5. Apr.
Kein Zugang zur Geschichte gefunden.
Rating:1

Kein Zugang zur Geschichte gefunden.

„Die vorletzte Frau“ von Katja Oskamp konnte mich leider nicht überzeugen. Bereits nach 55 Seiten habe ich das Buch abgebrochen. Der Schreibstil wirkte auf mich wenig zugänglich und hat es mir schwer gemacht, in die Geschichte einzutauchen. Zudem hat die Atmosphäre bei mir kein positives Gefühl ausgelöst, eher Distanz als Interesse. Insgesamt blieb der Text für mich emotional schwer greifbar, sodass ich keinen Zugang zur Handlung oder den Figuren finden konnte.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
22. Dez.
Rating:3

Hat mich überwiegend genervt

Ich verstehe absolut nicht, was mir das Buch sagen möchte. Beschrieben wird eine 19 Jahre andauernde Beziehung zwischen der Protagonistin und einem sehr viel älteren Mann, der einst ihr Professor an der Uni war (erste große Red Flag)… sie ist verliebt, hingebungsvoll und mit Zeiten völlig abhängig von ihm, glaub das zumindest, was ihre Schreibkunst angeht. Er ist berühmter und erfolgreicher Autor und sie denkt, dass sie nur durch ihn auch gut sein kann als Autorin. Sie sind zusammen aber es ist ein ständiges hot Cold hin und her, „kommhergehweg“ nennt sie es selber was er mit ihr betreibt (Girl wake up!) und sie lässt es geschehen. Er ist aber immer genug lieb und unterstützend an den richtigen Stellen grade so das es reicht, dass sie davon zehren kann. Dann wird er Krank und zum Pflegefall und sie (surprise) pflegt ihn , auch noch als er ohne sie zurück in die Schweiz zieht. Sie pendelt immer wenn er sie braucht. Sie führt ein Leben das sich nach ihm richtet, schafft es aber trotzdem sich selbst was aufzubauen und als Autorin Erfolg zu haben. Sie lernt eine neuen Mann kennen, bleibt aber immer an Toschs Seite und ist immer in Gedanke bei ihm. Sie spricht oft von ihrer Rolle im Leben, und von dessen Wechseln je nach zeitlichen Abschnitt. Auch sie altert und entwickelt sich weiter immer aber irgendwie beeinflusst von Tosch, bis zuletzt wo er sogar mit 70 Jahren noch eine neue Beziehung eingeht mit einer nochmals jüngeren Frau. Dieser Typ hat mich einfach nur aufgeregt, alles dreht sich um ihn und diese einsamer Künstler Nummer ist einfach zum kotzen. Es kam mir oft so vor als würde sie ihr eigenes Leben von außen betrachten und nicht selber leben, das hat mich traurig und wütend gemacht. Frauen die im Schatten und Abhängigkeit von ihren Männern leben und sich selbst dabei nicht sehen. Das ist das was ich aus dem Buch mitnehme. So wie es geschrieben ist und auch wie die Rezensionen hier sind, wird es aber anders verstanden, eben als aufgebungsvolle „wahre“ Liebe - das sehe ich leider ganz anders. Die Beziehung der beiden ist ungesund. Der Schreibstil ist entspannt, aber irgendwie ist das Buch weird, es gibt so viele klebe Kapitel und oft spielt die Autorin mit kindlichen Assoziationen und Bildern.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
23. Nov.
Eine realistische und autobiografische Darstellung einer Liebe zwischen zwei Menschen mit großem Altersunterschied. Das Buch hat mich anfangs nicht wirklich gecatched. Gegend Ende fand ich es interessanter.  Die kurzen Kapitel sind praktisch, um das Buch nebenbei zu lesen und immer wieder wegzulegen. Schön fand ich, dass es absolut nicht meiner Lebensrealität entspricht und ich somit einen sehr authentischen und ehrlichen Einblick in ein ganz anderes Leben bekommen habe. 
In mein Regal mit Lieblingsbüchern schafft es “die vorletzte Frau” nicht. Lesenswert ist es trotzdem.
Rating:3.5

