
Fischtageby Charlotte Brandipark x ullstein