Atmosphäre stark, Spannung eher schwach
In einer norwegischen Kleinstadt sorgt ein unbekannter Täter für Angst, der nachts in Wohnungen eindringt und seine Opfer im Schlaf überrascht – bisher ohne zu töten, doch die Bedrohung wächst. Kommissar Eddie Feber ermittelt und stößt auf rätselhafte Zahlen, die der Täter hinterlässt. Parallel steht der junge Meidel vor einer ganz anderen Gefahr: Sein gewalttätiger Vater kommt bald aus dem Gefängnis frei. Der Schreibstil von Der Nachtläufer hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits schafft Karin Fossum eine dichte, oft beklemmende Atmosphäre, die sehr nah an den Figuren bleibt und deren Ängste greifbar macht. Andererseits ist mir das Erzähltempo stellenweise zu ruhig, fast schon zäh, weil der Fokus stark auf inneren Gedanken und weniger auf der eigentlichen Handlung liegt. Gerade für einen Krimi hatte ich mir mehr Spannung und Dynamik gewünscht. Die leise, zurückhaltende Art zu erzählen wirkt zwar bewusst gewählt, hat mich aber emotional nicht immer mitgenommen. Insgesamt interessant im Ansatz, aber stilistisch nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte.