Eine realistische und autobiografische Darstellung einer Liebe zwischen zwei Menschen mit großem Altersunterschied. Das Buch hat mich anfangs nicht wirklich gecatched. Gegend Ende fand ich es interessanter. Die kurzen Kapitel sind praktisch, um das Buch nebenbei zu lesen und immer wieder wegzulegen. Schön fand ich, dass es absolut nicht meiner Lebensrealität entspricht und ich somit einen sehr authentischen und ehrlichen Einblick in ein ganz anderes Leben bekommen habe. In mein Regal mit Lieblingsbüchern schafft es “die vorletzte Frau” nicht. Lesenswert ist es trotzdem.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
5. Okt.
Rating:4

Jemand sagt, ich kann zwar glücklich werden, aber du bleibst mein Lebensmensch (Zitat).

Katja Oskamp beschreibt mit eindrücklichen Worten ihre Liebebeziehung zu Tosch, einem bekannten Schweizer Schriftsteller (ich musste googeln - es handelt sich um Thomas Hürlimann). Sie lernt ihn als Studentin am Literaturinstitut in Leipzig kennen. Er ist ihr 19 Jahre älterer Dozent. Zunächst ungläubig, dass sie als Mutter einer kleinen Tochter und Ehefrau mit Putzzwang, Ende 20 von ihm gesehen und begehrt wird. Wir Lesenden werden Zeug*innen dieser 19 Jahre währenden Liebe, Zuneigung und Zumutung und können - sofern vorhanden - unsere voyouristische Seite ausleben. Denn Katja Oskamp lässt uns sehr detailliert teilhaben, an ihrem Leben, sexuellen Vorlieben und intellektuellen Debatten und nicht zuletzt am körperlichen Verfall Toschs nach einer Krebserkrankung mit Strahlentherapie. Das Buch ist eine gute Ergänzung zu Marzahn mon amour, dass ich noch ein wenig stärker fand. Oskamp beschreibt hier auch ihren Weg als Fußpflegerin und die Entstehung des erfolgreichen Buchs, dass sie am Ende der Beziehung mit Tosch schreibt. Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn es zwischendurch ein paar klitzekleine Längen hatte.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
7. Sept.
Rating:5

Pageturner!

'Die vorletzte Frau' hat mir noch besser gefallen als 'Marzahn Mon amour'. Im vorliegenden Buch hat sie mich mit ihrem Schreibstil vollends abgeholt - kurze Kapitel, schnelles Erzähltempo, sprachlich on point. So stelle ich mir das 'Haddeldaddel' zwischen ihr und ihrer Tochter vor - ein Fest. Ihr Exmann scheint ein bindungsgestörter Egoist zu sein, für den ich nach diesem Buch nichts übrig habe. Dafür für Katja Oskamp um so mehr. Die Brücke zum Buch Marzahn Mon Amour hat mich positiv überrascht. Unbedingt lesen!

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
26. Aug.
Rating:5

Katja Oskamp ist eine faszinierende Autorin, die durch ihre Art die Lesenden einnimmt. Direkt, unumwunden schreibt sie ihre eigene Geschichte nieder, ohne Verbitterung, aber ehrlich, zurückblickend …

[…] und hörten nicht mehr auf, Geständnisse abzulegen, uns nichts zu ersparen, uns keine Lügen aufzutischen, uns einander auf Gedeih und Verderb zuzumuten.[…] S. 18

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
12. März
Rating:3.5

Selbstironisch und sehr offen beschreibt die Autorin ihre Beziehung zu einem 18 Jahre älteren Mann und darüber, wie sie von der Geliebten zur Pflegerin wurde und wie daran die Luebe letztlich zerbrach. Wäre es ein fiktionales Buch gewesen, hätte ich einen Stern mehr vergeben. Nun ist aber bekannt, daß Frau Oskamp hier über ihre Beziehung zu dem heute 74 jährigen Schweizer Autor Thomas Hürlimann schrieb. Zwar hat dieser nach Verlagsangaben seine Zustimmung zur Veröffentlichung gegeben, in mir bleibt aber ein massives Störgefühl darüber zurück, ob Herr Hürlimann tatsächlich wollte, dass intimste Einzelheiten über seine Krankheit und deren Auswirkungen auf seinen Körper, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mir scheint es eher, als habe er hier sehr souverän reagiert und gute Miene zum bösen Spiel gemacht

