Toller Start in eine trilogie, die mich zum Nachdenken angeregt hat.
Manchmal gibt es diese seltenen Momente, in denen ein Buch nicht nur gelesen wird – sondern gelebt. Genau so ein Moment hat mich bei „Die Hexe von Freiburg“ von Astrid Fritz getroffen. Während ich Seite um Seite verschlang, war ich nicht einfach irgendwo – ich war mittendrin. In Freiburg im Breisgau. Gemeinsam mit meiner Familie im Urlaub. Und ich kann euch sagen: Es ist etwas ganz Besonderes, einen historischen Roman genau dort zu lesen, wo er spielt. 🙏 Auch wenn mir durch meine Blindheit nicht jedes Detail zugänglich ist, konnte ich die Atmosphäre dieser Stadt auf eine ganz eigene Weise spüren. Orte wie das Freiburger Münster, das Martinstor oder der Holzmarkt Freiburg wurden für mich lebendig – nicht nur durch meine Schritte vor Ort, sondern durch die Worte dieses Buches. Und genau dort begleitet man sie… die „Hexe von Freiburg“. Ihre Geschichte beginnt düster. Schon ihre Geburt steht unter einem unheilvollen Stern – am selben Tag wird in Freiburg eine Frau der Hexerei beschuldigt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ein erschütternder Einstieg, der sofort zeigt, wie grausam und willkürlich diese Zeit war. Und genau hier liegt die große Stärke dieses Romans: Er erzählt nicht nur eine Geschichte – er hält uns einen Spiegel vor. Historisch gesehen waren Hexenverfolgungen im Europa der frühen Neuzeit bittere Realität. Auch in Regionen wie dem Breisgau kam es zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert immer wieder zu Prozessen, bei denen oft ein einziges Gerücht, ein falsches Wort oder Neid genügte, um das Leben einer Frau zu zerstören. Folter, falsche Geständnisse und öffentliche Hinrichtungen waren keine Ausnahme, sondern trauriger Alltag. Beim Lesen hat mich genau das tief getroffen. Diese Ungerechtigkeit. Diese Hilflosigkeit. Dieses Gefühl, dass ein Leben nichts wert ist, wenn die falschen Menschen zur falschen Zeit das falsche Wort hören. Und ich muss ehrlich sagen: Dieses Buch hat mich nicht nur bewegt – es hat mich nachdenklich gemacht. 😔 Denn auch wenn wir heute keine Scheiterhaufen mehr haben… Worte können noch immer zerstören. Ein Gerücht, ein falscher Satz, eine unbedachte Anschuldigung – sie können Existenzen vernichten. Die Menschheit hat in dieser Hinsicht erschreckend wenig gelernt. Und doch… ich gebe die Hoffnung nicht auf. 🙏 Vielleicht sind es genau solche Bücher wie „Die Hexe von Freiburg“, die uns daran erinnern, genauer hinzusehen. Menschlicher zu sein. Vorsichtiger mit unseren Worten umzugehen. Für mich war dieses Buch eine zutiefst emotionale, stellenweise schmerzhafte, aber unglaublich wertvolle Lektüre. Und in Kombination mit unserem Aufenthalt in Freiburg wurde es zu etwas, das ich so schnell nicht vergessen werde. Ich kann euch dieses Buch wirklich von Herzen empfehlen – nicht nur, weil es der Auftakt einer Trilogie ist, auf deren Fortsetzung ich jetzt schon gespannt warte. Sondern weil es euch fühlen lässt. Weil es euch nachdenken lässt. Und wenn ihr die Möglichkeit habt: Fahrt nach Freiburg. Diese Stadt, mit ihren Gassen, ihren Geschichten und ihren Menschen, ist einfach wunderschön. ❤️