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
11. März
Rating:5

Wer Marzahn, mon amour gerne gelesen hat, sollte ( muss) auch Die vorletzte Frau lesen. Ich bin begeistert- mag diesen offenen, direkten Schreibstil von Katja Oskamp sehr. Jetzt gibt Marzahn , mon amour noch mehr Sinn…, Die vorletzte Frau ist autobiografisch. Die Ich- Erzählerin ist in ihren Dreißigern verheiratet , hat eine kleine Tochter und lernt am Literaturinstitut in LeipzigTosch kennen, der ein berühmter schweizer Schriftsteller ist. Er ist 19 Jahre älter- sie lieben sich und nach 19 Jahren verlässt sie ihn. Was alles dazwischen passiert, davon handelt dieses Buch. Alles sehr direkt und ohne Schnörkel. Aber deshalb nicht weniger berührend. Wie ist es, mit dem Altersunterschied, mit Krankheit, Altern,Sex , Bedürfnissen und Erfolg , Liebe? Mich hat es sehr nachdenklich gemacht.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
27. Feb.
Rating:4

Katja Oskamp (auch bekannt als "Fußpflegerin von Marzahn") beschreibt in ihrem autobiographischen Buch schonungslos ehrlich ihre Beziehung zum wesentlich älteren Thomas Hürlimann bis zu dessen Tod. Wir erfahren auch, wie sie ihre Zeit als Fußpflegerin erlebt hat, die Pflege ihres kranken Partners, das Großziehen ihrer Tochter. Ich mochte das Buch sehr gerne.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
5. Jan.
Rating:5

Ich mochte "Marzahn, mon amour" sehr gern und bin eher skeptisch an das neue Buch von Katja Oskamp herangetreten. Die erzählerische Wucht der Beschreibungen von Oskamps Lebensabschnitt mit dem Schriftsteller "Tosch" hat mich regelrecht umgehauen. Ein Sog aus Worten, Bildern und Gefühlen. Großartig!

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
28. Okt.
Rating:3.5

Für mich nicht ganz so stark wie „Marzahn min Amour“, dennoch lesenswert, wenn man den Stil der Autorin mag

Was habe ich „Marzahn Mon Amour“ von Katja Oskamp geliebt und direkt nach dem Lesen an meine Mama weitergegeben… sie fand es auch aufregend anders. Die Autorin hat eine ganz eigene und sehr authentische Stimme, weshalb ich mir „Die vorletzte Frau“ voller Vorfreude kaufte. Katja lernt Tosch kennen, da ist sie noch jung, er nicht mehr. Sie ist in einer Beziehung und hat eine Tochter, er ist ein gefeierter Schriftsteller. Sie sind magisch voneinander angezogen und „muten sich einander zu“, wie sie schreibt. Sie sind leidenschaftlich miteinander, er liest und korrigiert alle ihre Manuskripte… sie reden über alles. Gleichzeitig entzieht er sich ihr immer wieder. Bis er eines Tages eine Diagnose erhält, die ihr eine neue Rolle zuweist, die der Pflegerin. Und sie nimmt diese Rolle an. Fortan ist sie nicht mehr nur Frau, Mutter, Schrifstellerin und Geliebte. Wie lange geht das gut? Was bleibt und wie verändern sich alle unter der Last einer Krankheit? Ich mag die autobiografische Art, in der die Autorin schreibt. Sie gewährt uns tiefe Einblicke in ihr Leben, ihre Sehnsüchte und ihre Gedanken. Manchen mag das vielleicht auch etwas zu nah dran sein. Zumindest kann ich mir das vorstellen. Die Beziehung zu Tosch war wohl nie wirklich auf Augenhöhe, so liest es sich für mich, und das war für mich schwer zu ertragen. Das warm wohlige, wenn auch mal traurige Gefühl, das ich bei „Marzahn mon Amour“ hatte, blieb hier aus. Trotzdem hab ich das Buch gern gelesen. Der Bogen zur Fußpflege wird auch geschlagen und das mochte ich sehr. Wie Tosch Katja behandelt hat hingegen weniger. Das Gelesene konfrontiert uns auf jeden Fall auch mit der Frage, wie wir mit einer Erkrankung unserer Liebsten umgehen würden, wenngleich jede Lebenssituation anders ist. Fazit: Es ist kein neues „Marzahn mon Amour“ für mich, aber dennoch ein lesenswertes Buch. Werbung für Bücher - selbst gekauft

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
16. Okt.
Rating:4.5

Die Ich-Erzählerin in Katja Oskamps autofiktionalem Roman beschreibt ihr Leben an der Seite eines 19 Jahre älteren, bekannten Schweizer Schriftstellers. Es geht um Distanz und Nähe in Beziehungen, Mutter sein, die eigene Arbeit als Schriftstellerin, die Vielgestaltigkeit der Liebe, das Alter, Krankheit und Tod. Oskamp gelingt es, den Alltag literarisch einzufangen, nie sind ihre Beschreibungen banal. Die kleinen Dinge stehen neben dem großen Ganzen und verhandelt werden die Fragen: Was ist wichtig im Leben? Wo stehe ich?

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
4. Okt.
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Rating:4

„Die vorletzte Frau“ von Katja Oskamp Verlag: Park x Ullstein Das Porträt einer jungen Frau, über die Liebe, die Vergänglichkeit und das Leben. Milchmädchenrechnungen waren immer schon ihr Ding. Ein wesentlich älterer Mann, die große Liebe, die Zeit, Krankheiten und das Altern sind Dinge, die geschehen und doch rechnet man im Leben gerne anders - eine Milchmädchenrechnung. Die ICH-Erzählerin, verheiratet mit einer kleinen Tochter lernt während des Studiums Tosch, einen schweizer Gastdozent im Leipziger Literaturinstitut kennen. Er, 19 Jahre älter und gefeierter Schriftsteller imponiert ihr und durch Ehrgeiz und Fleiß erregt die junge Frau nicht nur seine Aufmerksamkeit in der Dramaturgie. Er wird ihr Mentor und Geliebter; er bestimmt 19 Jahre ihr Leben, gibt den Rhythmus an, aber nicht nur der Austausch über Literatur verbindet die beiden Protagonisten. Sie verlässt ihren, auch älteren, depressiven Mann und begibt sich in eine Beziehung mit Tosch. Die beiden finden das Wort zumuten für ihre Beziehung: „Ich mute mich dir zu. Du mutest dich mir zu.“ (Pos.171) „….mit allen Meisen und Absonderlichkeiten.“ (Pos.229) Sex und Text nannten wir die Gemengelage….(Pos.631) Die junge hübsche Frau liebt Tosch, seine Kommhergehweg- Allüren und verzehrt sich nach seinem Körper und Geist. Seine Pranken auf ihrem Körper, seine Augen auf ihren geschriebenen Texten. Alle Texte werden von dem begnadeten Schriftsteller gelesen, korrigiert und/oder kommentiert. Sie, ihre Tochter Paula und Tosch debattierten über Texte, Bücher, Worte. Sie und Tosch leben ihre Leidenschaft in seiner Junggesellenbude aus. Die ICH-Erzählerin pendelt zwischen Mutter, Schriftstellerin, Hausfrau und Geliebten. Bis Toschs Krankheit alles verändert und sie von der Geliebten zur Pflegerin wird. Tosch flüchtet vor dem Finanzamt in die Schweiz; er hat Prostatakrebs, die Beziehung wird kompliziert. Zwischen Krankenhaus, Seehaus in der Schweiz und ihrer Wohnung in Berlin pendelt die Erzählerin. Das pendeln zieht sich durch ihr Leben. Und die Angst, das gemeinsame Leben verloren zu haben. Die Autorin schreibt sehr intensiv die Geschichte einer großen Liebe, einer Vertrautheit, Freundschaft und einer Krankengeschichte. Auch das innige Mutter-Tochter Verhältnis wird hervorgehoben. Die Erzählung berührt und zeigt die Vergänglichkeit auf. Aber auch den Mut und Ehrgeiz einer Frau ihren Weg zu gehen. Mit Humor, Ironie und ohne Drama spiegelt die Erzählung die Beziehung. Trotz vieler Hindernisse und aufopferungsvollen Jahren entwickelt sich die Erzählerin weiter. „Zwei Verdurstende in der Wüste finden eine Wasserflasche. Wenn sie sie teilen, reicht es für keinen von beiden, wenn einer sie alleine austrinkt, hat er eine Chance zu überleben.“ So war die Beziehung zwischen Tosch und der Erzählerin-mit Höhen und Tiefen. Der flüssige Schreibstil lässt mich als Leser:in durch die Seiten fliegen. Man wird mitgenommen auf dem Weg zwischen begehrt werden und pflegen. Schonungslos wird berichtet, wie eine Krankheit eine Leidenschaft bricht. Der Altersunterschied zeigt deutlich die Vergänglichkeit auf, aber auch für die Erzählerin neue Wege. Ein interessantes Buch, welches sich lohnt, gelesen zu werden.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
26. Sept.
Rating:4

In bekannter Erzählmanier nimmt uns Katja Oskamp mit in ihr Leben und ihre Partnerschaft mit Thomas Hürlimann ❤️‍🩹

Katja Oskamp schleudert uns mit einer Frage direkt ins Romangeschehen: „ob alles so gekommen wäre, wie es gekommen war, wenn Tosch während der neunzehn Jahre nicht krank und ich während der neunzehn Jahre nicht alt geworden wäre“?! Der Altersunterschied zwischen der Erzählerin namens Oskamp und Tosch, ist genauso groß bzw. lang wie die Dauer ihrer ungleichen Beziehung: 19 Jahre. Haben wir es hier mit einer durch Krankheit sterbenden Liebe zu tun?! Ihre beiden Romanfiguren sind Schriftsteller – er bereits erfolgreich, sie auf dem Weg zum Schriftstellerinnendasein. „Die Besonderheit aber lag in unserem Sprechen: Wir begleiteten unser Sexualleben verbaltheoretisch.“ Katja Oskamps Bücher sind meist autobiografisch, so heißt die Erzählerin in „Die vorletzte Frau“ auch Oskamp und Tosch steht für ihren ehemaligen Partner und Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann, mit dem sie fast 20 Jahre lang eine Beziehung führte und zu dem sie einen ebenso großen Altersunterschied verzeichnen konnte. Sie geht ganz offen mit sich und ihren menschlichen Makeln um - so stellt sie ihre Skrupel, Ängste und ihr Glück auf einen literarischen Präsentierteller (worin wahrscheinlich auch ihr Erfolg als Autorin begründet ist). So ermuntert sie die Leser*innen über ihre Unvollkommenheiten zu lachen, auch ihr Partner bleibt dabei nicht außen vor - das ist wohl das Risiko, mit einer Schriftstellerin liiert zu sein. Doch habe ich mich während der Lektüre das eine oder andere Mal gefragt: Will ich’s wirklich so genau wissen?! Besonders als Tosch an Krebs erkrankt und die Erzählerin ihn pflegt. Eine Bestrahlung, Operation und Hormonentzugstherapie fordern ihren Tribut. Oskamp zeigt die Ambivalenz zwischen der sorgenden Ostfrau zu den gar schillernden Verhältnissen in Zürich. So flüstert sie sich in der Tram selbst zu „Einmal Putze, immer Putze“, hat dann später die Erkenntnis „Unser Gefüge implodierte vor meinen Augen, gegen meinen Willen und unter meiner aktiven Mithilfe.“ Die Erzählerin stellt sich den Unwägbarkeiten von Toschs Krankheit - seien es Ihre wiederkehrenden Bemühungen, ihren Partner vorm Blasenverschluss zu retten, oder andere unschönen und unsexyhaften Aufgaben im Rahmen ihrer Rolle als pflegende Partnerin. Doch funktioniert das erzählerisch?! Die Frage kann ich ganz klar mit „Ja“ beantworten, denn Katja Oskamp sprüht nur so vor Selbstironie und das macht es für die Leser*innen aushaltbar, gar amüsant und nicht zur Zumutung. „Die vorletzte Frau“ ist das nackte Porträt einer Frau von ihren Dreißigern bis in ihre Fünfziger - eine prekäre Lebensphase. Selbstreflektierend, an manchen Stellen gar nüchtern, erzählt sie von sich selbst und von der gesundheitlichen Krise ihres Partners. Überlebt eine solche auf die Probe gestellte Beziehung?! In diesem Falle nein - schwere Krankheiten sind oftmals ein Grund, warum auch langjährige Beziehungen auseinandergehen können. Katja Oskamp erzählt pointiert kurzgeschichtenartige Episoden in „Die vorletzte Frau“, die sich äußerst süffig weglesen. Sie macht klar, dass Liebe in all ihren Facetten - von innig bis schmerzbeladen - zwar vergangen sein kann, aber lange nicht vorbei ist.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
25. Sept.
Rating:4

Eine Beziehung mit einem 19 Jahre älteren Mann, sie sorgt für ihr Kind, sie sorgt für ihn, als er krank wird, er liest ihre Texte gegen und bleibt trotz intensiver Momente immer fern. “Er nächtigte in einem Doppelbett, aber dort, wo bei anderen Leuten die Frau lag, häuften sich bei Tosch die Bücher.” Sind Worte, die sie beide schreiben, noch ihre größte Gemeinsamkeit, fallen beim Lesen eher die vielen Unterschiede auf: sie in der DDR geboren, er in der Schweiz, sie ein Niemand, er bekannt, sie baut ein Nest, er sucht seine Unabhängigkeit. Die Autorin zeichnet ihre Figuren mit spitzer Feder und Humor. Ich habe die pointierte Darstellung des Alltäglichen als besonders empfunden. Auch wenn es im Prinzip hauptsächlich um das Hin und Her in einer Beziehung geht, macht die Lektüre Spaß und Lust auf mehr. Wir erleben hier, wie die Protagonistin einen Wandel durchmacht und zur Fußpflegerin umschult, worüber wir in „Marzahn, mon amour“ direkt weiterlesen können.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
22. Sept.
Rating:3

„Die vorletzte Frau“ ist ein autobiografischer Roman von Katja Oskamp, der die Beziehung zwischen einer jungen Frau (sie selber) und einem berühmten Schriftsteller erzählt. Oskamp schildert ihre Rolle als Geliebte, Vertraute und Pflegerin eines Mannes, dessen Krankheit ihre Beziehung verändert. Dabei beleuchtet sie nicht nur die Höhen und Tiefen ihrer Liebe, sondern auch das Altern und die Veränderungen im Leben einer Frau. Katja Oskamp, geboren 1970 in Leipzig, arbeitete nach ihrem Studium unter anderem als Fußpflegerin, was ihr viele Geschichten über Menschen und ihr Leben lieferte. Neben ihrer literarischen Karriere, die 2003 mit „Halbschwimmer“ begann, ist sie auch für ihr Buch „Marzahn, mon amour“ bekannt. Worum geht's? Oskamp erzählt von der intensiven Beziehung zwischen einer jungen Frau und einem älteren Schriftsteller. Als sie sich kennenlernen, ist sie eine aufstrebende Autorin und Mutter, während er bereits ein etablierter Schriftsteller ist. Ihre Beziehung beginnt voller Leidenschaft und Heiterkeit, doch als er schwer erkrankt, wird ihr gemeinsames Leben zum Ausnahmezustand. Die junge Frau wird von der Geliebten zur Pflegerin, und das Lebensglück beginnt zu schwinden. In dieser schwierigen Zeit beginnt sie, sich mit ihrer eigenen Vergänglichkeit und den Veränderungen auseinanderzusetzen, die das Älterwerden mit sich bringt. Gleichzeitig entdeckt sie die Notwendigkeit eines neuen Lebens jenseits der Rolle, die sie für den Schriftsteller gespielt hat. Meine Meinung Ich bin sehr gut in das Buch reingekommen. Es war mein erstes Werk von Katja Oskamp, und ich war sofort angetan von der klaren und sensiblen Sprache. Die kurzen Kapitel und die übersichtlichen Abschnitte mit Zwischenüberschriften machten den Einstieg leicht. Besonders beeindruckt hat mich, wie Oskamp das Thema des Älterwerdens und die Rolle der Frau im Laufe der Zeit verarbeitet. Sie setzt sich nicht nur mit dem Altern generell auseinander, sondern schildert eindrucksvoll, wie sich der Blick von außen auf sie als Frau verändert hat. Eine sehr starke Passage ist unter der Zwischenüberschrift „Vom Rand aus“ zu finden. Aber auch anhand dieses kurzen Zitates hier wird es deutlich: "Heute weiß ich, dass die Krise eine Drei-Komponenten-Krise war. Als Mutter auf Eis gelegt, als Geliebte weder gebraucht noch brauchbar, als Schriftstellerin aussortiert: Die Bestandteile potenzierten sich zu einer dreifachen Unsichtbarkeit. Die Rollenauswahl sank auf null." (Seite 120). Dieser Satz hat mich besonders berührt, weil er so präzise die Zerrissenheit beschreibt, die viele Frauen im Laufe ihres Lebens erleben – zwischen Mutterschaft, Partnerschaft und beruflicher Erfüllung. Leider zog sich der Mittelteil des Romans für mich etwas in die Länge. Die Reflexionen, die zu Beginn noch sehr eindringlich wirkten, wurden für meinen Geschmack zu ausufernd und sorgten dafür, dass das Lesen zeitweise anstrengend wurde. Es fehlte hier ein wenig an Dynamik. Dennoch gibt es immer wieder wunderbare Passagen, in denen Oskamp die Schönheit und Hässlichkeit des menschlichen Lebens und Alterns auf eine sehr ehrliche und poetische Weise beschreibt. Was mich jedoch sehr gestört hat, war der Verzicht aufs Gendern. Gerade in einem Buch, das sich mit den gesellschaftlichen Rollen von Frauen so intensiv beschäftigt, hätte ich es als zeitgemäß empfunden, wenn Oskamp eine geschlechtergerechte Sprache verwendet hätte. Das hätte die Themen des Buches noch stärker unterstrichen. Fazit Insgesamt hat mir „Die vorletzte Frau“ trotz einiger langatmiger Passagen gut gefallen, vor allem wegen der feinfühligen Sprache und der tiefen Reflexion über das Älterwerden. Auch wenn ich das Buch aufgrund der Länge und der fehlenden Spannung im Mittelteil nicht durchweg packend fand, hat es doch viele wichtige und berührende Momente. Für mich ein solider Roman, der zum Nachdenken anregt. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
13. Sept.
Rating:4

Was für ein Buch

Die Geschichte einer Frau und ihrer Liebe Sie lernte ihn kennen, als sie noch jung ist und er schon alt. Er, der berühmte Schriftsteller. Sie, die mit dem Schreiben gerade anfängt und Mutter einer kleinen Tochter ist. Sie wird seine Schülerin, geliebte, Vertraute, und beide schwören, sich einander zuzumuten „mit allen Meisen und Absonderlichkeiten“. Eine Beziehung voller Hingabe und Heiterkeit. Eine Diagnose ändert alles und der Abschied beginnt und ein neues Leben darf beginnen. Dieses Buch war anders! Es hat ganz kurze präzise Kapitel mit jeweils einem neuen Titel. Das Buch ist außerdem in 5 Teile geteilt. Die Geschichte hat mich auf Grund der Schärfe sehr fasziniert. Ich brauchte einen Moment bis ich drin war aber dann ging alles ganz schnell. Man erfolgt unsere Protagonisten und sieht ihr dabei zu, wie sie ihr ganzes Leben nur nach Tosch ausrichtet. Irgendwie hat es mich fertig gemacht, zu sehen wie das Leben an ihr vorbei zieht. Doch leider ist das Leben oftmals genau das. Ein vorbeiziehen! Die Autorin kann wundervoll schreiben und lies mich nur so durch die Seiten fliegen. Ich glaube mehr möchte ich gar nicht dazu sagen, da dass Buch nur 205 Seiten hat und man ja auch die Geschichte erleben soll. Ich würde gerne noch ein Buch von ihr lesen. Wahrscheinlich „Marzahn Mon Amour“ Das Buch bekommt von mir 4 Sterne ⭐️ ⭐️⭐️⭐️

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
11. Sept.
Hatte etwas anderes erwartet.
Rating:3

Hatte etwas anderes erwartet.

Es liest sich schnell und flüssig, der Text ist in einem staccatoartigen, sachlichen Stil geschrieben, ohne große Emotionen, wodurch die Geschichte oft kühl und distanziert wirkt. Die Beziehung zwischen der Protagonistin (deren Name niemals genannt wird) und Tosch, ihrem 19 Jahre älteren Partner, ist sehr auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Man hat den Eindruck, dass die Protagonistin sich ihm unterordnet und in eine Abhängigkeit geraten ist. Es geht eher um seine Bedürfnisse als um den großen Altersunterschied der beiden. Davon hatte ich mir tatsächlich mehr Einblicke erwartet, da der Klappentext sehr auf diesen Unterschied hinweist. Die Handlung bleibt bis auf wenige Momente nüchtern und unemotional. Der Teil, in dem Tosch schwer erkrankt, ist sehr belastend, aber auch hier wird kein emotionaler Tiefgang zugelassen. Es bleibt sachlich, fast kühl. Gewünscht hätte ich mir mehr zur Beziehung der Tochter der Protagonistin. Diese bleibt eher im Hintergrund, wenn sie jedoch auftaucht, erblickt man einen tollen Menschen. Da das Werk autobiographische Züge hat, kann ich allerdings nachvollziehen, warum dieser Teil nicht intensiver betrachtet wurde. Das Ende hat mich völlig unbefriedigt zurückgelassen. Gerade, als im letzten Drittel des Buches mehr Spannung aufgebaut wird, verpufft diese plötzlich. Das Ende kommt so abrupt, dass es sich anfühlt, als würde die Geschichte mitten im Satz enden und ließ mich so mit vielen offenen Fragen zurück. Alles in allem hat mich „Die vorletzte Frau“ eher ratlos und mit einem gewissen Unmut zurückgelassen. Die nüchterne Darstellung und die abrupten Brüche machen es schwer, eine emotionale Bindung zur Geschichte oder den Figuren aufzubauen. Trotzdem ist es kein schlechtes Werk, nur nicht ganz so meins wie erhofft.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
7. Sept.
Rating:5

Witzig und sprachlich on point

Katja Oskamp schreibt hier über ihre Beziehung mit einem viel älteren Mann, der ihr Proffessor war. Das tut sie so witzig, pointiert und sprachlich klasse, dass ich -wieder einmal- begeistert war. Ihr Debüt „Marzahn Mon Amour“ über eine Fußpflegerin und die Gespräche mit den Kunden war schon toll. Hier erfährt man nun, dass alles autobiografisch war.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein
27. Aug.
Rating:4.5

Großartig. Niemand schreibt so über die Zumutungen des Lebens wie Katja Oskamp. Unumwunden und ehrlich, ohne Angst vor Blöße, dabei doch auch immer mit einer guten Portion Humor. Wer die Fußpflegerin mochte wird auch die vorletzte Frau lieben.

Die vorletzte Frau
Die vorletzte Frauby Katja Oskamppark x ullstein